Wie du toxische Beziehungen erkennen und heilen kannst

Woran wir erkennen, dass wir einer toxischen Beziehung feststecken, und wie wir die Verstrickungen und Anhaftungen lösen können, die uns auf ungesunde Weise aneinanderbinden. Ein Blogpost für Freiheit und Integrität in deinen Beziehungen!

Ich sehe wahnsinnig viele Menschen dort draußen, die in toxischen Beziehungen feststecken. Die so sehr über Wut, Eifersucht, Schuld oder über die Angst, alleine zu sein in, einem klebrigen Spinnennetz ungeheilter Themen verwoben sind. Ein Loslassen scheint unmöglich, obwohl der innere Ruf nach Freiheit längst schon zu einem verzweifelten Schrei mutiert ist.

Wenn wir in einer toxischen Beziehung feststecken, verabreichen wir uns täglich eine Giftpille und verlangen auch von unserem Partner, dass er diese Giftpille schluckt.

Wenn wir in einer toxischen Beziehung feststecken, verabreichen wir uns täglich eine Giftpille und verlangen auch von unserem Partner, dass er diese Giftpille schluckt. Das soll er aus Liebe tun. Weil er das selbe Opfer bringen sollte, wie wir selbst es tun. Irgendwie wahnsinnig. Und gleichzeitig leidenschaftlich. „On and off“ fühlt sich oft mehr nach inniger Liebe an als ein stabiles, friedliches Fundament an heilsamer Verbindung. Deswegen haben toxische Beziehungen so einen bittersüßen Anreiz.

Vielleicht fragst du dich jetzt: »Beinhalten nicht auch gesunde Beziehungen Herausforderungen, die sich erst einmal schmerzvoll anfühlen? Tut Liebe nicht immer ein Stück weit weh?«

Falls du dich nicht zu den Erleuchteten zählst, würde ich diese Frage bejahen. Und trotzdem klare Unterschiede definieren.

Woran erkennen wir also, dass wir in einer toxischen Beziehung feststecken? Und wie können wir uns davon lösen, falls dies der Fall ist?

Prinzipiell gilt: Die Grenze zwischen einer „gesunden“ und einer „ungesunden“ Beziehung ist schmal. Jede Beziehung ist von Natur aus ein Spiegel und kann uns nur das an Liebe, Verbundenheit und Respekt widerspiegeln, was wir uns selbst und auch unserem Gegenüber entgegenbringen können. Wo verletzte innere Kinder im Außen um Liebe und Erlösung kämpfen, können wir sicher sein, dass wir diesen Anteilen auch in unseren Beziehungen begegnen werden. In uns selbst. Wie auch in unserem Partner.

Die Grenze zwischen einer „gesunden“ und einer „ungesunden“ Beziehung ist schmal.

Übernehmen wir Verantwortung für die Themen, die in uns getriggert werden, und entscheiden uns für einen Weg der inneren Heilung, anstatt uns leidend in der Opferrolle zu suhlen, können wir in Beziehungen förmlich über uns hinauswachsen, immer mehr in uns selbst ankommen und tiefe Zustände von Selbstliebe und Selbstverbundenheit erreichen. Dass wir durch diese inneren Veränderungen auch den Drang nach Veränderungen im Außen verspüren, versteht sich von selbst.

Die Konsequenz: Entweder die Beziehung verliert für uns an Attraktivität und wir spüren einen natürlichen Drang, loszulassen und weiterzuziehen (so manches Beziehungsende kann unglaublich friedlich verlaufen, wenn wir in uns selbst damit Frieden gefunden haben), oder wir erreichen ein neues Stadium an Verbundenheit mit unserem Partner, der uns durch unsere Wandlung plötzlich einen viel liebevolleren Spiegel vorhält und sich mehr für uns und die Beziehung an sich öffnet…

Die zweite Variante gibt es in der Regel nur dann, wenn wir auf einer tieferen Ebene wirklich auch über eine freundschaftliche, friedliche Liebe miteinander verbunden sind und nicht nur Schmerz und Leidenschaft unsere Anziehung begründet (bei vielen Menschen ist dies tatsächlich der Fall!). Das emotionale Gift, was uns miteinander verbindet, wird dann harmlos, wenn wir das in uns heilen und lösen, was damit konform geht. Verliert es seine Wirkung, verliert auch die Beziehung ihre Wirkung.

Toxische Beziehungen sind etwas sehr Subjektives.

Toxische Beziehungen sind etwas sehr Subjektives. Es ist nicht an mir, ein Urteil darüber zu fällen, ob du eine toxische Beziehung führst oder nicht. Du alleine kannst es fühlen. Und wenn du dich der intuitiven Stimme deines Herzens verpflichtest, immer und immer wieder, bis sich die Schleier deiner anhaftenden Ego-Stimmen lichten, wirst du immer intensiver spüren, ob du den Weg aus der Beziehung hinaus oder in die Beziehung hinein gehen solltest.

Übrigens: Die intuitive Stimme deines Herzens wird gerne einmal mit 1000 widersprüchlichen Gefühlen verwechselt, von denen du dir das Gefühl aussuchst, was dir am besten in den Kram passt, und es dann gerne als Herzensstimme deklarierst. Wir alle verwechseln unser Bauchgefühl gerne mal mit den Bedürfnissen und Ängsten unserer verletzten inneren Kinder. Das ist in Ordnung.

Aber unter dem Drama – in oft unerwarteten Momenten – wirst du tatsächlich eine klare intuitive Herzensstimme wahrnehmen können, die dir den Weg weist, wenn du es zulässt. Es kann sein, dass sich das Gefängnis der Beziehung, in dem du dich befindest, dann immer unerträglicher anfühlt. Oder du umgekehrt fühlst, dass euer Weg noch nicht zu Ende ist. Aber nun lass uns noch mehr Klarheit in die Sache bringen.

Müsste ich den Begriff einer ungesunden Beziehung definieren, würde ich es wohl folgendermaßen machen:

Ungesunde Beziehungen beginnen meiner Ansicht nach dort, wo wir aneinander festkleben, obwohl wir spüren, dass der Weg zu Ende ist.

Ungesunde Beziehungen beginnen meiner Ansicht nach dort, wo wir aneinander festkleben, obwohl wir spüren, dass der Weg zu Ende ist. Wo wir uns an Illusionen, Projektionen und Konzepte klammern, uns aneinander festklammern, uns noch weiter und tiefer verstricken, weil die Vorstellung und die Angst, ohne den anderen zu sein, bewusst oder unbewusst so mächtig ist, dass der Duft der Freiheit, der uns durch ein Beziehungsende entgegenweht, noch vom Gestank der Angst übertüncht wird.

Und wie kannst du sie loslassen? Wie kannst du aufhören die Giftpille zu schlucken, die du dir in diesen Beziehungen jeden Tag aufs Neue verabreichst?

Wenn du spürst, dass es an der Zeit ist, zu gehen – und dieses Gespür wird immer und immer wieder da sein, so sehr es auch auch von anderen Emotionen und von den 1000 verlustängstlichen, bangenden und hoffenden Stimmen deines Egos überlagert sein mag – und du trotzdem nicht gehen kannst, dann stell dir folgende Fragen:

1. WORIN LIEGT MEINE GRÖßTE ANGST, LOSZULASSEN?

Wenn du dir ein wenig Zeit nimmst, auf Tuchfühlung mit diesen Ängsten zu gehen, werden sich zunächst viele Stimmen der Angst zeigen. Gehe in die Meditation. Sei mit deiner Angst, lausche ihr, spüre sie, werde eins mit ihr und dringe immer weiter zu ihrem wahren Kern durch. Meistens stoßen wir dabei auf tief verwurzelte schmerzvolle Glaubenssätze und unverarbeitete Gefühle, die diese Angst schüren und um Erlösung rufen.

Wo wir Ängste wirklich im Körper fühlen, annehmen, liebevoll mit ihnen eins werden und aufhören, sie zwanghaft loswerden zu wollen, da brechen wir die Identifikation mit ihnen. Wahrscheinlich versuchst du durch das Festhalten an der ungesunden Beziehung nur das Gefühl von tiefer Wertlosigkeit zu umschiffen, auf das du stoßen würdest, wenn du die Beziehung verlassen und in ein vermeintlich tiefes Loch der Einsamkeit fallen würdest.

2. WAS MACHT MICH SO WÜTEND UND WO FÜHLE ICH MICH SCHULDIG?

Unfrieden, Wut und Schuld sind die größten Beziehungskleber und schaffen immer weiter neue ungesunde Resonanzen, die in ihrer dramatischen Ladung und Leidenschaft dann auch noch gerne mit Liebe verwechselt werden. Ein weiterer Klassiker: Tiefe Schuldgefühle, die dir suggerieren, du würdest deinen Partner im Stich lassen, wenn du ihn verlässt.

Im Kern ist das, was dich an deinem Partner so sehr schmerzt, was dich wütend macht oder dich schuldig fühlen lässt, nur ein Teil in dir, der nach Erlösung ruft.

Die tiefere Wahrheit hiervon ist: Im Kern ist das, was dich an deinem Partner so sehr schmerzt, was dich wütend macht oder dich schuldig fühlen lässt, nur ein Teil in dir, der nach Erlösung ruft. Welche verletzten, schuldigen, wütenden inneren Kinder auch dahinterstecken mögen. Heile sie. Befriede sie. Schenke Vergebung. Dir selbst und dann deinem Partner, um den Strick des Schmerzes zu lösen, mit dem ihr euch gegenseitig die Luft zum Atmen nehmt.

3. WO VERSUCHE ICH MEINEN PARTNER IN ROLLEN ZU DRÄNGEN, DENEN ER NICHT GERECHT WERDEN KANN?

Beziehungsweise: Wo steckst du in Schwelgereien, Projektionen und Illusionen fest, die dir suggerieren, dein Partner könnte deine Bedürfnisse doch noch erfüllen. All dies ist wie ein energetisches Lasso, mit dem dein inneres Kind versucht, deinen Partner doch noch dazu zu bringen, dass er es endlich so liebt, wie es sich das immer gewünscht hat. Mit diesen Illusionen versetzt du dich selbst in eine Art Koma, das dir ermöglicht, weiterhin in einer Lüge paralysiert zu sein als den Weg der Wahrheit und Befreiung zu gehen.

Kümmere dich gut um das innere Kind in dir, das einfach nicht loslassen möchte, immer wieder in Träume, Fantastereien und Projektionen verfällt und: WACH AUF! Sei klar! Nimm deine Projektionen zurück, finde Frieden und nimm durch den Weg der Selbstheilung deinen Partner dort an, wo er gerade steht. Genau. Dort wo er gerade steht. Nicht wo er stehen könnte, wenn er an sich arbeiten würde.

WACH AUF! Sei klar! Nimm deine Projektionen zurück, finde Frieden und nimm durch den Weg der Selbstheilung deinen Partner dort an, wo er gerade steht.

Aus langjähriger Erfahrung meine ich zu wissen: Die Energie, die du darin investierst, deinen Partner zu therapieren, zu ändern oder auf einen Weg der Heilung zu drängen, darfst und solltest du zu dir zurückholen und in deine Selbstheilung investieren! Alles andere ist Co-Abhängigkeit und dient in der Regel nicht in deinem Partner, sondern nur deinem sicherheitsbedürftigen Ego, das sich durch die Therapeutenrolle Macht verschaffen oder sein schlechtes Gewissen beruhigen möchte.

Tu dir also den Gefallen: Schenk deinem Partner die Freiheit von deinen Projektionen und befreie dich dadurch auch selbst von deinen ungesunden Anhaftungen und Verstrickungen.

Verpflichte dich der höheren Wahrheit der Beziehung anstatt in den Hoffnungen, Ängsten und Leiden unerfüllter Bedürfnisse deines Egos stecken zu bleiben. Schenk dir selbst einen Raum radikaler Ehrlichkeit, wo du dich und deinen Partner in Ketten legst und triff bewusst die Entscheidung, diese Ketten zu sprengen.

Dein Ludwig

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Für weitere Heil-und Coachingimpulse und Einblicke in mein Innenleben folge mir auf Instagram.

LUDWIG ist irgendwas zwischen Hippie, Hipster und Naturbursche und treibt sich am liebsten nackt in irgendwelchen Seen und Wäldern im Berliner Umland herum. In jedem Falle ist er aber sehr spirituell und sieht diesen Weg als Schlüssel zur ganz persönlichen Freiwerdung an … losgelöst von allen destruktiven Konditionierungen, Glaubenssätzen und Selbstmanipulationen. Mehr schön verpacktes Spiri-Gedöns aus den Tiefen seiner Seele findet ihr auf seinem Blog Seelenrave.

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