Was ich dir noch sagen wollte …

Ich ziehe das Handy aus meiner kleinen Ledertasche. Es ist das erste Mal seit zwei Jahren, dass dein Name als Anrufer auf meinem Display erscheint. Komisches Gefühl. Komisches Gefühl diesen einst so familiären Anblick zu sehen und kurz deine Stimme am anderen Ende der Leitung zu hören. Du bist unterwegs. In zwei Minuten bist du bei mir. „Bei mir“ ist in diesem Fall bei meinen Eltern. Wahrscheinlich rufst du an, weil du dich nicht traust bei mir zu klingeln und hoffst, dass ich mich jetzt an die Straße stelle und auf deine Ankunft warte. Weil du lieber in der sicheren Obhut von Mamis Auto bleiben willst.

Ich stehe im Flur und betrachte mich im Garderobenspiegel. Eigentlich sollte ich in meinem alten Kinderzimmer bleiben und einen Film schauen. Vielleicht das Buch lesen, das ich auf der Hinfahrt angefangen habe zu lesen. Ich könnte mich mit Freundinnen von früher treffen. Alle sind gerade in der Stadt. Das was ich auf jeden Fall nicht machen sollte ist, sich mit dir zu treffen. Eigentlich hätte ich auch gar nicht auf deine Email vor einer Woche reagieren sollen, in der du mich um ein Treffen batest. Gut, hab ich jetzt gemacht. Ist auch egal. Eigentlich ist mir das Treffen gleich ziemlich egal.

Aber irgendwie auch nicht. Nicht so richtig. Irgendwie will ich wissen, warum du mir nach all den Monaten geschrieben hast und warum du mich auf einmal wiedersehen willst. Wir haben zwei Jahre lang kein Wort miteinander gewechselt. Egal. Ich bin ganz ruhig. Ich glaube, ich sollte nervös sein, aber das bin ich gar nicht. Oder ich bin so nervös, dass sich meine Nervosität in absolute Ruhe umgewandelt hat. Ich schaue mich im Spiegel an und fühle mich irgendwie leer und vollkommen emotionslos. Liegt vielleicht auch daran, dass ich mich gestern wie ein kleines Mädchen, das vom Fahrrad gefallen ist und sich das Knie aufgeschlagen hat, geheult habe, bevor ich endlich in meiner alten Diddl-Bettwäsche einschlafen konnte. Zum Glück sind meine verquollenen Augen inzwischen wieder zur normalen Größe zurückgeschwollen und für heute Abend akkurat von mir in Szene gesetzt worden. So wie Carrie, als sie Aidan am anderen Ende der Welt wiedersieht und mit ihm essen geht.

Nach zwei Jahren absoluter Funkstille habe ich dich gestern Abend zum ersten Mal wiedergesehen. Ich wusste, dass es irgendwann unvermeidbar sein würde. Ich konnte die vielen Feiertagstreffen in der Heimat nicht ewig meiden, in der Angst dir zu begegnen. Das wollte ich auch gar nicht. Jonas hatte mich schon vorgewarnt und mir gesagt, dass du  da sein würdest, bevor ich deine Email erhalten habe. Ich glaube, du weißt gar nicht, dass Jonas und ich Kontakt haben. Wir sehen uns regelmäßig seit wir beide in Berlin wohnen. Wir treffen uns manchmal auf einen Kaffee oder ein Bier, gehen zusammen ins Kino, reden so über dies und das. Niemals über dich. Nein, zwischen uns ist wirklich alles rein freundschaftlich. Ich wusste, dass dein bester Freund nicht weiß, warum wir uns eigentlich getrennt haben und ich wollte es ihm auch nicht sagen, aber letztens war es irgendwie unvermeidbar. Ich wollte dich nicht schlecht machen. Ich wollte aber auch nicht mehr das dumme Ding sein, auf das du irgendwann keinen Bock mehr hattest. Ich glaube, so hast du es damals hingestellt. Du hast ja nie mit jemandem über unsere Beziehung geredet. Wir waren laut dir ja auch nie richtig zusammen. War alles einfach nie so dein Ding.

Ich muss ungefähr 10 Minuten lang auf meinen Bildschirm gestarrt haben, bevor ich mich getraut habe deine Email zu öffnen. 10 lange Minuten, in denen ich mir nicht ganz sicher war, ob mein Mailprogramm einen Fehler gemacht und versehentlich eine alte Email aufgerufen hat. Ich habe immer wieder kurz weggeschaut und dann wieder zurück, um mich zu vergewissern dass dort wirklich dein Name stand. Ich hatte Angst. Ich hatte verdammt große Angst, die an mich gerichteten Zeilen zu lesen und zu sehen, was du mir nach einer schmerzhaften Trennung und zwei Jahren Funkstille zu sagen haben würdest. Keine Ahnung. Statt deine Email zu öffnen musste ich natürlich erstmal nachdenken. Denken ist ja immer ganz toll in solchen Momenten. Ich musste erstmal darüber nachdenken, was potentiell in der Email stehen könnte und wie ich potentiell auf das Geschriebene reagieren würde. Das große „Was wäre wenn?“ Spiel. Mir ging alles Mögliche durch den Kopf.

Worst-case-scenario Option 1: Du hast jemanden kennengelernt, ihr werdet heiraten, du willst mich persönlich darüber informieren, bevor ich es von jemand anderem erfahre.

Worst-case-scenario Option 2: Du bist Vater geworden oder wirst es demnächst und willst mich persönlich darüber informieren, bevor ich es von jemand anderem erfahre.

Komisch, dass das meine ersten beiden Gedanken waren. Konnte ja auch etwas Positives sein. Eher nicht. Magenkrämpfe. Warum ist es hier drin nur so heiß?! Ich wollte dich ignorieren und so tun als hätte ich deine Email gar nicht bekommen. Machte bei den heutigen technischen Standards keinen Sinn, aber geht nicht doch manchmal etwas verloren? Spam-Ordner oder so? Scheiße. Ich las deine Zeilen. Ich wartete einen Tag, bevor ich antwortete und schrieb, dass ich überrascht sei von dir zu hören und eigentlich kein Bedürfnis hätte dich zu sehen (was natürlich völlig gelogen war). Aber wenn du unbedingt wolltest, könnten wir uns die Tage treffen. Ganz wichtig zu verdeutlichen, dass es von dir ausging. Bloß nicht zu emotional wirken. Natürlich war das super kindisch, aber ich konnte meinen verletzten Stolz nicht unterdrücken. Du hast mich damals so verletzt.

Ich habe ein gutes ¾ Jahr gebraucht, um nicht mehr jeden Tag an dich zu denken. Das weißt du natürlich nicht. Ich habe alle Phasen von Liebeskummer durchgemacht, die man so kennt. Du hättest dir damals wirklich keinen schlimmeren Zeitpunkt aussuchen können, dich von mir zu trennen. Klar, unsere Beziehung war schon lange alles andere als harmonisch, aber da war immer dieses gewisse Etwas zwischen uns, das uns trotz der räumlichen Distanz von 300 km zusammengehalten hat. Ich hatte zwischendurch auch mal daran gedacht es zu beenden, aber irgendwie konnte ich nicht. Du warst „Der Eine“. Hättest du es in einem dieser Momente beendet, hätte ich wahrscheinlich gesagt: „Ja, du hast recht, war schön mit dir aber lass uns woanders unser Glück suchen.“ Aber nein. Das waren genau die Momente in denen du mir sagtest wie sehr du mich brauchst und vermisst.

So kitschig es klingt, für mich ist damals eine Welt zusammengebrochen. Ich habe geweint, getrunken, mich bemitleidet, getrunken, exzessiv gefeiert, getrunken, mich mit anderen Männern abgelenkt, mit ihnen getrunken, Männern für immer und ewig abgeschworen, mich vollkommen von meinem Trennungsschmerz einnehmen lassen und mich von meinen Freunden zurückgezogen. Ich wollte depressiv sein. Vor allem wollte ich nicht ohne dich sein. Irgendwann ging es mir besser. Ich habe die Erinnerungen an dich in einer Kiste im Keller verstaut, alle Fotos gelöscht, unsere virtuelle Freundschaft aufgelöst und deine Nummer aus meinem Handy verbannt. Nein, ich konnte sie nicht auswendig. Ich habe aufgehört mir Fotos von dir im Internet anzuschauen, ich habe mir keine Videos mehr auf youtube angeschaut und ich habe nicht mehr die Seiten deiner Freunde durchforstet, nach möglichen Infos über dich. Nach einem ¾ Jahr war ich endlich clean. Ich bin nach Berlin gezogen, habe neue Freunde kennengelernt und bin einem wundervollen Mann begegnet. Er ist das genaue Gegenteil von dir.

Und dann meldest du dich aus heiterem Himmel.

Ich warte draußen in der Dunkelheit auf dich. Kommt mir ganz gelegen, dass es nicht so kalt ist. Auch wenn mir das Treffen eigentlich egal ist – hatte ich das schon gesagt? – habe ich mich zurecht gemacht. Nur ein ganz kleines bisschen. Zumindest so weit, dass ich für einen ganz normalen „freundschaftlichen“ Wiedersehens-Drink nicht zu overdressed wirke, aber eben auch so dass du siehst, dass ich seit unserer Trennung nicht unbedingt unattraktiver geworden bin. Klassischer Fall von „Schau her was du hast gehen lassen, du Penner!“

Du fährst in einem alten schwarzen Mercedes vor. Das Licht im Innenraum leuchtet kurz auf, als ich die Beifahrertür öffne und zu dir ins Auto steige. Ein kurzes „Hi“ von beiden Seiten. Ich fummel direkt mit dem Gurt herum, um etwas zu tun zu haben und mich nicht für eine Begrüßung zu dir rüber beugen zu müssen. Für eine Berührung ist es definitiv noch zu früh. Du fährst los. Scheiße, siehst du wieder gut aus. Hab ich gesehen, als das Licht kurz aufblitzte. Scheiße. Scheiße, scheiße, scheiße.

Ich versuche mich in einer möglichst lässigen und total entspannten Position auf dem Beifahrersitz zu platzieren und tue so, als hätte ich eigentlich gar keine Lust jetzt hier mit dir im Auto zu sitzen und als würde es gerade mega meine Zeit rauben sich mit dir zu treffen (was natürlich völlig gelogen ist). Könnte alles stilvoller und unverkrampfter aussehen, glaube ich, aber scheiß drauf. Ist mir ja eigentlich auch egal.

„Cooler Wagen.“

Yeah, richtig gut. Das waren in meiner Vorstellung immer genau die Worte, die ich bei unserer ersten Begegnung an dich richten wollte. „Cooler Wagen.“ Weil ich ja auch so viel Ahnung von Autos habe und ja sowieso so ein großer Fan von alten Autos bin. Scheiße. Aber hey, alles ist cool. Eigentlich ist es mir egal, weil du mir egal bist und ich sowieso scheiß tiefenentspannt bin.

„Danke, ist mein Wagen. Hab‘ ich mir letztens gekauft.“

Aha. Du hast dir also in Auto gekauft. Machst jetzt einen auf erwachsen. Schön für dich.

Wir versuchen die Fahrt bis zur Bar keine peinliche Stille aufkommen zu lassen und unterhalten uns so, als hätte es die letzten zwei Jahre nie gegeben. Totale Heuchelei auf beiden Seiten. Wir scherzen, lachen und tun so, als sei die Situation gerade überhaupt nicht merkwürdig und absolut unangenehm.

Du bestellst ein Bier, wie immer. Ich bestelle eine Weißweinschorle. Eigentlich will ich eine ganze Flasche Wein haben und sie runterwürgen, aber ich glaube das ist keine gute Idee. Ich hoffe, die Kellnerin mit dem komischen Glitzergedöns auf ihrem Kopf beeilt sich. Wir sitzen auf dem dunkelroten Ecksofa quasi nebeneinander – aber so dass eine Person noch locker zwischen uns sitzen könnte – und schweigen uns an.

Filmischer Moment No. 1: Würde man sich die loungigen Jazzklänge im Hintergrund wegdenken, könnte man die allseits bekannten Grillen zirpen hören und die karge Wüstenlandschaft sehen. Unangenehm.

Ich zittere. Warum zittere ich denn jetzt? Ich müsste doch eigentlich tiefenentspannt sein. Warum schaffst du es immer noch mich so nervös zu machen? Ich ärgere mich. Vor allem über mich selbst. Darüber, nicht bei meinem Film oder Buch zu sein und mich doch mit dir getroffen zu haben. Darüber, nicht mehr so emotionslos zu sein wie noch vor wenigen Minuten. Darüber, dich anscheinend immer noch so verdammt attraktiv und anziehend zu finden wie damals und meine Augen in jeder unbemerkten Sekunde über deinen Körper streifen zu lassen. Wie entspannt du neben mir sitzt. Wo ist meine scheiß Weinschorle?!

Ich wusste, dass du gestern Abend schon vor mir da warst. Meine Freundin hat dich gesehen und mich vorgewarnt. Sie hasst dich. Ich glaube, jeder meiner Freunde hasst dich. Aber das ist ja normal. Ich dachte eigentlich, ich würde cool reagieren, wenn ich dich wiedersehe. Weil bei mir gerade alles cool ist. Als es so weit war, habe ich ein ganz kleines bisschen anders reagiert als geplant. Mein Herz ist stehengeblieben. Ich habe mich hinter einem Bartisch versteckt. Hinter einem Bartisch! Naja, ich habe mich eigentlich eher geduckt als versteckt. Okay, auch beim zweiten Mal Revue passieren lassen ist es immer noch peinlich.

Ich hatte seit Monaten keinen Gedanken mehr an dich verschwendet. Ich bin unglaublich glücklich in meiner jetzigen Beziehung. Wir wohnen seit einem halben Jahr zusammen. Wir haben über’s heiraten gesprochen, über Kinder. Es stimmt, das Kribbeln das ich hatte als wir uns damals kennengelernt haben – vor auf den Tag genau vier Jahren, als wir in der Heimat waren – hatte ich bei ihm nicht. Aber ich habe ja gesehen, wo mich diese scheiß Schmetterlinge hingeführt haben. Gestern waren sie alle wieder da. Scheiße. Scheiße, scheiße, scheiße.

Wenn du mir etwas zu sagen hast, rede. Du wolltest dich schließlich mit mir treffen. Gott sei Dank, die Weinschorle. Juhu! Wir stoßen kurz an, auf was auch immer und trinken endlich. Du siehst auch erleichtert aus, endlich etwas in den Händen zu haben. Bist du nervös? Krass, du bist ja auch nervös. Kenne ich gar nicht von dir. Ich atme einmal tief durch und bereite mich auf die worst-case-scenarios vor. Irgendwas Schlimmes muss heute noch passieren, bisher war alles viel zu trügerisch harmonisch. Das Glas bleibt besser erstmal in meiner Hand. Ich nippe nochmal kurz am Getränk. Ziemlich schwach, die Schorle. Ich hätte besser einen richtigen Wein nehmen sollen. Verdammt.

Du beendest die peinliche Stille und entschuldigst dich. Ich glaube erst, mich zu verhören, aber du redest weiter und entschuldigst dich nochmal. Zum ersten Mal nach all den schmerzvollen Monaten voller unausgesprochener Dinge zwischen uns, schaffen wir es uns auszusprechen und unsere Trennung aufzuarbeiten. Du wirkst auf einmal so anders. So erwachsen. Neue Stadt, fester Job mit Verantwortung, gutes Gehalt, Auto. Bist du wirklich die selbe Person, die damals unter einer Essenseinladung einen Ausflug in die Mensa verstanden hat? Ich traue mich nicht dich anzusehen und starre die ganze Zeit auf den Boden. Ich spüre, dass du mir Blicke zuwirfst. Einmal schaue ich auf.

Filmischer Moment No. 2: Unsere Blicke treffen sich. Wir halten sie einen Tick zu lange. Es knistert gewaltig. Warum ist es hier drin nur so heiß?!

Meine imaginierten Szenarien waren natürlich völlig übertrieben. Halleluja! Du hast seit drei Monaten eine Freundin, scheint aber nichts ernstes zu sein. Dich überrascht, dass ich mit meinem Freund zusammenwohne. Was hast du denn gedacht? Dass ich ewig auf dich warte? Bis du erwachsener geworden und bereit für eine feste Beziehung bist? Nein. Wir beenden unser Wiedersehen an dieser Stelle. Das wohlige Gefühl der Genugtuung durch deine lang ersehnte Entschuldigung mischt sich mit Verwirrung. Hab ich mir irgendwie anders vorgestellt. Du fährst mich nach Hause. Die Rückfahrt ist deutlich entspannter. Liegt auch an dem Glas Wein, das ich mir nach der Schorle bestellt habe.

Als du in meine Straße biegst frage ich mich, wie wir uns gleich verabschieden werden. Vielleicht bringst du mich zur Tür. Einfach aussteigen und gehen wäre das beste. Ja, so werd ich’s machen. Du parkst. Alles ist dunkel. Kurze Stille. Ich will aussteigen, aber irgendwie auch nicht. Wie wir verbleiben? Keine Ahnung, wir können ja versuchen sowas wie Freunde zu werden und in Kontakt bleiben. Junge junge, wo kam das denn her? Dümmster Satz ever. Egal. Wir können uns ja melden, sollte der eine Mal in der Stadt des anderen sein. Hannover und Berlin sind ja keine Welten voneinander entfernt. Klingt machbar. Ich beuge mich zu dir rüber und umarme dich. Du drückst mich fest an dich. Scheiße, warum riechst du nur so gut? Ich merke, wie sehr ich deinen Geruch vermisst habe. Ich grabe meine rechte Hand in deine Haare.

Filmischer Moment No. 3: Wir lösen uns aus unserer Umarmung und entfernen unsere Köpfe so langsam voneinander wie es nur irgendwie möglich ist ohne aufzuhören sich zu bewegen.

Wir wissen beide, was gleich aller Wahrscheinlichkeit nach passieren wird, aber auf gar keinen Fall (wirklich unter gar keinen Umständen) passieren darf. Wir schauen uns an. Einen Tick zu lange. Du gibst mir einen sanften Kuss auf die Stirn. Ich küsse dich auf den Mund. Verdammt! Ich löse mich aus deiner Umarmung, schnappe meine Tasche, mache dir Tür auf – kacke, total vergessen dass das Licht angeht – und hüpfe unbeholfen aus dem Auto. Hätte auf jeden Fall eleganter sein können. Ist mir jetzt auch gar nicht mehr so egal.

„Wir hören uns.“ Sage ich.
„Alles klar.“ Sagst du.

Tür zu. Du wartest noch einen kurzen Moment, bis ich an der Haustür bin und fährst dann in der Dunkelheit davon. Ich stehe noch ein paar Minuten draußen. „Wir hören uns.“ Das ist ja richtig gut gelaufen. Ich hätte einfach nicht auf deine Email reagieren sollen. Ich hätte mein dummes Buch lesen sollen. Ich hätte mich auf jeden Fall nicht mit dir treffen sollen. Scheiße. Scheiße, scheiße, scheiße.

Ach ja, was ich dir noch sagen wollte: Ich glaube, ich liebe dich immer noch …

Michèle ist ein klassisches Generation-Y Kind. Sie hat alles mögliche ausprobiert und weiß inzwischen ganz genau, was sie nicht will. Momentan lebt sie in Berlin, studiert irgendwas mit Kultur und macht irgendwas mit Medien. Sie hasst es, wenn Menschen nach ihrem Beruf beurteilt werden. Vielleicht wandert sie irgendwann in ein wärmeres Land aus. Mal gucken.

Headerfoto: Lilit Matevosyan via Creative Commons Lizenz!

imgegenteil_Michele

3 Comments

  • orphelia sagt:

    Diese Geschichte, egal wie traurig sie auch ist, gibt mir Kraft. Nicht alleine zu sein. Das jemand genau das durchgemacht hat, womit ich mich im Moment quäle…
    Danke dafür.

  • Leah sagt:

    Das hätte ich sein können. Nur sind aus 2 Jahren 6 geworden und Hannover hat sich in Hamburg verwandelt.
    Danke! Für einen Moment Vergangenheit!

  • Absolut großartiger Artikel! Als Autor hält man ja gerne ein wenig damit hinterm Berg, wie viel in den eigenen Geschichten nun der Wahrheit entspricht. Ich bin aber der Meinung, dass man nur authentisch sein kann, wenn man auch Autobiografisches zulässt. Und diese Geschichte konnte ich mir wirklich bildhaft vorstellen 😉

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