Was ich Dir noch sagen wollte …

Schweigen ist für mich die verletzendste Form der Kommunikation. Denn sie lässt einen nicht wissen, woran man ist. Plötzlich beginnt das Kopfkino und damit das stete Zweifeln an sich selbst und dem Gegenüber.

Es ist so schade. Denn Schweigen entfernt uns so sehr voneinander. Dabei wäre ich Dir gerne endlich wieder näher gekommen. Zu viel ist in den vergangenen Wochen zwischen uns kaputtgegangen. Anstatt wieder zueinander zu finden, haben wir uns immer weiter voneinander entfernt. Was ist nur passiert, dass es so kommen konnte? Die Basis war doch da: Ich mochte Dich, Du mochtest mich.

Schweigen entfernt uns so sehr voneinander. Dabei wäre ich Dir gerne endlich wieder näher gekommen.

Wieso sprichst Du nicht mehr mit mir? Wieso fällt es Dir so schwer in Worte zu fassen, was Du fühlst und denkst? Sag mir doch endlich, was los ist, woran ich (nicht) bin, was Dich bewegt, was Dich Abstand nehmen lässt von mir. Ich würde Dich so gerne verstehen. Warum lässt Du mich nur mit all diesen Fragen alleine?

Als würde Dein Schweigen alles besser machen. Einfach nicht darüber sprechen. Die Probleme verschwinden dann von alleine. Als ob es jemals so einfach gewesen wäre. Dein Schweigen macht es so schwer, noch an uns zu glauben, aber so einfach, Dich loszulassen.

Zu oft bin ich schon auf Dich zugegangen. Diese anhaltende Stille gibt mir keinen Antrieb mehr. Es erlischt jedes letzte Fünkchen Hoffnung. Lethargisch warte ich ab, ob ich jemals nochmal ein Zeichen von Dir bekomme. Innerlich kenne ich aber schon längst die Antwort. Ist es wirklich das, was Du willst?

Ich habe das Gefühl, Du möchtest mich mit Deinem Schweigen bestrafen und im Ungewissen stehen lassen. Du weißt genau, wie wichtig mir Kommunikation, Klarheit und Offenheit sind. Wie sehr mir diese Komponenten Sicherheit in einer noch so unsicheren Beziehung geben. Denn sie zeigen mir, dass ich an uns glauben kann; dass wir uns einander wichtig genug sind, um miteinander offen und ehrlich zu kommunizieren; über das, was wir fühlen und was wir uns wünschen.

Ein ewiges Warten darauf, dass doch wieder nichts passiert.

Diese Stille. Diese anhaltende Stille. Ich kann das so nicht mehr. Diese Ungewissheit treibt mich in den Wahnsinn. Ein ewiges Warten darauf, dass doch wieder nichts passiert. Ich muss die Funkstille endlich durchbrechen.

Noch so viel habe ich Dir zu sagen – in Gedanken. Und durch Dein Schweigen sind bereits so viele Worte unterwegs verloren gegangen. Denn es gibt keine Chance mehr, sie mit Dir zu teilen. Also versuche ich es auf diesem Wege und nehme damit Abschied von Dir, von mir, von uns. Von einer Zukunft, die nie unsere gemeinsame war.

Ich hätte mir ein klärendes Gespräch mit Dir zum Abschied gewünscht, um ein definiertes Ende für unsere gemeinsame Zeit zu haben. Das wäre für Dich – und mich! – die fairste Lösung gewesen. Ich finde es fürchterlich, im Schweigen auseinander zu gehen. Ghosting nennt man das wohl heutzutage. Dein einstiges »Zigaretten-Holen« ist nun zum »Mich-Zurücklassen« geworden – mit Fragen über Fragen, ohne die Aussicht auf Antworten.

Warum bist Du nur so feige? Wovor hast du Angst? Die Wahrheit kennen wir doch schon längst beide. Also Sprich sie doch aus!

Es fehlen mir die Worte um zu beschreiben, was ich Dir noch alles sagen möchte. Eigentlich ist doch schon alles nicht gesagt.

Es fehlen mir die Worte um zu beschreiben, was ich Dir noch alles sagen möchte. Eigentlich ist doch schon alles nicht gesagt. Dein Schweigen sagt mir: Es ist vorbei. Wir sind vorbei. Wir müssen uns eingestehen, dass wir gescheitert sind. Du und ich, das funktioniert nicht.

Es war schön mit Dir. Ich danke Dir für die Momente, die wir miteinander hatten. Aber es ist nun an der Zeit zu erkennen, dass es nicht weitergehen wird. Das lässt sich nicht totschweigen, auch wenn ich es mir anders gewünscht hätte.

Headerfoto: Frau auf Wiese liegend via Shutterstock.com. (Gedankenspiel-Button hinzugefügt.) Danke dafür.

SAVINAR umrundet entweder gerade die Welt oder begibt sich auf emotionale Gefühlsreise und Erkundung ihrer selbst. Nach ein paar aufregenden Jahren im Überall und Nirgendwo hat sie sich vorerst wieder in Deutschland niedergelassen. Seit neuestem geht sie den spirituellen Weg und hofft, in ihren Meditationen Erkenntnisse zu gewinnen, um mehr Ruhe in das Gefühlschaos ihrer Gedankenwelt zu bringen.

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