Fabi | 23 | Hamburg

„Flunsch geht gar nicht.“

“In meinem Leben war eigentlich immer alles ganz normal. Gut, aber unspektakulär.” Um Fabi, der genau das sagt, doch zwei, drei spannende Geschichten aus der Nase zu kitzeln (Das wäre doch gelacht!), sind wir heute bei ihm in Barmbek. Und nicht nur wir. Unserer Single hat sich Verstärkung geholt: Da es am Vorabend doch etwas später wurde und wir unseren Besuch recht kurzfristig ankündigten, gewann er – mit einem tiefen Blick in seine blauen Augen – Freundin Martina für eine Last-Minute-Aufräumaktion. Okay, er bestach sie mit Kaffee und Kuchen. Beides steht jetzt auf dem Tisch, die Wohnung strahlt, Martina strahlt und die Mädels mit der Kamera sowieso. Dass Fabi so kurzfristig Zeit für uns in seinem vollgepackten Terminkalender gefunden hat, freut uns. Noch ein bisschen mehr als wir feststellen, wie wichtig ihm Planung und Struktur sind. Also gut, dann lassen wir uns jetzt mal nicht von den Leckereien ablenken, sondern schwingen uns so strukturiert wie möglich an einem roten Faden durch sein Leben. 

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Fabi ist Nordlicht durch und durch. Geboren im Nordenham, aufgewachsen in einer Mini-Gemeinde bei Bremerhaven. In Seefeld nämlich. Das dürfte, wenn man nicht unbedingt aus der Gegend kommt, jetzt vielleicht nur den engagierten Castor-Transport-Blockierern unter uns etwas sagen. Dort verbrachte er seine Kindheit damit, Fußball und all die anderen Kinderbeschäftigungsmaßnahmen ausgiebig auf ihre Eignung als potenzielle Hobbys zu testen. Meist merkte er jedoch schnell, dass nichts mit dem wohl weltschönsten (Kinder-)Zeitvertreib mithalten kann: dem Butschern (Nordslang für alle!). Strolchte Fabi nicht durch die Dünen, war er wahrscheinlich gerade als “Mini-Spitzel” seiner Mutter damit beschäftigt, auf die große Schwester aufzupassen. 13 Jahren Altersunterschied machten möglich, dass des einen Observierte des anderen Babysitter oder so war. Irgendwie passte jeder ein bisschen auf jeden auf. Eigentlich ganz sweet. Ambitioniert war Fabi von klein auf. Sein erster Berufswunsch: Bundeskanzler. Mit zunehmendem Alter geriet der Traum von der Politkarriere in Vergessenheit, denn mit der wilden Dorfjugend kamen die wilden Dorfpartys. Diese endeten für Fabi schon mal damit, dass er sich in Papas Mercedes übergab oder versehentlich den Alarm in der Disco auslöste. Ups. Dabei war Trinken eigentlich nichts anderes als knallhartes Training der eigenen koordinativen Fertigkeiten, denn Fabi gehörte zu den pflichtbewussten Sprösslingen, die sich bei den schlafenden Eltern mit einem kurzen “Ich bin wieder da” von der Feierei zurückmeldeten. Wo wir wieder bei der Familie wären. Zu der hat der inzwischen zweifache Onkel ein so enges Verhältnis, dass er diese definitiv öfter als alle Jahre wieder im Schein der Weihnachtskerzen besucht.

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Weiter am Faden entlang. Nach dem Abitur ignorierte Fabi alle BWL-Karrieremann-Prophezeiungen seiner Mitschüler (fürs Erste!) und machte, da er sich unschlüssig war, ob “irgendwas mit Medien” oder ein Studium bei der Polizei das Richtige für ihn ist, ein Freiwilliges Soziales Jahr im Altersheim. Ah ja. Die Sache mit dem Sozialen und den Menschen fand er letztlich so gut, dass er die Aufnahmeprüfung bei der Polizei sausen ließ und sich zu einem Sozialpädagogik-Studium an der Uni Hildesheim entschloss. Nach dem (Achtung: Hamburger Maßstab!) Aufenthalt “im Süden” ging es straight zurück nach Hamburg und straight einen Schritt weiter in der Karriereplanung: ein Master im Personalbereich sollte es sein. Neben dem Studium füllt aktuell vor allem sein Werkstudentendasein seinen Terminplaner. Mehrmals wöchentlich arbeite er in der Personalabteilung eines großen Konzerns der, ähm … auf alle Fälle irgendwas mit Elektro und Halbleitern oder Elektrohalbleitern macht. Oh je … Davor war er übrigens Werkstudent bei Parship. Aha! Wir sind wieder an Bord. Alle elf Minuten verlieben wir uns – oder so… Und? Als Mitarbeiter habe er natürlich einen Account gehabt, insidert Fabi, allerdings wurde nicht mehr draus als einige nette Dates. Nett. Immerhin.

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Jetzt nicht im roten Faden verheddern … Mit einem Blick auf den Lebenslauf soll noch Auslandsstudienluft geschnuppert werden, bevorzugt in Amsterdam. Was übrigens auch nicht südlicher als Hildesheim liegt, wenn mich meine frisch ergoogelten Geografiekenntnisse jetzt nicht täuschen. Für Fabi wäre das eigentlich auch schon das Maximum an weg. Selbst längere Urlaube sollten eine Dauer von drei Wochen nicht überschreiten und auch planlosem Gebackpacke durch heiße Gefilde kann er nichts abgewinnen. Ein Trip entlang der kanadischen Grenze wäre die einzige Ausnahme – gut geplant, versteht sich. Nicht zu wissen, wo man am Abend schläft, wäre nichts für ihn.

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In seinem Studenten-WG-Zimmer schläft Fabi übrigens in einem Hochbett, mit dem arrangiert er sich, obwohl Höhe nicht sein Ding ist. Wo wir schon beim Thema sind: Horrorfilme mag er auch nicht. Dafür aber eine Menge andere Dinge wie Kappen, Ketten, Nike-Schuhe, Lachen, das Deichbrandfestival, Florence und Serien-Chill-Abende. Diese am liebsten mit Orange Is the New Black oder Game of Thrones und in nostalgischen Momenten schaut er eingekuschelt in seine Janoschdecke Kevin James als Doug Heffernan beim Paketzustellen zu. Und nach dem Motto “Wer chillen kann, kann auch feiern” geht es regelmäßig auf die Partypiste. Am liebsten bei der Electric Circus oder bei Mis-Shapes. Eigentlich ist ihm die Location jedoch egal, solange er Leute um sich hat, mit denen er in der U-Bahn Wonderwall anstimmen kann, ist alles gut. Wie wichtig Fabi seine Freunde sind, zeigen auch die unzähligen Fotos, die in jeder Ecke der Studentenbude kleine Geschichten erzählen. Das sagt auch Martina über ihn, Fabi ist ein Mensch, der gerne Menschen zusammenbringt. So werden auch regelmäßig die eigenen vier Wände zum place to be – nicht nur für die eigene Geburtstagsfeier, sondern auch mal die Geburtstagsfeier von Freunden, oder einfach weil Samstag ist. Was Martina uns noch verrät, Fabi ist mit seinem iPhone-Kalender verheiratet. Studium: check. Arbeit: check. Freunde: check. Feiern: check. Sport: McFIT, wenn nichts dazwischen kommt. Schließlich müssen Prioritäten gesetzt werden. Sagen wir mal so: Zu spontan ist nix.

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Das mit den Prioritäten setzen gilt bestenfalls auch für den künftigen Mann an seiner Seite. Ein Proteinshake-schlürfender Übersportler hätte es schwer bei Fabi. Wäre doch schade um die Couchabende mit Pizza und Schwiegertochter gesucht. Also eigentlich keine unerreichbaren Ansprüche. “Einfach ein Typ von nebenan, so wie ich es bin”, sagt Fabi. Etwas mehr verrät er uns aber schon: “Schön wäre ein bisschen größer als ich. Und Dreitagebart auch. Piercings nicht so. Dafür Tattoos.” So ein paar Vorstellungen hat unser selbst tätowierter 1,80-Mann dann also schon. Am wichtigsten ist ihm, dass der Mensch, mit dem er Zeit verbringt, einen eigenen Kopf, eigene Ideen hat. Eine gute Idee wäre beispielsweise, ganz fix unser Kontaktformular auszufüllen. Jetzt. Denn der Fabi ist ein echt guter Typ, den man mit Family, Freunden und To-Do-Listen on top bekommt.

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