Warum wir unsere Masken ablegen sollten

Frauen. Wir sind liebevoll, weiblich, mutig, stark und selbstbewusst … So treten wir zumindest nach außen auf. Aber sind wir das wirklich? Oder sind es nur Masken, die wir von Tag zu Tag tragen? Ich kenne großartige Frauen, die innerlich und äußerlich perfekt sind. Sie wirken stark, charmant und mutig. Wenn wir aber in den Soultalk-Modus einsteigen, kommt ans Licht, was diese Frauen wirklich über sich denken: „Ich habe keine Talente“, „Ich bin zu groß“, „Ich bin beziehungsunfähig“.

Ich bin immer wieder überrascht, wie wir Frauen uns sehen. Ich denke, dass sich begrenzte Glaubenssätze aus tiefen Wunden ergeben, die noch in uns sind und die wir nicht mit anderen teilen. Aus Angst, sich verletzlich zu zeigen, verschließen wir uns. Doch wenn wir nicht mit anderen über unsere inneren Geister reden, werden wir diese auch nie los.

Ich selbst war eine Meisterin darin, meine Gefühle zu verdrängen. Eine Kombination aus Liebeskummer und dem Willen, ein „nicht konformes“ Leben führen zu wollen, brachten mich an den Rand der Verzweiflung. Und das viele Jahre lang. Es begann alles mit einer Liebesgeschichte, die ich so vorher nur aus Hollywood kannte (woher auch sonst).

Wir liebten uns innig und verbrachten gefühlt unsere gesamte Jugend zusammen. Wir erlebten gemeinsam das Erwachsenwerden – den ersten Job, die ersten Verpflichtungen und alles, was dazugehörte. In diesen zehn Jahren gab es natürlich auch Hochs und Tiefs. Wir trennten uns, ich ging fort, wir konnten uns nicht loslassen, ich kam zurück. Doch wir merkten, dass Liebe manchmal nicht alles reparieren kann.

Als ich zurückkam, war alles wie immer, mit einem kleinen Unterschied: Ich war nicht mehr derselbe Mensch. Ich wollte die Welt sehen, Abenteuer erleben und ein selbstbestimmtes Leben führen. Doch mein neuer Blick auf die Welt enthielt nicht die Einsicht, dass ich damit den Menschen verletzte, den ich am meisten liebte. Denn er hatte andere Pläne für uns. Ich stieß bei ihm auf Enttäuschung und Unverständnis. Ich fühlte mich nicht mehr akzeptiert und geliebt als der Mensch, der ich bin.

Ich saß im Wartesaal des Glücks. Doch nichts geschah!

Ich habe mich dafür geschämt, anders als er zu sein. Ich dachte, das wäre nicht richtig und nicht angebracht, so zu denken und zu fühlen wie ich es tat, wollte ich doch all diese Abenteuer mit ihm erleben. Ich saß im Wartesaal des Glücks. Doch nichts geschah! Und trotz der schwer zu ignorierenden Liebe zu ihm entschied ich mich am Ende für mich selbst. Im Glauben daran, dass es mir danach besser gehen würde, konnte ich lange scheinbar mit der Enttäuschung leben, dass meine Illusion von der großen Liebe mit diesem Tag zu Ende gegangen war.

In der Zeit trug ich eine Maske. Die Maske bestand darin, in der Öffentlichkeit lustig, lebensfroh und stark zu erscheinen und dieses Gefühl an andere weiterzugeben. Ich wollte nicht, dass sich jemand Sorgen macht. Meine größte Stärke war es immer, anderen Menschen Kraft zu geben und besonders in meiner Familie der Ruhepol zu sein und diesen Schein musste ich wahren, um keine Fragen aufkommen zu lassen.

Der Job, der Alltag – alles wurde zur Herausforderung. Ich musste doch trotz allem meinen Pflichten nachkommen. Meine Angst, nicht mehr funktionieren zu können und dass alles um mich herum zerbricht, war so groß, dass ich diese Gefühle in mir einfach nicht zulassen wollte. Nun, ehrlich gesagt dachte ich außerdem, dass niemand verstehen würde, dass ich unter einem Liebeskummer litt, den ich mir selbst zuzuschreiben hatte. Dann kam auch noch dazu, dass mein Innerstes sich vollkommen dagegen sträubte, im Alltag auf Autopilot zu schalten und seine geheimen Sehnsüchte aufzugeben.

Doch kommen wir zurück zum Liebeskummer. Ich bin der Meinung, dass dieses Thema in unserer Gesellschaft unterschätzt wird. Wieso all das Drama, wenn doch eigentlich nichts Schlimmes passiert ist? Niemandem ist etwas Lebensbedrohliches zugestoßen, es gibt keine physischen Verletzungen, keine äußerlichen Schäden, also warum sollte ich mich deshalb so fertigmachen? Jedoch fühlte es sich, an als wäre damals ein Teil in mir gestorben.

Warst du jemals beim Arzt und er hat dich aufgrund von Liebeskummer krankgeschrieben?

Ich erlebte auch, dass meine Freunde mit diesem Thema überfordert waren. Wie hilft man einem guten Freund in einem solchen Moment? Man kann nichts an der Situation oder den Gefühlen der Betroffenen ändern, diese sind nicht greifbar und für den Denkenden selbst manchmal kaum interpretierbar. Es kann nichts zusammengeflickt werden, wie bei einer körperlichen Verletzung. Warst du jemals beim Arzt und er hat dich aufgrund von Liebeskummer krankgeschrieben? Nun, ich habe es nie gewagt, das mal wirklich zu versuchen. Ich nehme aber an, dass man auf große Verwunderung stoßen würde.

Als ich einen Moment der Wahrheit empfand und mich nach Jahren endlich traute, mit Freunden über meine Gefühle zu sprechen, wurde ich dafür verurteilt. Liebeskummer? Das ist doch ewig her. Selbstbestimmtes Leben? Du hast doch einen Hochschulabschluss, damit kannst du doch etwas anfangen. Also hielt ich wieder still. Damals war mir nicht klar, dass ich das falsche Umfeld um mich herum hatte. Menschen, die eben nicht so ticken wie ich und die mich, und ich mich aufgrund dessen selbst, für verrückt erklärten.

Natürlich können nicht alle Menschen auf dieser Welt meine Ansichten verstehen. Für manche sind meine Visionen fremd und nicht greifbar. Niemand kann etwas dafür. Etwas, das wir selbst nicht kennen, nie erfahren haben, können wir nicht in unserer Welt einordnen. Das führt zu Unverständnis und das verstehe ich.

Wir sollten unsere Masken abnehmen und unsere Wunden offen zeigen!

Doch es gibt auch andere Menschen da draußen. Gleichgesinnte, die uns als Mensch in unserer Verletzlichkeit und mit unseren Träumen verstehen und akzeptieren. Wir sollten unsere Masken abnehmen und unsere Wunden offen zeigen! Am Ende möchten wir uns schließlich selbst akzeptieren und wünschen uns, dass auch andere uns so nehmen, wie wir wirklich sind. Deshalb müssen wir es wagen, mit den richtigen Menschen über unsere verrücktesten Ideen zu sprechen und mit ihnen unsere Visionen gemeinsam weiterspinnen. Nur so nehmen unsere Sehnsüchte irgendwann Form an.

Und die inneren Wunden? Nun, die müssen schließlich, wie eine richtige Wunde auch, verarztet werden. Wenn du dich am Knie verletzt, ist das Erste, was du tust, die Wunde zu desinfizieren. Nur so kann sie auch vernünftig heilen. Das Gleiche sollten wir mit unseren inneren Wunden tun. Indem wir unseren Schmerz mit anderen teilen und keinen Schleier darüber legen, können wir ihn einordnen und neutralisieren. Diese Offenheit gibt uns die Möglichkeit, aus unserer Ecke zu kommen, in die wir uns im Kummer so gern verkriechen, und gibt anderen die Möglichkeit, uns die Hand zu reichen, damit wir daraus klüger werden, uns weiterentwickeln, gestärkt Fehlschlägen entgegentreten und so am Ende auch wieder Erfolge feiern.

Doch meine Geschichte hat tatsächlich ein Happy End.

Doch meine Geschichte hat tatsächlich ein Happy End. Ich nahm unsere schmerzhafte Lovestory und wandelte sie in meine Inspirationsquelle um. Denn das Ganze hat, wie alles im Leben, auch etwas Schönes. Ich bin dankbar dafür, früh in meinem Leben einem Menschen begegnet zu sein, der mir Unglaubliches auf meinen Lebensweg mitgegeben hat und mich jetzt darüber schreiben lässt. Und nicht nur das.

Aufgrund meiner Erfahrung habe ich „The Circle of Wonderwomen“ gegründet. Ich glaube daran, dass in uns allen eine Wonderwoman steckt. Mit all unseren Erfahrungen, Wunden und Träumen, solange wir wir sind. Wir haben nur manchmal einfach nicht den Mut, sie rauszulassen. Dabei kann das richtige Umfeld eine große Hilfe sein.

Ich wünsche mir, dass andere Frauen sich in ihrem Leben nicht durch falsche Glaubenssätze in der Form selbst ausbremsen, wie ich es jahrelang getan habe. Denn in unserer Verletzlichkeit liegt unsere größte Stärke. Mit deiner Verletzlichkeit und Offenheit, mit Vertrauen und Ehrlichkeit, berührst du andere in ihrem tiefsten Kern und inspirierst sie hoffentlich dazu, ein authentisches Leben zu führen.

Ich möchte, dass du endlich siehst, wie wundervoll du wirklich bist. Wie viele großartige Chancen auf dich warten und dass du alles in dir hast, was du brauchst, um glücklich zu sein. Denn ob du es glauben magst oder nicht, in dir steckt mehr als du gerade erkennen kannst.

Also: Wenn du das nächste Mal vor einer wichtigen Entscheidung stehst, dann frage die Wonderwoman in dir, wie sie reagieren würde und diese noch kleine Heldin in dir wird antworten! Ganz sicher!

Falls du mal an einem Wonderwoman-Circle teilnehmen möchtest, dann findest du auf  Facebook meine Veranstaltungen. Ich freue mich, wenn du dabei bist.

In diesem Sinne: Take action and make your life amazing!

Deine Dani

Daniela Batista dos Santos ist die Gründerin von The Circle of Wonderwomen. In ihren Circles bringt sie Frauen zusammen, die sich gegenseitig inspirieren und Mut machen, den persönlichen Wunschweg zu finden und ihn auch zu leben. Sie ist davon überzeugt, dass in jeder Frau eine Wonderwoman steckt. Und das möchte sie in allen Frauen, die ihr Circle besuchen, entfachen. Außerdem bietet sie ihre Meditationserfahrungen aus ihrem zweimonatigen Aufenthalt in Bali für Gruppen oder Einzelpersonen an. Du findest ihre Veranstaltungen auch auf Facebook.

Headerfoto: Mädchen in Blumenfeld via Shutterstock! („Wahrheit oder Licht“-Button hinzugefügt.) Danke dafür.

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