Nachhaltigkeit – Ein Videoguide für Weltverbesserer

Das Thema Nachhaltigkeit ist mir im Laufe des letzten Jahres immer wichtiger geworden und doch droht der Begriff, einen anfangs mit seiner Tragweite zu überrollen. Dass wir im Umgang mit unserem Planeten dringend etwas ändern müssen, ist vielen nicht neu. Doch wo fängt man an?

Zum ersten Herantasten an das Thema Nachhaltigkeit folgen fünf sehenswerte und definitiv horizonterweiternde Dokus. „Netflix & Chill“ für Weltverbesserer.

Taste the Waste

Das Essen, das wir in Europa wegwerfen, würde zwei Mal reichen, um alle Hungernden der Welt zu ernähren. Allein in Deutschland werden jedes Jahr rund 15 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen! Das sind 500.000 Lastwagen, die in eine Reihe gestellt, von Berlin nach Peking reichen würden!

Der Stuttgarter Valentin Thurn macht uns mit seiner 2011 produzierten Doku auf den Umgang der Industrienationen mit Nahrungsmitteln aufmerksam. Der Start des Films wurde von etlichen Aktionen begleitet. So erschien u.a. ein Sach- und Kochbuch mit Rezepten und Tipps gegen Lebensmittelverschwendung.

Thurn prangert Missstände also nicht nur an, sondern zeigt Möglichkeiten für einen bewussteren und weniger zerstörerischen Umgang mit Nahrungsmitteln auf. So gefällt uns das!

Verfügbar auf Amazon Prime Video.

The True Cost

Ausgehend vom Einsturz des Textilfabrikgebäudes Rana Plaza (Dhaka, Bangladesch) am 24. April 2013, bei dem mehr als 1000 Menschen starben und fast 2500 Menschen verletzt wurden, wird in „The True Cost“ die Geschichte unserer Kleidung erzählt. Der Regisseur Andrew Morgan wirft dabei einen kritischen Blick hinter die Kulissen der Textilindustrie und führt uns die globalen Zusammenhänge von Fast-Fashion-Konsum, Herstellungsprozessen und Arbeitsbedingungen vor Augen.

Ein Thema, das wohl kaum jemanden emotional unberührt lässt, denn es geht um uns als (Mode-)Konsumenten, unsere Kleiderschränke und täglichen Entscheidungen.

Die Doku ist bei Netflix verfügbar.

Chasing Ice

Der Regisseur Jeff Orlowski porträtiert in „Chasing Ice“ die Arbeit des Naturfotografen James Balog an der Langzeitstudie EIS (Extreme Ice Survey). Mithilfe spezieller Zeitrafferkameras dokumentierte Balog über mehrere Jahre die Veränderung der Gletscher und den zunehmenden Gletscherschwund in Folge der Erderwärmung. So zieht sich z.B. der Columbia-Gletscher in Alaska in 3 Jahren um 4 Kilometer zurück.

Die beeindruckenden Aufnahmen verwandeln Jahre in Sekunden und zeigen, wie bereits seit Jahrhunderten existierende Eisberge in rasendem Tempo verschwinden. Wenn nichts passiert, werden spätestens 2030 alle Gletscher im Gletscher-Nationalpark in Montana geschmolzen sein.

Die Macht dieser Bilder ist gewaltig – wunderschön und erschreckend zugleich. Der Film zeigt die atemberaubende Schönheit unseres Planeten und macht gleichzeitig den Klimawandel sinnlich begreifbar. Die Doku ist bei Netflix verfügbar.

A Plastic Ocean

Der Dokumentarfilm „A Plastic Ocean“ beschäftigt sich mit dem Plastikmüll in den Meeren und macht die Auswirkungen unseres immensen Plastikkonsums (es werden circa 300 Millionen Tonnen pro Jahr produziert!) und der Wegwerfgesellschaft sichtbar.

Etwa 8 Millionen Tonnen Müll landen jährlich in unseren Ozeanen, 75% davon aus Kunststoff. Nach Angaben des Umweltprogramms der vereinten Nationen (UNEP) treiben inzwischen auf jedem Quadratkilometer Meeresoberfläche bis zu 18.000 Plastikteile unterschiedlichster Größe. Es gibt mehr Plastik als Plankton! Der „Plastikteppich“ im Nordpazifik ist so groß wie Mitteleuropa und als einer von fünf Plastikteppichen sogar vom Weltraum aus sichtbar.

Eine Plastikflasche braucht bis zu 450 Jahre, bis sie zersetzt ist. Bis dahin werden die Mikroplastikpartikel von Meerestieren aufgenommen und gelangen so auch in unsere Nahrungskette. Wir vergiften unsere Umwelt und uns selbst.

Für die Doku wurde fünf Jahre lang recherchiert und gefilmt. Seit Januar 2017 ist sie in den Kinos und seit Mai auch auf Netflix verfügbar.

Tomorrow

Der französische Aktivist Cyril Dion und die Schauspielerin Mélanie Laurent zeigen in ihrem Dokumentarfilm die Zusammenhänge der zunehmenden globalen Probleme, wie Ressourcenknappheit und Klimawandel, auf. Auf der Suche nach Lösungen sprechen sie mit Experten und besuchen über den Globus verteilte Initiativen, die alternative wirtschaftliche, ökologische und demokratische Ideen verfolgen, um einem ökologischen Kollaps entgegenzuwirken.

„Tomorrow“ macht Mut, Visionen umzusetzen, und ermuntert jeden von uns, seinen eigenen Beitrag für eine gesündere (Um)Welt zu leisten. Verfügbar auf Amazon Prime Video.

Bei all dem aufrüttelnden Input, der hoffentlich zu unglaublichem, weltverbesserndem Tatendrang geführt hat, solltet ihr eins nicht vergessen: Es ist schwierig (und auch nicht nachhaltig im Sinne von langfristigen Veränderungen) von jetzt auf gleich das eigene Leben komplett umzukrempeln.

Sucht euch einen Bereich, der euch besonders wichtig ist und fangt dort in kleinen Schritten an, etwas zu verändern. Das kann der Verzicht auf neue Plastiktüten oder das bewusste Hinterfragen von Kaufwünschen und -entscheidungen sein. Komfortzone verlassen lautet das Stichwort!

Step by step schaffen wir es zu mehr Nachhaltigkeit im Umgang mit unserem Planeten und den fluffigen Tieren und sexy Menschen darauf. Das wird!

In diesem Sinne: Auf eine nachhaltig berauschende Zukunft für uns, unsere Liebsten und mögliche Nachkommen. <3

Headerfoto: Fashiongirl, Gletscher, Plastikmüll via Shutterstock.com. Danke dafür!

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