Only After Dark – das Manifest der Nachtschwärmer

Was tut man, wenn die Freunde um einen herum plötzlich nicht mehr mit einem um die Häuser, sondern lieber ihre Kinder großziehen oder ihren Balkon bepflanzen? Was tut man, wenn das eigene Leben irgendwie und trotz allem plötzlich wieder Sinn ergibt?

Wenn man sich neu justiert hat, endlich angefangen hat, richtig zu leben,

wenn die Kreativität aus einem heraussprudelt, wenn man sich verliebt hat – in das Leben und die Menschen – und sich endlich wieder öffnen kann – für das Leben und die Menschen, und vielleicht ja auch für die Liebe?

Was tut man, wenn man ein Jahr älter geworden ist – und das Leben fühlt sich so richtig an wie noch nie? So gut wie noch nie?

Genau, man verfasst ein Manifest!

Only After Dark! A Manifesto for the Nightly People

Wir leben, als ob es kein Morgen gäbe, hungrig, stürmisch. Wir leben im Hier und Jetzt, wobei das Hier oft der Club ist und das Jetzt weit jenseits von Mitternacht.

Wir lassen uns verschlingen vom reißenden Strudel der Dunkelheit. Aber wir wissen: Die besten Geschichten schreibt die Nacht.

Wir sind berauscht, fühlen uns bestätigt in unserem Treiben, denn niemand scheint uns Einhalt zu gebieten. Die Welt lässt uns gewähren, lässt uns spielen.

Wir wissen um unsere Privilegien und sind dankbar dafür.

Wir stehen schon lange nicht mehr vor 9 Uhr auf.

Wir sind strahlend, schön, vielleicht unangreifbar. Wir sind attraktiv und beneiden uns selbst nicht darum.

Wir lachen viel und nehmen niemanden ernst. Und doch nehmen wir alle ernst, die Menschen und ihre Absonderlichkeiten, und freuen uns an ihnen. Unser Lachen ist ansteckend und wir verbreiten irrationale Freude.

Wir huldigen dem Exzess, den wir ernst nehmen.

Wir leben im Feierkosmos und genießen doch jeden Moment, den wir dieser Hölle entrinnen. In der Restrealität scheint die Sonne, und wenn es regnet, ruhen wir.

Wir leben im Feierkosmos und genießen doch jeden Moment, den wir dieser Hölle entrinnen. In der Restrealität scheint die Sonne, und wenn es regnet, ruhen wir.

Wir sind Energie, pure Energie.

Wir leben, leben, leben.

Wir sind frei, frei, frei.

Wir leben im Moment, wir hinterfragen nicht, wir müssen nicht verstehen, was wir genießen.

Wir sind ruhelos und doch gefestigt, denn wir ruhen in uns selbst, wenn wir irrlichternd durch das nächtliche Treiben flanieren.

Wir ertrinken, und schwimmen doch obenauf.

Wir kommen beständig voran, doch sind noch lange nicht am Ziel.

Wir sind hell und glänzend, wenn wir in Abgründe schauen.

Wir sind fragmentarisch, sind Außenseiter und doch essenzieller Teil des Ganzen. Wir wollen das Gute – wenn wir nur wüssten, was es ist.

Wer nicht mit uns ist, ist nicht gegen uns – er ist nur schon früher im Bett.

Solveig Flamm liebt die Sonne und die Natur, braucht aber auch Berlin, um sich wohlzufühlen und Schabernack auszuhecken. Die Stadt als Spielwiese und Tummelplatz für herzschmerzgeplagte Hedonisten, kreative Freibeuter und durchgeknallte Exzentriker fasziniert sie, ebenso wie der stete Wandel und die vielen noch unbekannten Ecken und Enden. Never stop exploring! Sie bedauert, dass die Menschen oft viel zu ernst und unauthentisch sind, und sieht es als ihre Mission, für mehr Spiel, Spaß und Spannung zu sorgen.

Headerfoto: Mann und Frau in Badewanne via Shutterstock.com! („Gedankenspiel“-Button hinzugefügt.) Danke dafür!

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