Mehr Hitze

Dichter Rauch füllt den Raum bis in die letzte Ecke, macht jeden Blick unmöglich. So spüre ich dich, bevor ich dich sehe. Meine Wahrnehmung schlägt um. Schließe die Augen, vergesse Musik zu hören und will sie mit deinem Körper verweben. Packe dich, du gibst meinen Händen nach. Vertraust, ohne zu wissen, nimmst meine Einladung an. Schnell sind wir uns einig, sprechen müssen wir nicht. Weil alles gesagt wurde. Als wir uns berührten. So verlassen nur kurz gehauchte Laute unsere Lippen. Vergehen sofort im Tosen der Menge. Gierig verschlungen von den hungrigen Mündern, deren Begehren an unserer kleinen Welt kratzt. Doch an den Mauern scheitert, die unsere neugierigen Arme errichten, während sie zu verstehen versuchen. Was gerade passiert. Noch passieren wird. Muss.

Wie sind wir zu dir gekommen. In deinem Bett gelandet, daraus gefallen. Auf dem Boden liegen geblieben. Bis ich dich wieder aufgestellt habe, an die Wand gedrückt, wo du nun schwebst. Von meinem Körper in die Luft gerissen, ein Moment abseits der Welt. Schwebend und leicht, treibt dich jeder Stoß meiner Hüften höher, weiter fort. Doch ich will dich nicht verlieren. Reiße dich zurück, mit Klauen, die dein Fleisch zerschneiden, meinen Anspruch niederschreiben. Damit du nicht vergisst, dass wir heute Nacht nur uns gehören. Gehorchen, bis Sonne unseren Pakt auflöst. Verbrennen wird, was deine verstreute Unterwäsche und der Lippenstift in meinem Nacken besiegelt haben.

Dass wir die nächsten Stunden ineinander, nebeneinander, aufeinander, miteinander verbringen werden. Austesten, wie weit die Grenzen sich beugen lassen, bevor die Luft von Seufzern zerrissen wird.

In Fetzen auf unseren schweißnassen Körpern zum Ruhen kommt, sie kühlt, damit wir wieder zum Anfang zurück finden. Das Spiel von vorne beginnt. Nur eben anders.

Du an meinen Fingern leckst, während ich immer tiefer in dich eindringe. Dich ausfülle, umschlossen von deinem kräftigen Becken, von kleinen Zuckungen willkommen geheißen. Die sich wiederholen, abwechseln, aufbauen, auf den vergangenen Minuten, bald Stunden. Wegspülen, was klar schien. Eine Übermalung, Übertreibung, der wir immer neue Facetten hinzufügen. Hier noch ein Kuss, dort der wütende Griff meiner zitternden Hände.

Finden wir keinen Halt, reißen wir Möbel um, bauen Betten aus allem, was wir finden. Dein Tisch wird zum Altar, auf dem ich dich opfere und verehre, bis das Feuer so heiß brennt, dass wir es nur noch unter fließendem Wasser löschen können. Das kühle Nass sich mit unseren Säften vermischt und ich dich an deinen feuchten Haaren packe, damit ich dich noch besser fixieren kann. Jeden Vorstoß meines pulsierenden Gliedes wirfst du mir zurück. Presst dich gegen mich, übernimmst das Kommando. Tanze zu deinem Takt, will dich zufrieden stellen, dir ein Lächeln aufs Gesicht zaubern, geboren aus den Erkundungen meiner Zunge, meinen sanftmütigen Lippen und meinem unersättlichen Schwanz.

Der so rot und geschwollen ist, wie der Tempel deiner Lust. Von deinem Saft überzogen, gleitet er mit Leichtigkeit in dich. Erst zögerlich, dann immer fordernder, bis dein Stöhnen mir zu verstehen gibt, wie weit ich gehen darf, kann, muss. Weiter als ich es mir zu Träumen gewagt hätte. Verschlinge dich darauf mit Haut und Haaren, verbinde die Abdrücke meiner großen Hände mit Kratzspuren.

Jeder Biss entlockt dir neue Laute, drückt mich tiefer in dein Becken. Wo ich schlussendlich vergehe, nachdem meine Lenden deinem Tempo nicht mehr gewachsen sind. Ich mich nicht mehr halten kann und meine Lust unter Schreien zwischen Gewalt und Zärtlichkeit in dich strömen lasse.

Der Mensch hinter nachtfarben lebt in Wien. Arbeitet dort in der Werbung und macht auch sonst ein paar Dinge mit und ohne Liebe. Mehr soll nicht gesagt werden, wir wollen ja noch genug Platz für deine Phantasie lassen. Und wenn du wirklich neugierig bist, schreib an nachtfarben(at)imgegenteil(punkt)at – vielleicht bekommst du ja eine Antwort. Ans Herz gelegt sei dir auch das Abonnieren des sexy Newsletters.

Headerfoto: Still Thinking via Creative Commons Lizenz 2.0!

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