Swinemünde | Mit Hund am Strand

Bock auf Wasser! Mit Hund! Verlängertes Wochenende! Faul sein! Also mal eben die üblichen Booking-Seiten für Unterkünfte ausgecheckt und für Swinemünde entschieden. Ein Apartment für Hund und Mensch ist an der Ostsee zum Glück nicht schwer zu finden. Aufgrund des Preises entschieden wir uns für die polnische Ostsee-Seite. Von dort aus sollten wohl auch die Hundestrände gut zu erreichen sein. Gebucht. Hunde und Gepäck ins Auto gepackt und dann ging es los gen Ostsee.

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Angekommen in Swinemünde öffnete ich die Autotür und war plötzlich umgeben von einem riesigen Schwarm Mücken. Schnell stieg ich aus und schlug die Tür wieder zu, um die Hundeleinen aus dem Kofferraum zu holen. Das Ganze sah wohl eher aus wie ein Regentanz. Jana wurde derweil im Auto von den Mücken massakriert, die ich beim Öffnen der Tür ins Auto gelassen hatte. Hupsi.

Im Übrigen, wem Jana hier bekannt vorkommt: Die Gute findet ihr auch als Single-Porträt auf dieser Webseite. Ich besuchte sie vergangenes Jahr zusammen mit meiner wunderbaren Partnerin Jenny – und prompt entstand daraus eine Freundschaft.

Die Hunde aus dem Auto geholt, eilten wir ins Treppenhaus unserer Unterkunft, unzählige kleine Biester folgten uns und ließen weder von uns noch von den Hunden ab. Jana versuchte, wild um sich schlagend und meckernd, die Vermieter unserer Unterkunft zu kontaktieren, um sie von unserer Ankunft in Kenntnis zu setzen. Zehn lange Minuten später schlenderte eine junge Frau an uns vorbei und öffnete unsere Apartmenttür. Wir stürmten hinterher. Die erste Frage: „Sind hier immer so viele Mücken?“ Die Antwort darauf gefiel mir ganz und gar nicht.

Sie zeigte uns das Wichtigste in der Wohnung und wollte wieder verschwinden, als wir plötzlich alle im Dunkeln standen. Stromausfall. Käme sonst gar nicht vor. Ginge sicher gleich wieder. Über eine Stunde saßen wir mit den Hunden im Dunkeln – mit juckenden Beinen und einer Kerze. Die abendliche Gassirunde war schlimm: Kaum aus der Haustür getreten, klebten unzählige Mücken an unseren Beinen und versuchten, sich durch unsere Hosen zu stechen. Schafften sie auch. Wir feuerten die Hunde an, ihre Geschäfte bitte schnellst möglich zu erledigen.

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Am Tag nach unserer Ankunft entschieden wir, Swinemünde eine Chance zu geben. Also ab zum Strand. Schon auf dem Weg vom Auto zum Strand fielen sie wieder über uns her, diese Mücken. Am Strand ließ es sich gut aushalten. Bis sich ganz langsam der Sonnenuntergang näherte. Dann packten wir auch wieder zusammen und flitzen zum Auto zurück. Wir entschieden uns, unsere hübsche Wohnung am Abend nicht zu verlassen, bis auf die notwendigen Toilettengänge der haarigen Begleiter. Geplant hatten wir keine Aktivitäten, vorrangig sollte es ja heißen: entspannen! Also schauten wir eine Folge „Modern Family“ nach der nächsten.

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Die restlichen Tage unseres Aufenthalts verbrachten wir am Strand von Heringsdorf. Wir stellten fest: Wirklich nur Swinemünde scheint dieses abartige Mückenproblem zu haben. Unterwegs wollten wir uns mit Mückenschutz eindecken. No way! Überall ausverkauft. Wirklich überall! Nach jeder abendlichen Hunderunde rissen wir uns, kaum zur Apartmenttür rein, die Hosen vom Leibe und sprangen in die Badewanne, um die unerträglichen Stiche mit kalten Wasser abzubrausen und lachten dabei selbst über uns und unsere Leiden.

Ein bisschen im Internet recherchiert, las ich schnell, dass dieses Problem auch schon einige Jahre besteht. Puh. Nachts war es nicht möglich, die Fenster offen zu lassen, aus Angst, dann auch noch in der Wohnung von den Stechtieren belagert zu werden. Deswegen konnten wir unseren Balkon leider auch nicht nutzen.

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Gesehen vom Städtchen haben wir bis auf den Strand und unsere Fahrtwege nicht viel. Schade eigentlich. Abgesehen von den Mücken war’s trotzdem ganz schön schön. Ich mag ja den Strand und das Meer meist lieber mit einem gräulichen Himmel und ohne viele Menschen.

Für mich steht aber leider fest: Nie wieder Swinemünde!

Nadine, fast in der Mitte der Zwanziger angekommen, hat ihre Zelte an der Elbe vor drei Jahren abgebrochen, um an der Spree zu verweilen. Aber ihren Hafen hat sie auch hier noch nicht gefunden, unruhig strauchelt sie durchs Studentenleben und den Trubel der Stadt. Irgendwie immer auf der Suche – aber irgendwie auch nie so richtig. Fotografie, süße Hundebabies (eigentlich aber alle!), Schnee und gute Musik lassen ihr Herz höher schlagen. Ihre Fotos findet ihr auf ihrer Webseite oder bei Facebook.

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1 Comment

  • Michi sagt:

    Wir sind mit dem Rad und Hund vom Berlin nach Usedom gefahren. Unser Aufenthalt in Kamminke war so mückenkatastrophal, wie diese Geschichte! Wir haben es geschafft mückenfrei im Zelt zu übernachten, könnt ihr euch vorstellen, wie oft der Reißverschluss des Zeltes gesurrt hat? Herrlich blöd!

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