Dennis | 29 | Berlin

„Manche Leute haben Leichen unterm Bett. Ich ja nur Socken!“

Unglaublich, aber wahr: Aus Wolfenbüttel kommt mehr als nur Jägermeister. Unser heutiger Protagonist Dennis entstammt tatsächlich ebenso den Tiefen dieses schnapsigen Örtchens links von Berlin. Entschuldigen Sie bitte, wir meinen natürlich Städtchens. Immerhin gab es im Ort eine McDonald’s-Filiale und das ist bekanntermaßen ein international gültiges Zeichen für: Stadt, nicht Kaff. Na sichi. Der kleine Dennis war als Kind wesentlich lieber draußen als drinnen. Er hat auf Spielplätzen abgecornert, im Gebüsch Buden gebaut und jeden Tag für eine Mark die bunte Tüte MIT Lakritze erworben. Ohne wäre ja quasi Blasphemie gewesen. Aus uns unerfindlichen Gründen ist es ihm dezent unangenehm, dass er von 6 bis 16 Rock‘n‘Roll getanzt hat und sogar mal niedersächsischer Meister war. Den Moment, in dem Dennis seiner festen Tanzpartnerin mitteilte, dass ihm der Sport zu uncool geworden ist, wird er nie vergessen. Sie so: „Du zerstörst gerade mein Leben!“ Hach, Teenager, gotta love them. Dennis war sonst eigentlich eher so profilloser Mainstream. Schulsprecher von der 8. – 13. Klasse, keiner hatte ein Problem mit seinem Outing, alle mochten ihn, er mochte alle zurück. Nebst Jobs im Pizzaladen und bei Real an der Schnellkasse hat der Gute am Wochenende die Braunschweiger Großraumdisse Joker besucht und Batida de Coco mit Maracujasaft getrunken. Möge beides in Frieden ruhen. Das Profil kam eigentlich erst mit dem Abi 2005, da zog Dennis sofort nach Berlin, um in einer Behinderten-Wohnstätte zu jobben. Und weil es für Medizin nicht ganz gereicht hat, begann unser Titelheld 2008 sein Wirtschaftsingeneurwesen-Studium an der TU. Vor zwei Jahren hat er seinen Master mit dem Schwerpunkt Medizintechnik runtergerockt. Und was er gerade macht, hat uns so sehr fasziniert, dass wir mit dem Fragen gar nicht mehr aufhören konnten: Dennis ist Spezialist für Herzschrittmacher und Defibrillatoren. Wenn jemand am offenen Herzen operiert wird, packt Dennis das passende Endgerät ein und hilft dem Arzt, das korrekt im Körper anzubringen. Außerdem programmiert er die Dinger, damit das Patientenherz nach der OP auch wieder richtig schlagen kann. So 15-20 Mal die Woche ist er in verschiedensten Kliniken in und um Berlin im Einsatz und rettet halt einfach mal Menschenleben. Und das Gute daran: Der Job macht ihm unfassbar viel Spaß. Bester Typ. Jetzt schon! Ja gut, die Anfangsjahre in der Hauptstadt waren auch für Dennis kein Zuckerschlecken. Er musste ja feiern, ziemlich viel und damals noch gerne ausschließlich schwul. Mittlerweile trifft man ihn kaum noch in Clubs. Bei seinem Job wirklich kein Wunder. Dafür geht der 29-Jährige heutzutage einfach ganz viel auswärts essen und gibt dafür auch den Großteil seines Einkommens aus. Man muss halt Prioritäten setzen. Neulich hat er das Martha‘s in Schöneberg für sich entdeckt und als Klassiker kann er selbstverständlich das Trois Minutes empfehlen. Seine Food-Inspo zieht er sich übrigens von Stil in Berlin. Nice. Für fancy Drinks geht Dennis in die Monkey Bar oder das Reingold, einen soliden Gin Tonic findet er aber auch im Wedding in der Moritz Bar. Für die Arbeit muss Dennis ja schon ganz schön viele schlaue Dinge lesen, deswegen bevorzugt er in der Freizeit No Brainer. Schwiegertochter gesucht und Sharknado sind keine Seltenheit. Sobald ein Film mit einer Parabel daherkommen möchte, hinterfragt er erst mal, ob er sich der Hassle eines Dramas mit politischer Tiefe jetzt wirklich geben muss. Ha. Was war noch? Der Hund, genau. Labrador Finn ist vier Jahre alt und geht am Wochenende gerne in den Grunewald. Auslauf, Auslauf, Auslauf. Und abends kuscheln. Klassiker. Bis vor sechs Monaten hat Dennis noch Rugby gespielt, aber nach gleichzeitigem Kreuzbandriss und Meniskus-Fick musste er auf Crossfit umschwenken. Der Mann liebt Käsekuchen, Hunde (ja, auch die anderer Menschen) und Leute, die über sich selbst lachen können. Was er schlimm findet ist Käsekuchen mit Obst (besonders Dosenmandarinen), Schnurrbärte und Geiz. Obwohl Dennis glaubt, dass lesen manchmal der ineffektive Weg der Informationsaufnahme ist, hat er About a Boy verschlungen. Hörbuchmäßig schwärmt er gerade für Game of Thrones. Witzig findet der Little Britain-Fan ja, wenn sich jemand weh tut. Und davon nimmt er sich selbst nicht aus. Aua. Wer Lust hat, mal so ein richtig trashiges Delfin-Puzzle in 1000 Teilen zu erledigen, Ben Shermans Bekleidung ganz okay findet und eher mit Charakter als der Everybody‘s Darling-Attitüde glänzt, der darf dem Lederjacken-Suchti Dennis jetzt sofort schreiben. Mit ihm wird alles besser. Nicht nur am Herz. Schmacht!

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Sorry, Dennis ist gerade nicht auf der Suche. Du kannst ihm leider nicht mehr schreiben.

Aber keine Sorge. Mehr Jungs aus Berlin gibt es hier.