Über Groschenromane, Be My Match & Sado-Maso | Anna Basener

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Neulich haben wir die zauberhafte Anna Basener kennen gelernt, die nicht nur Deutschlands erfolgreichste Groschenromanautorin ist, sondern auch die verfummelte Hörspiel-Serie Be My Match geschrieben hat. Das ist quasi wie Tinder zum Anhören, Fremdschämen, Mitfühlen, Ausrasten und Lieben – Platz für die komplette Emotionskette. Herrlich! Über Schreiben, SM und Eierlikör spricht es sich bekanntermaßen am besten beim Minigolfen. Wer bis zum Ende durchhält (voll easy, weil gute Frau und gute Fragen, ha!), der wird noch mit einem Gratis-Link zu Be My Match belohnt. Gönno!

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Hallöchen Anna, wie kamst Du zuckersüße Perle eigentlich zum Schreiben?

Anna: Ich habe früher Theater gespielt und wollte gerne was spielen, das es auf dem Papier noch nicht gab. Also habe ich angefangen meine eigenen Stücke zu schreiben. Was man als Schülerin halt so macht. (hihi. hi.) Die zwei klassischen Frauenrollen, die es in so vielen Geschichten immer wieder gab, waren mit echt zu wenig. Mit Prosa hab ich dann erst im Studium angefangen.

War Dir im Studium schon klar, dass Du mit diesem Schreiben irgendwann Deine Brötchen verdienen wirst?

Anna: Nee, damals dachte ich noch voll ans Theaterspielen. Zum Ende des Studiums bin ich dann mehr zur Literatur und Pop-Literatur und wieder ans Schreiben gekommen. Über Cut-ups, also Kombinieren von Textschnipseln mit anderen, bin ich beim Groschenroman gelandet. Beim Zerschneiden und Wiederzusammenfügen von Heftchen dachte ich dann plötzlich, dass es bestimmt sehr, sehr einfach ist, das zu schreiben. Spoiler: So war es nicht.

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Die ZEIT nennt Dich Deutschlands erfolgreichste Groschenromanautorin. Hast Du die Heftchen aus Geldnot geschrieben oder was hat Dich da geritten?

(Erst mal lachen alle. Keine Sorge, wir haben uns lieb.)

Jule: Och, in so einen Arztroman kann ich mich ja richtig gut reinfühlen. Ich mag so was ja.

Anna: Klar ging es auch um Geld. Niedersachsen hatte damals für ein paar Jahre Studiengebühren. Aber abgesehen davon hat mir hervorragend gefallen, dass Groschenromane so einen schlechten Ruf haben. Und sie waren die totale Nische. In meinem Studium haben alle anderen eher hippe, literarische Sachen gemacht und niemand hat sich für Groschenromane interessiert. Die Nische hatte ich also sicher. Und als letztes war es fürs Schreibenlernen total genial, dass der Groschenroman Dir genau sagt, was er will. Er hat explizite Regeln. Wenn Du einmal verstanden hast, wie das geht, kannst Du loslegen. Sagen wir mal so: Wenn Du die Heftchen verkaufen und damit Geld verdienen willst, befolgst Du die Regeln auch. Das Gute war, dass ich immer starke Frauen zeigen konnte, keine typischen Hausmuttis ohne Aufgabe. Das war mir sehr wichtig. Die Leser hingegen mögen vor allem, dass es eine Happy-End-Garantie gibt. Das beruhigt die Menschen. Ist laut Umfragen voll die Kaufanregung.

Wir haben Dich ja vorher ein bisschen gestalked und wissen, dass Du auf Kitsch und Eierlikör stehst. Kommt das von den Groschenromanen oder ist das angeboren?

Anna: Gute Frage, warum mag man wohl Dinge, die man mag? Hm, ich habe im Kitsch wie im Groschenroman meine Ironie-Ebene gefunden, ohne ginge das alles nicht. Die krasse Liebe und der Spleen zur Nische kamen aber erst im Studium.

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Den Groschenroman hast Du vor einer Weile hinter Dir gelassen und bist jetzt Richtung Hörspiel weitergezogen. Erzähl uns doch mal was über Dein neuestes Projekt Be My Match.

Anna: In der Vice hatte ich einen Text über mein Leben als Liebesromanautorin geschrieben. Den haben die Menschen von Audible gelesen und mich daraufhin mit einer romantischen Datingserie beauftragt. In Be My Match geht es um die Liebe in Zeiten von Dating-Apps. Was ist, wenn wir uns alle über Tinder, Once und Parship verlieben? Und als weiterer Punkt hat mich Liebe in Zeiten von vermeintlichen Love-Reality-Shows à la Bachelor inspiriert. In der Serie geht es um ein Paar, das sich via Online-Dating kennen lernt. Beide machen das nicht wirklich aus freien Stücken. Die haben in ihrem privaten bzw. beruflichen Umfeld Leute, die sie ins Online-Dating pushen. Das Ganze wird von einer Radio-Show begleitet. Die männliche Hauptfigur, Jan, ist nämlich Moderator und macht das als Projekt für seine Late-Night-Show und die Frau, Sophie, weiß das nicht. Sie hat ebenfalls eine moralisch nicht ganz einwandfreie Agenda. Insgesamt gibt es sogar vier sehr unterschiedliche Protagonisten, die aufeinander treffen oder sich verlieben. Es ist also so eine kleine Ensemble-Sache inklusive alleinerziehender Mutter und schwulem Dandy. Be My Match ist aus meiner Sicht am ehesten eine Komödie. Ihr werdet viel Sarkasmus hören. Das hat Spaß gemacht beim Schreiben.

Ich habe ja gehört, dass es einen ganz besonderen Twist bei diesem Hörspiel gibt. Verrätst Du uns den?

Anna: Das Besondere ist, dass Be My Match live on Location aufgenommen wurde. Wenn ich geschrieben habe, dass die Szene im Bikini Berlin spielt, haben die das echt mitten im Bikini aufgenommen. Oder auch nachts auf der Straße, weil Straßen sich nachts anders anhören als tagsüber. Sehr cool. Alles, was ihr hört, sind Live-Geräusche aus Berlin. Da ist nichts gestellt. Und die Sprecher stehen auch nicht allein im Studio und sprechen ein, wie das sonst ist. Sie spielen die Szene in einem echten Raum und mit dem Partner. Die Regisseurin Johanna Steiner hat fast ein ganzes Filmset dirigiert. Das ist eine echte Neuheit, besonders bei einem so großen Projek. Mittlerweile sind auch alle zehn Folgen online und man kann sich das binge-mäßig am Stück durchhören.

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Das Thema Liebe spielt in Deinem Leben anscheinend eine ziemlich große Rolle. Wie läuft es denn bei Dir privat so?

Anna: Die Liebesgeschichte ist dramaturgisch sehr spannend. Man erzählt immer eher vom Noch-Getrennt-Sein, als ein ganzes Buch über eine glückliche Beziehung zu schreiben. Im Alltag bin ich gar nicht so romantisch, sondern wahrscheinlich eher pragmatisch. Ich bin seit zehn Jahren mit meinem Freund zusammen, und das ist voll gut. Vielleicht auch ein bisschen heteronormativ. Ich finde Hochzeiten für mich persönlich allerdings eher doof, das muss man für meinen Geschmack heute nicht mehr machen.

Du wartest also gar nicht panisch seit fünf Jahren auf den Antrag? 

Anna: Nee, nee, ehrlich nicht. Ich brauche das nicht für mein persönliches Glück. Aber gegen Ehe heißt nicht gegen Liebe oder Zweisamkeit. Ach, sehnen wir uns nicht alle nach einem Menschen, für den wir die Nummer 1 sind? Das ist doch was Schönes, fürs Herz.

So richtige Sexgeschichten hast Du ja auch schon verfasst. Da wird gebumst und abgespritzt. Heiß. Was hältst Du als Profi denn von Fifty Shades of Grey?

Anna: Ich sage: Die arme Sado-Maso-Szene, die tut mir echt leid. So wird sie jetzt dem großen Weltpublikum dargestellt. Am Ende denkt dann noch jemand, dass SM wirklich so läuft.

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Achtung! Wenn Du jetzt voll Bock hast, Dich kostenfrei durch Annas Serie zu hören, dann tu das doch einfach hier (#Probeabo4thewin)! Um was genau es geht, kannst du in diesem kurzen Video noch mal recherchieren:

Damit wir uns unsere täglichen Minigolf-Ausflüge leisten können, ist dieser Beitrag freundlicherweise gesponsert. Danke dafür.

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