Cuong | 33 | Hamburg

„Der Erzählopa legt wieder los!“

Faszination Südostasien. Ein kleines Stück davon befindet sich mitten in Hamburg. Dieses wunderbare Exemplar hört auf den mitteleinfachen Zungenbrecher Cuong und kam 1981 im beschaulichen Bruchsal bei Karlsruhe zur Welt, nachdem seine Eltern aus dem fernen Vietnam nach Deutschland ausgewandert waren. Ja, zugegeben Badisch war das erste Deutsch, was der Gute gelernt hat. Dafür gab es dann aber auch die beste deutsche Ziehoma und natürlich auch Ziehopa, die man hätte haben können. Badisch und Schwäbisch kann er heute selbstverständlich bei Vorliebe immer noch auspacken. Etwas später, nach einem Pit Stop in Pforzheim, kam die Familie in der Nähe von Siegen an, wo Cuong, als (prä-)pubertärer Jüngling, eine steile Dorfkarriere hinlegte. Als einzige asiatische Familie im Dorf war er natürlich das Highlight und lernte dort Dinge, die man eben nur auf dem Dorf lernt. Hardcore-Kafflife! Noch Fragen? Im Küheschubsen kann man dem Wahlhamburger schon mal nichts vormachen. Auch Handballkarriere war inklusive. Zwar nicht von langer Dauer, aber immerhin hat es stets für die Getränkeversorgung der Mannschaft gereicht. Wichtigster Mann im Team, ohne jeden Zweifel! Nach dem Abitur leistete der 33-Jährige seinen Zivildienst in einer Reha-Einrichtung als Krankentransporter und Hausmeister ab. Wer nun denkt, dass man sich dort als junger Mensch langweilt, kann sich eine Scheibe vom liebevoll getauften Erzählopa abschneiden. Cuong hat nämlich unheimlich viel Spaß daran, sich mit Menschen zu unterhalten. Das gilt nicht nur für die Patienten in einer Facheinrichtung, denn auf Reisen ist er einem guten Gespräch im Bahnabteil oder Flugzeug auch nicht abgeneigt. Dabei hatte er schon so einige tolle Begegnungen. Im Jahr 2001 ging es dann mit Schulfreund zum Studieren nach Karlsruhe. Klischee hin oder her, es stand Informatik auf dem Stundenplan. Es war ein wilde Zeit damals – nämlich die erste WG. Zwei, wie er selber sagt, Nerds in freier Wildbahn. Beim Kochen das ein oder andere Mal verschätzt und mit Magen-Darm-Geschichten bezahlt, hatte Cuong eine Menge Spaß in Karlsruhe. 2008 schloss er das Studium mit Diplom ab, erhielt einen tollen Job in der IT-Beratung und führte dort bis 2010 ein happy Leben. Dann setzte die jugendliche Spontanität ein und der badische Vietnamese brach aus der Routine aus und zur Flucht nach Stuttgart an. Seitdem arbeitet er für eine Firma, bei der er jüngst zum Manager wurde. Für diese Position muss er nun sogar richtigen Führungs-Shit erlernen. Hola Schlipsträger. Zum Kontrast, um den innerlichen 16-Jährigen zu befriedigen, gibt‘s dann aber doch unten drunter die Rentier-Boxershorts und ne coole Armbanduhr. Tagsüber Bruce Wayne, abends ein bisschen Batman. Die Firma ist so familiär, dass es schon mal Liebestipps vom Chef gibt. Denn manchmal brauch Cuong, der sich selbst als Küchen-Nazi bezeichnet (sein Revier!), ein bisschen Aktivierungsenergie – der Push in die richtige Richtung. Gerne auch von einer Herzensdame, die ihren eigenen Kopf haben und kein Stubenhocker sein sollte. Seit 2013 nun wohnt der junge Mann in der Hansestadt. Von hier aus pendelt er Montag bis Donnerstag in die Schweiz, um dort Firmen zu beraten. In seiner Freizeit tobt sich der emotionale Musikliebhaber, der sich mit Hingabe derzeit in den Songs von der Band Die Höchste Eisenbahn suhlt, in Möchtgern-Kitesurfen, Surfen, Snowboarden und schnieke auf der Alster mit Stand Up Paddling aus. Am Wochenende wird die neu erfundene Bexpediton ausprobiert, bei der Fremde den Spielenden das nächste Lokal zum Alkoholgenuss nennen müssen. Welch ein Spaß! Jedes Jahr wird zudem mit alt eingesessenem Freundeskreis am Atlantik oder sonstwo gecampt. Mehr Entspannung gibt es nicht. Naja, vielleicht Donnerstagabend, wenn der Flieger landet, er den Blick auf Hamburg genossen hat und dann seinen Kumpel für die Strandperle abholt. Bestes Feierabendbier. Also los Mädels, dieser Mann macht Tagesausflüge für asiatisches Essen nach Berlin, kennt die besten Serien und verdient die schönste und beste Begleitung für Konzerte seiner Lieblingsbands! Ran an den Mann!

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Kontakt

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Aber keine Sorge. Mehr Jungs aus Hamburg gibt es hier.

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