Friede | 33 | Stuttgart

„Ich bin voll der Fan von Pizza Hawaii.“

Ja, mit großen Worten und fixen Standpunkten geht es hier gleich los. Da hätten wir mit den ersten acht Worten schon einiges klar gemacht. Der heutige Single der Herzen Friedemann, von Freunden, Familie und auch Fremden gerne Friede genannt, weiß um den Disput von Obst auf der Teig-Tomatensoße-Käse-Kombination namens Pizza. Er findet das halt gut. Und dass er da so zu steht, das finden wiederum wir gut!

Friede ist ein echter Stuttgarter Junge, groß geworden in Fellbach. Wobei er da als Kind wohl nur unter der Woche was von mitbekommen hat, denn die Eltern waren recht aktiv – Wandern in den Bergen, Skifahren in den Bergen. Ihr erkennt den roten Faden? Skifahren hat Friede übrigens im Rucksack von seinem Papa gelernt. Ja, so hat man das früher gemacht: Ski angeschnallt, Kind aufgeschnallt und ab geht die Lutzi. Das hat geprägt, denn Wintersport mag der Herr immer noch sehr gerne. Inzwischen findet er auch Wandern wieder geil, mit einem Stopp auf der Hütte, lecker Apfelstrudel und ner heißen Schoki. Er hat die Befürchtung, dass das die ersten Zeichen des Altwerdens sein könnten. Wir sagen: Für ’nen warmem Apfelstrudel würden wir auch so einige Berge überwinden!

Was Friede als Junge eigentlich wollte, war Fußball spielen. Mit dem Verein hat das aber leider nicht geklappt. (Klar, die Eltern hatten keine Zeit, ihn immer zu den Spielen zu fahren, schließlich war man ja in den Bergen unterwegs.) Als Ausgleich fand er das Klettern für sich. Während jetzt also alle dem neuen Trend Bouldern nacheifern, hängt Friede schon lässig von der Decke ab. Der Fußball ist dann doch nicht so ganz aus seinem Leben verschwunden. Wie es halt so ist, sind einige Zufälle passiert, Leute hatten Bekannte, die wiederum – und heute ist Friede als Co-Trainer beim SV Gablenberg tätig und puscht die jungen Wilden in Richtung gegnerisches Tor.

Wenn übrigens nicht Stuttgart, dann die ganze Welt. Hier mal eine kleine Auswahl von Orten, an denen Friede schon gewesen ist: Peru, Mexiko, China, Indonesien, Malaysia, Ecuador, Island und die USA. So, ein paar Anekdoten hätten wir auch noch: In China hatte er den besten Fremdenführer der Welt. Denn der Gute hat die Truppe an ein Stück der Chinesischen Mauer gebracht, wo sonst kein anderer Mensch war. Sie hatten die Mauer drei Stunden lang ganz für sich und konnten urgemütlich von Start nach Ziel schlendern. Das ist, wie samstags einen Supermarkt für sich alleine zu haben. Eigentlich unmöglich, aber vielleicht auch das schönste Gefühl der Welt.

Gehen wir vom schönsten zum schlimmsten Gefühl der Welt. Und ihr wisst alle, was wir meinen, wenn wir sagen: Tequila. Alle schreien autsch und erinnern sich an das eine Mal, als … Friede wurde von seinem Tequila-Trauma geheilt. In Mexiko nämlich, wo es den richtigen Tequila gibt. Weil da die Menschen so nett und das Essen so gut und die Lebensart so lebenswert ist, möchte er eh noch mal nach Mexiko. Falls du dich deinem Trauma also auch stellen möchtest (man munkelt, das sei schon nach dem ersten Shot behoben), dann pack schon mal den Rucksack! Mit Pauschalen bekommt man Friede nämlich nur bei Taxifahrten zum Flughafen, aber sicher nicht im Urlaub. Der soll unterhalten, ein Abenteuer sein und mehr bieten, als eine Woche Spanferkel am Strand darzustellen.

Kommen wir zur letzten Anekdote, die ist nämlich auch heiß (wie das Spanferkel, ge). In Island hat er das erste Mal Bekanntschaft mit den heißen Quellen gemacht und oh good lord, das ist was! Weil man die aber schlecht mitnehmen kann, findest du Friede seither mindestens einmal in der Woche in der Sauna. Auch hier voll der Entdecker, kundschaftet er die besten Thermen in der Umgebung aus. Seinem Smart und ihm ist dafür fast kein Weg zu weit! Da läuft viel Ego FM und auch ganz viel Maggie Rogers – Alaska. Momentanes absolutes Lieblingslied. Ihr merkt schon, an Hobbys mangelt es ihm wirklich nicht.

Ach ja, doch noch eine – diesmal wirklich – letzte Sache zum Thema Reisen. 2013 hat Friede angefangen, sich Kunst aus dem Urlaub mitzunehmen. Inzwischen hängen da wirklich viele Gemälde in seiner Wohnung, der Platz wird schon langsam knapp. Zu jedem der bunten Bilder kann er aber eine schöne Geschichte erzählen. Und bunt mag er es eh gerne. Nicht nur bei Bildern, auch in seinen Schuhen drückt sich sein Faible für Farbenfrohes aus.

Neben bunt mag er gerne auch süß, vor allem bei Cocktails. Likör 43, Erdbeerlimes oder eine wild klingende Kombination namens Dancing Russian. Wenn das auch für dich eher nach Kasatschok und weniger bekömmlich klingt, keine Sorge! Der Mann mit der Begeisterungsfähigkeit, die neidisch macht, kann auch Cocktails mixen. Und kochen! Eben erst einen Wok geschossen, denn die Thaiküche ist ihm die liebste, so schön scharf und frisch. Und witzig sein kann er auch! Mehr in der Situation, weniger bis gar nicht beim Witze erzählen. Aber ehrlich, wer erzählt heute noch Witze? Schadenfroh ist er auch ein wenig, das kann er seit der Kindheit einfach nicht ablegen. Das ist aber vertretbar!

Gar nicht vertretbar für Friede ist übrigens, wenn man ihn versetzt. Oder kurzfristig absagt. Können wahrscheinlich alle nachempfinden, wird so abgesegnet. Für eine Fernbeziehung ist er auch nicht der Typ. Wenn er eine Freundin hat, dann sollte man auch Zeit füreinander haben. Und das nicht nur alle drei Monate. Die Freundin sollte übrigens zuverlässig, ehrlich, authentisch und humorvoll sein. Und genau wie Friede nebst austeilen auch einstecken können. Das erste Date könnte voll gut im Wald stattfinden. (Zitat Friede: „Das klingt jetzt irgendwie blöd.“) Aber recht hat er! Denn da ist es schön, man kann toll spazieren gehen, viel sehen und sich schön unterhalten. Und dann spontan entscheiden, ob und was man noch unternehmen möchte. Ey, guter Start in ein Date!

Du denkst dir, der Friede ist ein dufter Typ und wolltest auch schon das Quirin oder das La Casona Sanz auschecken und schlürfst am liebsten gute Drinks im Paul & George oder Le Petit Coq? Dann ran an den Kerl! Nette Mail ist raus und das erste Date nicht weit. Oh, einen letztes Fact hätten wir auch noch: Facebook hat er nicht. Braucht er auch nicht. Freunde, was ’ne seltene Perle, dieser Friede!

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