Warum ich nicht gerne übers Vegansein rede

Auf meinem Blog gibt es mittlerweile unzählige vegane Rezepte. Auf Instagram poste ich Bilder von Mandelmilch, Buddha Bowls und fleischlosen Burgern. In meinem Einkaufswagen finden sich nur pflanzliche Produkte. Und trotzdem muss ich jetzt eines loswerden: Ich spreche nicht gerne darüber, vegan zu sein.

Sobald ich mich mit anderen an den Tisch setze, weiß ich, dass das Gespräch früher oder später unweigerlich auf dieses „vegan“ kommen wird. Egal ob in der Arbeit, auf Partys oder unterwegs – mein Essverhalten scheint neugierig zu machen. „Ach so, was isst du denn dann noch?“ – „Das kann man doch kaum durchhalten. Für mich wäre das nichts.“ – „Aber ohne Fleisch und Milch bekommst du doch gar kein Eiweiß, oder?“ Die Reaktionen sind sehr oft dieselben. Veganismus scheint – obwohl in den Medien und auch im Supermarkt immer präsenter – doch noch nicht ganz in der Gesellschaft angekommen zu sein.

Mir liegt nichts daran, überzeugte Fleischesser zu „bekehren“.

Und ich muss zugeben: Nach einigen dieser Gespräche sinkt bei mir die Motivation, mich über das Wie und Warum auszutauschen. Damit meine ich nicht generell, sondern mit den typischen Zweiflern. Viele Leute sind wirklich interessiert an veganem und gesundem Essen. Sie finden es spannend, Neues zu lernen und Erfahrungen zu teilen. Doch andere fühlen sich durch einen Veganer am Tisch einfach nur auf den Schlips getreten. Mir liegt nichts daran, überzeugte Fleischesser zu „bekehren“ und ich bekomme auch keine Provision von der Vegan-Liga, wenn ich jemandem Veganismus besonders schmackhaft mache. Auch verurteile ich niemanden für sein Essverhalten. Dennoch scheinen das leider immer noch viele zu denken.

Die Reaktionen auf meinen fleisch-, milch- und eilosen Teller reichen von neugierig und wohlwollend bis hin zu spöttisch und vorwurfsvoll. Obwohl ich mir mittlerweile angewöhnt habe, sachliche Antworten zu geben und lediglich von meiner eigenen Erfahrung zu berichten, hält das einen Anti-Veganer leider kaum davon ab, endlos mit mir über dieses Thema sprechen zu wollen. Es muss wohl nicht erwähnt werden, dass diese Gespräche meist recht ermüdend sind und niemanden weiterbringen.

Bitte lasst mich einfach mal in Ruhe essen!

Liebe Zweifler, ich kann deshalb nur eines sagen: Ich esse kein Fleisch, keine Milch und keine Eier – trotzdem behaupte ich nicht, ich wäre ein besserer Mensch. Mit meiner Ernährung verfolge ich Ziele, die mir persönlich wichtig sind und bei denen ich denke, dass sie es wert sind, verfolgt zu werden – von mir. Das bedeutet nicht, dass ich andere Menschen verurteile, sie unbedingt ändern möchte oder ständig nachfrage, warum sie tierische Produkte essen wollen. Also bitte lasst mich einfach mal in Ruhe essen!

Neben einigen negativen Erfahrungen, über die ich hier kurz angerissen habe, gab es aber auch bereits viele sehr interessante und konstruktive Gespräch über Veganer. Ich habe zwar keine Lust, mich ständig rechtfertigen zu müssen, aber ich finde es gut, das Thema Veganismus mehr in den Fokus der Leute zu bringen – darum geht es mir auch auf meinem Blog.

Leonie ist gebürtige Bayerin, spricht Hochdeutsch aber mit Bravour. Im Herzen ist sie Träumer, Idealist und Geschichtenliebhaber. Wer ihr etwas Gutes tun will, erzählt ihr eine Geschichte mit perfekter Spannungskurve. Auf ihrem Blog Glowing schreibt Leonie über einen grünen Lifestyle, zaubert vegane Gerichte und erklärt, weshalb Fair Fashion ihren Preis wert ist. Beruflich hängt sie viel im Netz und auf Instagram herum und ist immer auf der Suche nach dem neuesten Online-Trend – man könnte sonst ja etwas verpassen.

Headerfoto: Frau isst Nudelsuppe via Unsplash.com! („Gesellschftsspiel“-Button hinzugefügt.) Danke dafür.

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