Anabel | 23 | Berlin

„Lieblingsfach: Pause!“

Anabel, sagt mein Internet, bedeutet die Schöne oder die Liebenswürdige. Puh, das muss man erst mal tragen können. Für unsere heutige Anabel stellt das jedoch überhaupt kein Problem dar. Wir müssen erst durch ihren imposanten Hinterhof irren, bevor sie uns im Türrahmen entgegenstrahlt. Hach, das wird ein guter Tag.

Unsere dreiundzwanzigjährige Protagonistin macht schon mal einen ziemlich guten ersten Eindruck. Styling: check. Lachen: check. Herzlichkeit: check. Wir sind gespannt. Anabel wohnt alleine in einer urgemütlichen und mit Liebe zum Detail eingerichteten Einzimmerbutze in Schöneberg. Die Entscheidung, alleine zu leben, war eine ganz bewusste und seit drei Jahren ist sie in Berlin damit glücklich. Andere Menschen findet sie erst einmal nicht so gut. Zu oft zu ignorant und mit keinerlei Umsicht ausgestattet, gehen ihr ihre Mitmenschen gerne mal auf die Nerven. Aber es gibt natürlich Ausnahmen. Die sollten dann aber erstens mitdenken, zweitens die positiven Dinge sehen und drittens Lust auf tiefergehende Unterhaltungen haben. Soweit so geradlinig.

Aufgewachsen ist unsere Herzensdame im Norden – einen Steinwurf von Hamburg entfernt – in Reinbek. Die nordische Direktheit, Neugierde und den Witz bringt sie auch gleich mit. Püppi gibt’s hier nicht, dafür dunklen Humor und erste Sahne Schlagfertigkeit. I like. Anabel hat ein Auge fürs Detail und das sieht man nicht nur in ihrer Bude, sondern auch anhand ihrer Kleiderstange. Ich finde Reeboks, Docs, viel Second Hand und schöne, ausgewählte Liebhaberstücke und kann sehen, dass Umgebung und Zuhause ihr heilig sind und sie Wert auf Ästhetik legt. Ich kann mir richtig  gut vorstellen, wie sie sich hier in einer Decke eingemummelt Platten von Fleetwood Mac anhört. Anabel kennt die Dinge, die ihr gut tun und bringt sich gerne in einen entspannten Gemütszustand.

Als wir in Anabels Küche sitzen und sie uns selbstgemachte Schokohimbeerbrownies mit Kürbiskernen anbietet, wird dazu schwarzer Tee mit Honig von Oma aus Kroatien serviert, mhmm, wir sind im Himmel. Anabel ist auf zack, eine gute Gastgeberin und dabei überaus charmant. Sie macht Witze, über die man herzlich lachen muss, hört aufmerksam zu und ist selbst sehr klar in dem, was sie sagen will. Aufgewachsen ist sie in einer knapp 30.000-Einwohnerstadt, da sie öfter mal Oma in Kroatien besucht hat und immer noch tut, kennt sie das Landleben aber auch ziemlich gut. Sie mag die Idee, einfach in den Garten gehen zu können und das zu pflücken, was gerade benötigt wird, sieht sich dann aber doch eher in der Stadt. Gibt’s jemand da draußen mit einer kleinen Gartenparzelle? Das wär dann jetzt dein Moment!

Wenn Anabel nicht gerade zuhause ihrem Kuschelpalast frönt oder Leckereien zubereitet, trifft man sie in den Berliner Museen an, deren Besuch für sie wie Mediation ist. Mit ihrem Jahresticket ist der wöchentliche Besuch locker drin, momentan am liebsten in der Gemäldegalerie am Potsdamer Platz. Das Kupferstichkabinett hat es ihr angetan und später bei unserem Spaziergang haut sie auch allerhand kleine Insider über ihre Lieblingskunstwerke raus, mit denen man sicher so manchen Kneipenabend füllen kann.

Apropos Kneipe, in so einer arbeitet sie auch. Ebenfalls in Schöneberg ansässig und ein richtiges Urberliner Ding ist das, weswegen sie im Kiez auch gefühlt jeder Zweite bei unserem späteren Spaziergang grüßen wird. In der Kneipe steht sie also immer mal wieder in der Küche und hinter dem Tresen, schenkt Bier an die Stammgäste oder auch an sich selbst aus, denn arbeitet sie nicht, findet man sie trotzdem auf der anderen Seite der Theke – am liebsten verstrickt in lange Gespräche mit Freunden und Fremden. Angst, alleine zu sein, kennt Anabel nicht. Sie genießt es eher, sich mit sich selbst auseinander zu setzen. Oberflächlichkeit ist nichts für sie, weswegen sie Tinder vor einiger Zeit abgeschworen hat. Anabel sucht nach Menschen, die sich ernsthaft mit ihrem Gegenüber auseinandersetzen wollen und nicht auf dem Sprung in den nächsten WhatsApp-Chat oder eine andere Verabredung sind. Sie taucht einfach gerne ein.

Das gilt auch für Anabels Studium der Kunstgeschichte und klassischen Archäologie. Die Zuneigung zur Kunst begleitet sie bereits ihr ganzes Leben, sie fing früh an zu zeichnen, machte ihr Abitur mit künstlerischem Schwerpunkt. Pro Kreativität! Momentan züchtet sie außerdem Pflanzen auf ihrem Küchenschrank und schaut stilvolle Horrorfilme, so wie American Horror Story. Sie bringt schnell viel Begeisterung für Dinge auf, die aber ebenso schnell wieder verfliegen kann. Anabel ist tiefgründig und diskussionsfreudig und dabei herzlich-direkt und überaus erheiternd. Nordlicht halt. Im Gespräch wirkt sie aber auch zart und verträumt, mag die Vorstellung von Männern, die sich Mühe dabei geben, jemanden kennenzulernen und nicht einen Vier-Fragen-Katalog routiniert beim ersten Date abspielen. Das mit der Oberflächlichkeit hatten wir ja schon, ist eben einfach nichts für sie.

Bevor es für Anabel nach Berlin ging, war sie übrigens anderthalb Monate mit einem Interrailticket in Europa unterwegs. Es ging nach Österreich, Italien, Kroatien und Frankreich, wo sie am liebsten noch ein bisschen länger in Paris geblieben wäre. Es muss einfach etwas los sein, denn Anabel langweilt sich schnell und probiert gerne neue Dinge aus. Ob auf dem Teller, im Kleiderschrank, dem Reiseziel oder der Lieblingslektüre: Abwechslung rockt.

Wer die unternehmungslustige und aufgeweckte Anabel nun kennenlernen möchte, dem verrate ich noch, wie sie sich ein schönes Date vorstellt: Ein bisschen durch den Kiez schlendern, anschließend Döner essen und zuletzt bis fünf Uhr morgens in der Kneipe sitzen und quatschen … Wer verknallt sich nicht in so unprätentiöse Liebenswürdigkeit? Wir waren’s sofort.

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