Von den Zweifeln an der Pille

Ich habe kürzlich eine deepe Debatte mit meinem besten Freund geführt. Es ging um Verhütungsmittel. Einer von uns nahm seit 17 Jahren die Antibabypille, der andere wusste nicht einmal, was genau die eigentlich macht. Es darf nicht schwer zu erraten sein, wem von beiden plötzlich die Schweißtropfen auf der Stirn standen. Unangenehme Gespräche – früher oder später müssen sie geführt werden.

„Ja“, sage ich, „auf den Mann, der mich nicht fragt, ob ich die Pille nehme, sondern wissen will, wie ich sie vertrage, warte ich schon lange.“ Dabei spreche ich Männern per se das Interesse daran nicht ab, nur glaube ich, dass die Einnahme zusätzlicher Hormone für die Frau einfach eine ganz selbstverständliche Angelegenheit geworden ist. Wenn ich Hunde sehe, die gegen Bäume pinkeln, frage ich mich auch nicht, wie sie sich wohl fühlen, wenn ihnen andere dabei zusehen. Wäre ein Mann jedenfalls mal bereit, mir die Frage nach dem wie zu stellen, würde ich ihm etwas von Müdigkeit, Gewichtsproblemen, schmerzenden Brüsten und einer gestörten Libido erzählen. Je nach Zyklusphase fühle ich mich entweder mega sexy oder mega ugly. Mein Gemütszustand ist abhängig von 64 mg pro Monat. Das muss frau erst mal verdauen, noch vor dem Schlucken.

Ich zweifle schon lange, ob die Pille für mich das richtige Verhütungsmittel ist, allerdings sind die Alternativen ohne Hormone bisher keine Option. Es ist eine sehr persönliche Entscheidung. Das versuche ich auch meinem besten Freund zu erklären, der sich derweil noch einen Schnaps zum Cappuccino bestellt. „Warum setzt du die Pille denn nicht einfach ab, wenn du unter den Nebenwirkungen so sehr leidest?“, fragt er, mit einer leichten Vibration in der Stimme. Irgendwie süß, dass diese Milchschaumschnute jetzt ernsthaft versucht, sich in meine weibliche Lage zu versetzen, weshalb ich mich bemühe, ehrlich zu antworten. „Ganz einfach“, sage ich und lege dabei sachte meine Hand auf seinen Unterarm, „weil die Pille natürlich auch enorme Vorteile bringt. Nicht auszumalen, was passiert, wenn ich meinen Eierstöcken freie Fahrt geben würde. Mein Zyklus ist mit der Pille regelmäßig und meine Menstruation weniger stark und schmerzhaft.“ Ach ja, schwanger werden möchte ich natürlich auch noch nicht, aber das vergesse ich in diesem Zusammenhang oft zu erwähnen und das hat eine bestimmte Ursache.

Ich nehme die Pille, seitdem ich 13 Jahre alt bin. Nicht weil ich schon so früh sexuell aktiv war, sondern weil sie von Frauenärzten auch gerne Mädchen verabreicht wird, die mit Unterleibsschmerzen während ihrer Menstruation zu kämpfen haben. Schmerz lass nach. Zudem versprach man mir schönere Haare und eine reinere Haut. Ein Sonderangebot mit Komplettpaket für die pubertierende Kleine mit dem Traum von Körbchengröße C. Wenn Mutti und Arzt also sagen, das ist gut für dich, dann fragst du eben nicht noch mal nach. So war es jedenfalls bei mir. Es mag bizarr klingen, aber in meinem Kopf ist die Verhütung tatsächlich nur ein gewünschter Nebeneffekt, nicht aber der Grund, dieses Wunderzeug zu nehmen.

Nach all den Jahren gewöhnt man sich dann daran, man kennt gar nichts anderes mehr. Eigentlich auch nicht seinen Körper. Mittlerweile ist da nur noch die Angst vor dem, was passiert, wenn ich die Hormonproduktion mir selbst überlasse. Heute wünschte ich, ich wäre vor dem Ersteinwurf in einem reiferen Alter gewesen. Die Risiken (ach nö, vielleicht Thrombose, aber hui, dafür vielleicht kein Eierstockkrebs) konnte ich damals nicht richtig abwägen. Wer kann das überhaupt?

Mein bester Freund sieht mich derweil ein wenig mitleidig an, dabei gebe ich ihm vor allem eines zu verstehen: Mir hilft es darüber zu sprechen, auch mit Männern in ein offenes Gespräch darüber zu gehen. Mein Körper und ich, wir sind nicht perfekt. Möglicherweise ist genau das der Ansatz, den ich brauche, um eine Entscheidung zu treffen. Die Tage meiner Pille sind nun wohl bald wirklich gezählt.

Wir fragen uns: Wie haltet ihr das mit der Pille? Nehmt ihr sie noch? Fühlt ihr euch wohl dabei? Welche Alternativen funktionieren für euch? Und Männers: Habt ihr eigentlich Bock auf das Thema oder ist das eher Frauensache? Schreibt uns doch gerne einen Kommentar.

23 Comments

  • Catharina sagt:

    Ich habe die Pille auch jahrelang genommen. Gestartet wegen schlechter Haut mit ich glaube 15 Jahren. Ich hatte verschiedene Pillen, weil meine Akne immer mal besser, aber auch schlechter wurde. Gewechselt habe ich weil ich Depressionen bekam. Nun bin ich seit circa 5 Jahren pillenfrei. Happy. Keine Depris und meine Haut hat sich seit 2 Jahren normalisiert und eingependelt. Das hat aber auch 3 Jahre gedauert. Puh. Ich rate von der Pille ab und rate eine andere Verhütungsmethode. Und nicht wegen schlechter haut daut anzufangen. Da lag das Problem zwar bei den Hormonen, lässt sich jedoch auch gesünder lösen. Ggf. auch ein Grund, warum ich mich heute mit detox, Psychologie und Fitness beschäftige. 😉 Schönen Abend an alle. Catharina

  • MARIE sagt:

    Ich habe die Pille viele Jahre lang genommen, insgesamt zwei Mal nach Trennungen abgesetzt – und bleibe jetzt seit zwei Jahren dabei, ohne Hormoneinnahme zu verhüten. Mir geht es unglaublich viel besser, mit Pille fühlte ich mich irgendwie betäubt, oder dumpf. Regelprobleme hatte ich mit und ohne nie, Haut und Haare sind auch je nach Stresslevel ok. Ein wirklich krasses Zeichen der Pillen-Auswirkungen: nach Absetzen beides mal über 6 Monate keine Periode, hui, da kommt man schon ins Schwitzen.
    Und: Ohne Pille – Libido olé, Sex macht Spaß und ich hab Bock drauf, schönes Gefühl.

    Zu den männlichen Wesen: Die Männer (ob Liebes-Dings oder einfach Freunde), mit denen ich über die Pille geredet haben, fanden es alle (!) besser, sie als Frau nicht zu nehmen, und ziehen sich dafür gerne Verhüterlis an.
    Wehmutstropfen Verhütung: Seit 2 Jahren nur mit Kondomen, aber die Unsicherheit bleibt. Kupferkette wäre für mich eher Option als nochmals Hormone.

  • Ani sagt:

    Das Problem liegt daran das die neuen Generationen der Pillen zu sehr zu einem Lifestyle-Produkt verkommen sind, das sind auch die mit höheren Konzentrationen an Hormonen und oft Antitestosteron-Effekten, das macht zwar eine schönere Haut und kräftigere Haare wird aber teuer mit einem höheren Thrombose-Risiko erkauft. Die Pille der 1. Generation ist da viel besser, ich bin Medizinerin, hatte schon viele Pillen-Sorten und so einiges an Nebenwirkungen. Ich nehme jetzt eine ältere Pillenorte (1.Generation), habe zwar mehr Pickel und fettigeres Haar als unter den neueren Präparaten aber auch keine Nebenwirkungen mehr und ein reduziertes Thromboserisiko. Die Pauschalverschreibung der Pille für jedes Mädchen ohne ordentliche Indikation ist sinnlos und gefährlich

  • Lara sagt:

    Tolles Thema. Ich habe mich vor vielen Jahren gehen die Pille entschieden. Hatte zwischenzeitlich auch den Nuva Ring. Aber ich hatte immer das Gefühl, das ich verstärkt zu Depressionen neige wenn ich die Pille nehme. Ich hatte 5 Jahre lang die Gynefix, wollte diese gern wieder doch leider ist sie nach dem Einsetzen durch die Gebärmutter in meinen Bauch gerutscht. Das ist ein Risiko welches leider besteht. In der Op der Entfernung der Gynefix wurde mir zeitgleich eine ganz normale spirale gelegt. Nun habe ich ständig Blutungen und die Regelschmerzen sind schier unerträglich 🙁 ich bin so frustriert. Ich bin es leid, dass mein Körper über Jahrzehnte derlei Dinge aushalten muss. Und nein, cinedome sind für mich leider keine Alternative da auch ich als Frau das Gefühl als „nicht echt“ bezeichnen würde. Ich wäre so froh, wenn endlich etwas für den Mann erfunden würde.

  • Tini sagt:

    Das mit der Verhütung ist so eine Sache. Hat man eine feste Beziehung oder ein längeres „Gspusi“ kommt es meistens dann irgendwann zu dem Punkt, dass der Partner gerne Sex ohne Kondom hätte – die Pille ist ja viel weniger umständlich und praktisch. Abgesehen davon, was es heißt, dass man dann ganz automatisch als Frau für die Verhütung zuständig ist [weil es ja für Männer „noch keine“ anderen Möglichkeiten gibt] ist es offensichtlich dann leider auch der Freibrief für die Jungs, sich nicht mehr darum kümmern zu müssen.

    Ist das mit dem Sex jedenfalls mehr als eine einmalige Geschichte finde ich sehr wohl, dass das beide Parteien betrifft – und das sowohl auf den gesundheitlichen als auch auf den finanziellen Aspekt bezogen. Ich sehe keinen Grund, wieso die Frau auch noch alleine die Verhütung finanzieren sollte, wenn sie sich schon mit diesen Hormonbomben im eigenen Körper auseinandersetzen muss.

    Ich habe seit fast 3 Jahren ein Kupferkettchen in meiner Gebärmutter, gynefix heißt das Ding und es zählt zu den nicht-hormonellen Verhütungsmitteln. Wie bei den meisten Verhütungsmitteln passt das nicht für jede Frau aber ich bin total zufrieden damit. Ich würde nie wieder auf ein hormonelles Verhütungsmittel umsteigen.

  • PIA sagt:

    Was so ein kleines Ding doch alles anrichten kann.
    Nach 4 Jahren Einnahme lasse ich jetzt seit 5 Monaten die Finger von der Pille. Durch meine sehr starken Menstruationsschmerzen habe ich mir die Pille verschreiben lassen. Obwohl meine Ärztin mir noch Alternativen vorgeschlagen hat habe ich ihr damals nicht zugehört und wollte nur die Pille verschrieben bekommen. Seitdem war ich immer lustlos, müde, könnte nicht einschlafen, hatte häufig Kopfschmerzen, war sehr reizbar und wurde schnell aggressiv, ich hatte dauernd Hunger und habe dadurch viel zugenommen. Auch das Thromboserisiko machte mir Angst. Das einzig Gute an der Einnahme war, dass mein Zyklus regelmässiger und die Schmerzen weniger wurden.
    Jetzt mit 20 Jahren habe ich mich entschieden, dass das ein Ende haben soll. Ich dachte immer mein Gemütszustand wäre einfach mein Charakter, doch dann habe ich von immer mehr Menschen erfahren, dass es an der Pille liegt.
    Nachdem ich sie jetzt, nach Absprache mit meinem Arzt, abgesetzt habe fühle ich mich viel besser. Keine Kopfschmerzen, keine Einschlaf- und Durchschlafschwierigkeiten, kein extremes Hungergefühl mehr. Meine Regelschmerzen sind auch nicht wieder zurückgekehrt. Ich fange nur ein wieder stellenweise Pickel zu bekommen, was mich aber nicht so sehr stört. Ich überlege jetzt neben Kondomen noch die NFP Methode zu testen.

  • Jana sagt:

    @Susi , einer meiner Freundinnen ist das passiert. Die Frauenärztin sagt das hat keine Auswirkungen auf eine Schwangerschaft, ihre Periode bekommt sie aber etwa einmal im Jahr…

  • Malin sagt:

    Ich habe erste ein paar Jahre die Pille genommen, direkt im Anschluss den Nuva-Ring.
    Ich dachte immer, dass ich keine / kaum Nebenwirkungen durch Hormone habe, v.a. weil ich keiner Risikogruppe war. Hab sie dann abgesetzt durch Beziehungsende, bzw. wollte ich irgendwie auch einfach nicht mehr.

    Plötzlich war ein Großteil psychischer Probleme einfach weg! Es war sehr überraschend und für mich schockierend, dass es mir jahrelang hätte besser gehen können und mich niemand gewarnt hat. Ich habe auch ein viel besseres Gefühl mich selber und den Zyklus bekommen, Libido..boah. Ich muss aber dazu sagen, dass das erste Jahr eine Art nachgeholter Pubertät wär, hätte mit quasi jedem Mann etwas angefangen, Hautprobleme, hab gefühlt mehr geschwitzt, sogar z.T. mehr Körperhaare? Das pendelt sich aber alles grade ein, die Vorteile sind so überwiegend, dass ich garnicht mehr drüber nachdenke jemals wieder Hormone zu nehmen.

    Ich habe die Kupferspirale und bin absolut glücklich damit. Einsetzen war gleich überstanden, hab 5 Jahre Ruhe und auch keine stärkeren Regelschmerzen oderso..

  • Katharina sagt:

    Ich habe die Pille genommen seit ich 17 war. Nun bin ich 28. Seit Februar 2016 nehme ich sie nicht mehr. Ich vermute, dass ich durch die Pille Problem mit meinen Venen in den Beinen bekommen habe. Zumindestens würde das zeitlich mit einem wechsel der Pille passen. Nach längerer sitzen Schwellen die Waden an. Es ist nicht nur unangenehm sondern sieht auch scheiße aus. Zum Glück hält sich das alles noch im Rahmen, sodass es anderen Menschen nicht auffällt. Jedoch muss das jährlich in einer Venenklinik kontrolliert werden. Auf Thrombose hab ich nämlich keine Lust. Ich finde diese Thema sehr wichtig. Ich finde es unmöglich, dass die Verhütung den Frauen überlassen wird. Das wir uns diese Chemiezeug einflößen müssen aber keiner nach den Nebenwirkungen fragt. Dieses Thema wurde ausführlich in Stern TV diskutiert und es wurde gezeigt wie viele junge Mädchen und Frauen infolge einer Thrombose durch Einnahme der Pille gestorben sind. Das hat mich so schockiert, dass ich mich entschied habe die Pille abzusetzten. Jetzt kommt mein Zyklus noch nicht regelmäßig,aber das stellt sich auch irgendwann wieder ein. Das sollte aber keine Ausrede sein um die Pille noch weiter einzunehmen. Das ist einfach nur Faulheit, weil man sich dann wirklich mit seinem Körper beschäftigen müsste. Sollte Frau aber, denn man hat nur den einen.😊

  • Natalie sagt:

    Ich habe die Pille genommen, seitdem ich 15 war und vor 3 Jahren abgesetzt, insgesamt 7 Jahre. Ein halbes Jahr später habe ich mir die Gynefix Kupferkette einsetzen lassen und mir geht es prima. Keine Regelschmerzen (die ich während der Pillenzeit schon etwas hatte), mein Zyklus ist regelmäßig, und klar, die Haut ist etwas schlechter geworden, aber nur minimal.

    Die Kupferkette oder -spirale gleich zu verteufeln, finde ich bei anscheinender Unwissenheit etwas vorschnell. Die Kupferspirale wird nicht in der Gebärmutterwand eingesetzt, nur die Kupferkette und das ist keine Metallkette, sondern ein Nylonfaden. Gleich vom Durchbrechen der Gebärmutterwand zu sprechen usw. finde ich übertrieben. Sicher, das kann in seltenen Fällen passieren, aber ich finde sie ist eine sehr gute Alternative zu Kondomen und NFP, was mir beides zu unsicher ist. Jede sollte für sich selbst entscheiden, was für sie besser passt, aber vielleicht sollte man sich erst mal informieren, bevor man hier mit Halbwissen daherkommt. Ich habe keine Probleme und bin eine von vielen.

  • Birgit sagt:

    Ich habe mit 18 angefangen, die Pille zu nehmen und dann 15 Jahre lang genommen. Hautprobleme, Gewichtszunahme etc hatte ich weder vor- noch nachher. Vor der Pille hatte ich oft Krämpfe, sehr starke Blutungen und unregelmäßige Zyklen. Diese Probleme haben sich mit der Pille drastisch reduziert und sind interessanterweise auch nach dem Absetzen nicht mehr so massiv. Insgesamt gehöre ich hier anscheinend zu den wenigen, die mit der Pille sehr zufrieden sind…

  • katja sagt:

    Ich möchte v.a. zu den vielen Kommentaren auf facebook und hier sagen, dass diese ganzen Einzelfall-Berichte extrem unwissenschaftlich sind. Ja, es kommt vor, dass die Pille Nebenwirkungen hat (wie sie übrigens im Beipackzettel angegeben sind, den jeder Konsument lesen kann). Ich bin weder pro noch contra Pille. Aber statt immer nur opinion pieces abzudrucken, macht doch mal eine ordentliche Recherche! Befragt (mehrere) von der Pharma unabhängige (z.b. http://www.mezis.de) Fachleute (die Facharztausbildung für Frauenheilkunde und Geburtshilfe nach dem Staatsexamen dauert nicht ohne Grund 5 Jahre!), schaut euch Studien an, oder ermuntert eure Leser zumindest dazu! Das Leben ist generell voller Gefahren, und ich bin mir sicher, dass einige, die hier auf Grund von persönlichen Erlebnissen (die wie Lungenembolien selbstverständlich schrecklich sind) die Pille per se verteufeln, sich am Wochenende besaufen, Drogen einwerfen, deren Herkunft sie nicht kennen, ohne Helm Fahrrad fahren, ja einfach leben (was zu 100% aller Fälle tödlich ist). Der (neue) Fokus auf der Pille als Teufelszeug ist ein weiteres Beispiel dafür, wie konfuse Ängste in unserer Zeit auf ein bestimmtes Produkt (vgl. Gluten, Zucker…) kanalisiert werden.

  • Julia sagt:

    Ein sehr interessanter und wichtiger Artikel. Ich selber habe auch mit 13 Jahren die Pille zum ersten Mal genommen, aus dem selben Gründen, die im Artikel erwähnt wurden (also nur zweitrangig zur Verhütung). Nach 15 Jahren Pille habe ich sie abgesetzt und fühle mich heute sehr gut. Mittlerweile ist es ein Jahr her, dass ich die Pille abgesetzt habe. Mein Zyklus hat lange gebraucht regelmäßig zu werden und am Anfang habe ich mit Haarverlust und unreiner Haut gekämpft. Jetzt schätze ich es sehr meinen Körper zu spüren, zu sehen wie alles reibungslos ohne Hormone funktioniert. Ich war lange ein starker Befürworter der Pille, jetzt bin ich skeptisch und für mich und meinen Partner (Übrigens der erste der mich gefragt hat WIE es mir damit geht!) funktioniert es gut mit Kondom zu verhüten. Auch in Hinsicht auf Familienplanung fühle ich mich ohne Pille ruhiger.

  • LuWo sagt:

    Ich empfehle allen die Alternativen suchen ganz wärmstens die Portiokappe!! Bzw. mittlerweile heißt sie FemCap. Super Teil, komplett ohne Hormone.

  • Ellie sagt:

    Ich habe nach 10 Jahren Pille vor 3 Jahren Schluss gemacht – die Nebenwirkungen, vor allem eine langanhaltende depressiv-lustlose Phase und Gewichtszunahme waren irgendwann unerträglich. Ich nahm innerhalb von 3 Monaten 6 Kilo ab, die Gemätsverfassung verbesserte sich beinahe über Nacht. Vor allem die jahrelange Trägheit war nach ein Paar Wochen verschwunden. Die einzige unerwünscht Folge war die Verschlechterung der Haut, aber sie war auch mit Pille nie perfekt, obwohl ich letztere gerade deshalb nahm. Mittlerweile habe ich die Vermutung, dass die Hautprobleme längst ausgestanden wären, hätte ich sie ohne zusätzlichen Hormonzuschuss in den Teeniejahren einfach gewähren lassen. Mit dem Problem: 30+ mit Problemhaut bin ich aber sichtlich nicht allein – nicht selten ist die Pille daran schuld.

  • Laura sagt:

    Ein paar worte zur nicht-hormonellen Verhütung.
    Nachdem ich 9 jahre die pille genommen habe, habe ich sie im alter von 23 jetzt aus gesundheitlichen gründen und weil ich ‚mein wahres ich‘ kennenlernen wollte abgesetzt. Um mich vor ungewollter schwangerschaft zu schützen liess ich mich von meiner Ärztin beraten, die mir zur kupferspirale. Sie wirkt ohne hormone und wird eigentlich nur bei frauen, die bereits eine geburt hatten eingesetzt – was ich allerdings erst danach erfuhr.
    Das einsetzen war extrem schmerzhaft und als ich auf dem stuhl saß, habe ich meine entscheidung bereut.
    Doch inzwischen bin ich sehr zufrieden, ich weiss, dass ich nicht von körperfremden hormonen beeinflusst werde, ich muss mir die nächsten 5 jahre über Verhütung keine gedanken machen und fühle mich wohl in meiner eigenen haut. Im Rückblick gesehen ist mir das 10 mit schmerz verbundene minuten wert.

  • Cara sagt:

    Pille ja oder nein ist imho eine altersfrage. So um die 30 herum werden die meisten Frauen pillenmüde.
    Dennoch ist die Pille ein Segen für viele Frauen und auch junge Mädchen.
    Ich bin seit 5 Jahren auch hormonfrei und verhüte mit der gynefix. Hatte durch unbemerkten Verlust der gynefix eine ungewollte Schwangerschaft. Das war ein unschönes Erlebnis. Dennoch lebe ich gern weiterhin hormonfrei.

  • Anna sagt:

    Also ich habe die Pille mit 17 Jahren das erste Mal geschluckt und neben Hautunreinheiten auch unter der Gewichtszunahme gelitten. Mein erster Freund war egoistisch und wollte keine Kondome benutzen und war aus diesem Grund froh, dass ich zur Pille griff. Nachdem die Beziehung dann nach 13 Monaten vorbei war, habe ich die Pille nach einer kurzen Weile abgesetzt. Ich komme seitdem gut ohne die Pille und ihre grausigen Nebenwirkungen zurecht. Zumal die Hormonzufuhr nicht nur dem weiblichen Organismus schadet, sondern auch noch viel weitreichendere Folgen für die Umwelt mit sich bringt. Jetzt bin ich 31 Jahre alt und Mutter einer wunderbaren dreijährigen Tochter. Mein Lebensgefährte ist selber gegen hormonelle Verhütung und es klappt wunderbar mit der Familienplanung. Ich habe gelernt, viel besser auf meinen Körper und die Signale während meines Zykluses zu achten und finde es traurig, dass von den Mädchen und Frauen per se erwartet wird, sie allein seien für die Verhütung verantwortlich. Männer sollten in meinen Augen viel mehr zur gemeinsamen Verantwortung erzogen werden.

  • Annabel sagt:

    Zwei Wochen, solange ist das jetzt her, dass die angebrochene Pillen-Packung leer war und mir aus der Schachtel nur gähnende Leere entgegen starrte. Vollkommen Pleite blieb mir nur die Wahl meine beste Freundin, die rein zufällig auch Ärztin ist, um das Geld anzubetteln, da es Samstag war, hätte sie mir das Zeug auch noch besorgen müssen. Das erschien mir dann doch ein Bisschen zuviel verlangt und es gewann Plan B, nichts tun. Nach vier Tagen mit Krämpfen spielen meine Hormone jetzt schon zehn Tagen völlig verrückt und ich fürchte mich etwas vor dem Tag, an dem ich versuche mich unauffällig an einem schönen Mann zu reiben. Wahrscheinlich gehört das dazu, wenn der Körper nach 16 Jahren unfreiwilliger Unfruchtbarkeit, seine erste Chance wittert. Noch ist jedenfalls nichts wirklich schlimmes passiert. Sollte es doch noch mit mir durchgehen, bekommt ihr die Fotos zuerst.

  • anna sagt:

    ein toller artikel, darüber sollte generell viel offener gesprochen werden. ich tue das seit jahren und hatte schon viele grundsatzdiskussionen mit meinen männlichen freunden.
    die selbstverständlichkeit beider geschlechter, die pille zu nehmen, ist erschreckend. auch die frauenärzte/-innen sind da nicht gerade weit, was die aufklärung zu risiken und alternativen angeht.

    ich habe die pille nach 8 jahren abgesetzt und hatte die nächsten 1 1/2 jahre starke hautprobleme, aber es war es alle mal wert. leider gibt es als alternative nur diaphragmen und kondome, denn alles andere ist hormonell und die spirale zu gefährlich-in meinen augen. sich eine metallkette in der gebärmutterwand verankern zu lassen mit großer gefahr auf durchbrechen der gebärmutterwand beim einsetzen finde ich unzumutbar. verhütung ist nicht nur angelegenheit der frauen!

    zudem sind die langzeitfolgen doch noch gar nicht richtig erforscht. und jeder körper reagiert anders. ich habe deutlich weniger schmerzen, viel bessere laune, eine regelmäßige periode und keine libidoprobleme mehr. zwar schlechtere haut auf dem rücken aber alles andere ist besser.
    meine freundinnen setzen die pille gerade alle nacheinander aus gesundheitlichen gründen ab. um ihren körper mit mitte/ende zwanzig endlich besser kennen zu lernen, um finanziell besser dazustehen, denn allein über die kosten der verhütungsmittel und sonstigen hygieneartikeln, die wir naturbedingt jeden monat brauchen, denken die meisten gar nicht nach. in meinen augen sind wir frauen schon genug gebeutelt mit dem monatlichen besuch und in zukunft auch mit schwangerschaft und geburt, was nicht negativ gemeint ist.

    redet offen ohen angst über dieses thema, mit freunden, freundinnen, euren partnern!

    danke judith für diesen artikel.

  • JuLuKo sagt:

    Gut möglich dass dein Körper gar keine Ahnung mehr davon hat, wie so eine Periode funktioniert. Wenn du seit Beginn die Pille arbeiten lässt, dir vorschreiben lässt wann und wie und warum deine Periode kommen soll, stellt dein Körper den ganzen Prozess eventuell ein und dann musst du dir über Verhütung gar keine Gedanken mehr machen. Rede vorher besser mit deiner Ärztin.

    • Susi sagt:

      @ Juluko: Behauptest du das einfach? Oder ist das irgendwie fundiert? Kennst du jemanden, bei dem der Körper „den Prozess eingestellt“ hat? Ich finde es ganz schön heftig sowas einfach in den Raum zu werfen….

      • Harald Seffers sagt:

        @SUSI: JULUKO hat leider Recht.

        Bei langfristiger Einnahme künstlicher Hormone kann die körpereigene Hormonproduktion verloren gehen.

        Das passiert z. B. Männern, die zum Muskelaufbau lange Zeit viel künstliches Testosteron einnehmen und nach Absetzen des Präparates kaum noch eigenes Testosteron produzieren.

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