Vom Leben und Sterben des Ben Hammer

Ben Hammer heißt tatsächlich Ben Hammer – von hinten wie von vorne H-A-M-M-E-R. Gebürtig kommt er aus Köln, hat die meiste Zeit aber auf dem Land verbracht. Nun ist er zurück in der Stadt und als neuste Team-Ergänzung in Köln haben wir ihn schon nach seinem ersten Porträt lieb gewonnen. In der Mache hat Ben Hammer (der Name geht echt nur im Ganzen) gerade ein Fotobuch, denn das analoge Geknipse macht ihn nachhaltig glücklich. Hier ein kleiner Einblick in das noch unvollendete Werk und ein paar Worte des Künstlers persönlich.

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Ben Hammer, wie sieht ein typischer Tag in deinem Leben aus?

In meinem Leben gibt’s irgendwie keinen typischen Tag. Ich häng von früh bis spät am Handy, dazwischen E-Mails, Fotos und alles, was dazu gehört. Meistens endet’s abends dann mit Bier.

Apropos Bier – Bock auf Kölsch?

Immer. Mit dem Projekt Auf ein Kölsch habe ich angefangen, als ich vor zwei Jahren zurück nach Köln gezogen bin. Ich wollte immer mal ein fotografisches Projekt machen, das länger dauert. Sprich: nicht nur Shooting, Post, veröffentlichen, fertig. Also habe ich mir was Gesellschaftliches gesucht. Irgendwie fand ich die Idee cool, mit wildfremden Menschen in ihren Lieblingskneipen Kölsch zu trinken. Dabei über ihr Leben zu quatschen und ein bisschen was über die Stadt zu erfahren. Zusammen mit dem GEO-Tagging der Location im Blog finde ich das irgendwie schön multimedial.

Du hast unlängst deinen tollen Blog begraben. Was hat es damit auf sich?

Genau. Ich habe meinen kompletten Blog, der seit 2010 auf www.benhammer.de lief, einfach gelöscht. Jetzt findet sich unter der URL nur noch mein Portfolio für fotografische Arbeiten. Ein bisschen persönlich, also Artikel über mich und meine Arbeit, schreibe ich noch auf www.benventures.de. Die Zeit, wo ich stundenlang geile Fotografen im Internet gesucht und ihre Arbeiten vorgestellt habe, ist damit vorbei. Das liegt zum einen daran, dass ich selber kaum noch die Zeit zwischen Produktionen, freien Arbeiten und dem ganzen Bürokram habe, mich auch noch um regelmäßigen Content zu kümmern. Zum anderen habe ich das jetzt aber auch fünf Jahre gemacht. Und ich glaube ja, man sollte nur Dinge machen, hinter denen man mit Leib und Seele steht. Und wenn man merkt, dass man eine Kopie seiner selbst wird, etwas zum Alltag geworden ist, weil man es die letzten Jahre immer so gemacht hat, sollte man aufhören. Darum habe ich das Ding begraben. Mir war bzw. ist immer eine klarer Abschluss wichtig. Den habe ich damit gefunden und für mich ein neues Kapitel eingeleitet. 

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Ein analoges Kapitel? Warum zieht es dich aktuell zur Analog-Fotografie?

Ich hab vor zwei Jahren ein paar Analogkameras von meinem Opa geerbt. Damit habe ich mich dann erstmals auseinandergesetzt. Und seitdem ich meine kleine Olympus Mju habe, mit der ich meinen Alltag dokumentiere, habe ich gemerkt, dass mir diese ungestellten Fotos irgendwie mit ihrem Analoglook viel besser gefallen als die Ergebnisse meiner Shootings. Ich finde, in meinen Analogbildern gelingt es mir besser, meine emotionale Bindung zu meinen Mitmenschen auszudrücken. Genau begründen kann ich es auch nicht. Irgendwie wirkt es auf mich authentischer.

Aktuell arbeitest du an einem Buch, richtig?

Ja. Ein Buch habe ich schon immer machen wollen. Bisher fehlte mir aber das Thema, bzw. das Material, bei dem ich gesagt hätte: „Ja, das ist es!“ Mit meinen Analog-Snapshots ist das jetzt das erste Mal anders. Das Buch ist quasi die Dokumentation meines letzten Jahres. Mit der Fotografie, meinen Projekten, vielen langen Nächten und den Begegnungen, die mich irgendwie für die Zukunft geprägt haben.

Dein Buch heißt „Vom Leben und Sterben des Ben Hammer“ Stirbst du am Ende wirklich? Wir möchten das nicht!

Das Sterben macht mir wirklich noch am meisten Kopfzerbrechen. Schlussendlich begrabe ich meine Brand, allerdings arbeite ich gerade noch an Ideen, wie man den Tod sinnvoll inszenieren kann. Bisher ist mir noch nichts richtig Überzeugendes eingefallen. Hast Du eine Idee?

Ach, stirb einfach nicht – wir brauchen dich doch noch.

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Erzähle doch noch ein bisschen zum Crowdfunding des Buches, bitte.

Das Funding läuft bis zum 5. Januar. Ich habe das Buch mal mit 8.700 Euro kalkuliert. Davon geht einiges an die Plattform Indiegogo, ein bisschen was an Paypal für die Geldtransaktion und der Rest fließt in Druck und Versand. Sollte es mehr Geld werden, dann tune ich einfach noch am Buch rum. Außerdem soll es ja eine große Releaseparty in Köln geben. Perks habe ich dafür einige gebastelt: die einfache Buchvorbestellung, eine limitierte Edition mit einem Print seiner Wahl, aber auch Prints, die ich noch in Orginal-Abzügen habe und die es leider nicht geschafft haben, lege ich den Perks bei. Echte Unikate sozusagen. Außerdem gibt’s auch noch einen Abend im Studio oder den eigenen Namen auf der Danke-Page. Also genug Möglichkeiten zu supporten.

Und wem wird dieses Buch außerordentlich gut gefallen?

Aus meiner persönlichen Sicht ist das Buch für alle die etwas, die sich aktuell von dem ganzen Lifestyle-Mädels-Homeshooting-Zeug gelangweilt fühlen, weil sie wissen, dass das Leben nicht wirklich so aussieht. Für die, die gerne mal mit ihren Freunden abhängen, über die Stränge schlagen, versuchen, ihren Weg durchs Leben zu finden und irgendwie mit dem, was sie haben, glücklich zu sein.

Geil. Nehmen wir!

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„Das Leben und Sterben des Ben Hammer“ könnt ihr hier supporten/vorbestellen. Mehr von Ben findet ihr auf seiner Homepage, bei Facebook und Instagram.

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