Männliche Masturbation – die große Unbekannte

Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, beschäftigen uns alle Themen rund um weibliche und männliche Sexualität wirklich von Herzen. Gerne sind wir an vorderster Front dabei, erotische Fantasien, geile Spielzeuge und Periodensex zu enttabuisieren. Denn sind wir mal ehrlich: Die meisten von uns haben mal mehr und mal weniger Sex und es gibt nun wirklich so gar keinen Grund, sich dafür zu schämen.

Auch die Masturbation wird ein immer salonfähigeres Gesprächsthema für das Käffchen am Nachmittag. Die meisten Menschen tun es sowieso mit sich selbst und den wenigsten fault dabei heutzutage noch die Hand ab. Zumindest so Gott es denn will. Scherz.

Bei uns Damen der Schöpfung ist es ja so: Wir brauchen unsere Hände für die Selbstbefriedigung kaum mehr. In den einschlägigen Shops gibt es Toys ohne Ende, Cremes, Orgasmus-Gele, vibrierende Dinge, ansaugende Spielzeuge, crazy-gute Holzuntensilien, ach, es gibt einfach alles und davon ganz schön viel. Als uns dann neulich ein Bekannter beim – ACHTUNG – Käffchen am Nachmittag ganz galant von seiner Onanie berichtete und fast ein bisschen traurig über deren Einfachheit und Unkreativität sprach, haben wir uns das erste Mal ernsthafte Gedanken über Männer und ihre Masturbation gemacht.

Hand, Vaseline, Porno gucken, Heftchen blättern, Truckermuschi? Eine Minute und alles ist vorbei?

Was haben Männers eigentlich zur Verfügung? Hand, Vaseline, Porno gucken, Heftchen blättern, Truckermuschi? Eine Minute und alles ist vorbei? Geht es da überhaupt um Kreativität, Selbstliebe, schöne Fantasien? Und wieso sind wir über 30 Jahre alt geworden, bevor wir uns damit wirklich ernsthaft auseinandersetzen? Laut Umfrage im männlichen Freundeskreis besitzt niemand eine Truckermuschi im Taschenlampenlook, aber alle Boys wussten sofort, wovon wir reden. Help yourself and suchmaschine, wenn du dieses zauberhafte Gerät noch nicht kennst. Herrlich.

Einige Männer erzählen uns was von schmaler langer Tupperdose und Mettwurst – hat aber selbstredend NIE jemand ausprobiert, immer nur davon gehört. Andere bestätigen unsere Vorstellung von der eigenen Hand, einer Minute hoch und runter, etwas Spucke und gut ist. Toys, die sie ernsthaft masturbierenderweise für ihr Gemächt benutzen würden, besitzt unter unseren Homies anscheinend niemand. Cockrings ausgenommen, aber die kommen eher beim Sex zum Einsatz.

Masturbation dient eben hauptsächlich dem Orgasmus. No shame in that!

Laut aktuellen Umfragen des Sextoyherstellers TENGA masturbieren immerhin 86% aller Männer, 79% am liebsten im eigenen Schlafzimmer, auch Menschen in Beziehungen und Ehen tun es (juhu!). Und so gar keine große Überraschung hier: Fast alle Männer fühlen sich danach zufrieden, friedlich und glücklich. Spitze, so soll es doch sein.

Reden Männer denn untereinander darüber? Unsere Kumpels sagen: Nö, nicht wirklich. Da werden höchstens Scherze gemacht. Es passiert einfach, scheint aber wenig besprochen zu werden und dient eben hauptsächlich dem Orgasmus. No shame in that!

Wenn wir als Frauen laut über Sex und Selbstbefriedigung reden, gilt das heutzutage als empowering, feministisch, stark. Bei Männern kommt es immer noch wurstig rüber. Das gesellschaftliche Empfinden tendiert mehr so Richtung: „Der Arme, muss er sich wieder selbst einen runterholen.“ Es gilt weder als besonders cool, noch stark oder gar bewundernswert und wahrscheinlich ist das Thema männliche Masturbation deswegen auch kaum der Rede wert.

Dr. Sommer von der Bravo erklärt es für Teenager und Wikipedia bleibt sachlich. Laaaangweilig.

Nach einem Blick in die Suchmaschine mit den Schlagworten „männliche Selbstbefriedigung“ und „Onanie bei Männern“ wird unsere Vermutung bestätigt. Da werden uns original keine aufregenden Ergebnisse angezeigt: Dr. Sommer von der Bravo erklärt es für Teenager, ein Medizinforum erklärt es im medizinischen Sinne, gutefrage.net hat wie immer die besten und sinnlosesten Themen parat („Kann man durch Masturbation Armmuskeln aufbauen?“) und Wikipedia bleibt sachlich. Laaaangweilig.

Freunde der Selbsterforschung, wollen wir uns darauf einigen, dass wir euch das Thema etwas schmackhafter machen? Ein paar gute Toys für Männer vorstellen, verlosen und uns mehr mit dem Thema Selbstbefriedigung auseinandersetzen? Uns von Männern erzählen lassen, wie sie das denn nun genau machen und was sie sich wünschen? Einfach mal ein bisschen mehr Lockerheit in das zauberhafte Penisgefidel bringen?

Stay tuned, denn bis Ende des Jahres wird hier noch einiges passieren. Als deutsche TENGA-Botschafterinnen dürfen wir uns jetzt gaaaaaaanz viel mit dem Penis beschäftigen. In hochwertig, unschmutzig, edel und gut. Wir haben Bock. Und lassen natürlich auch unsere Männer darüber schreiben. Bald geht’s weiter und es wird supercoolundsupersexy. Berichtet uns auch herzlich gerne, was ihr dazu zu sagen habt. Masturbationsharing is caring.

In diesem Sinne: Ihr wollt ein Liebesglied, ihr kriegt ein Liebesglied, ein Glied, das ihr liebt! <3

Im Rahmen unserer Kooperation mit TENGA beschäftigen wir uns jetzt ausgiebiger mit dem Thema Masturbation. Danke fürs Sponsern. Ohne euch hätten wir wieder nur unsere Hände zum Spielen. Und das will ja nun auch niemand!

Headerfoto: craig Cloutier / Man in Motion via CC BY-SA 2.0. („Sexy Times“-Button hinzugefügt.) Danke dafür.

3 Comments

  • Jens sagt:

    Auch ich onaniere gerne und oft. Wie schon in Eurem Artikel beschrieben, hat die Onanie bei uns Kerlen immer noch den Makel des „Losers, keine abgekriegt ..“ usw.
    Es ist nun mal so dass man nicht immer jemanden hat, mit dem man Spaß zu zweit haben kann. Aber was soll eigentlich heißen, Spaß nur zu zweit? Auch in einer Beziehung habe ich onaniert. Alleine oder auch vor/mit meiner Partnerin.
    Ich bin nun wieder eine Zeit Single und betrachte die Onanie inzwischen als eine Art Wellness, die man sich einfach gönnt und auf die ich nicht verzichten möchte.
    Nicht der schnelle Erfolg steht im Vordergrund , sondern eine anregende, gerne ausgiebige Entspannung. Dafür gehe ich gerne neue Wege. Bloßes vor und zurück und gut, ist tatsächlich wenig kreativ und spaßig. Mittlerweile habe angefangen, die von mir früher verpönten Toys auszuprobieren. Tenga Eggs stehen als nächstes auf dem Programm. Auf die Erfahrung damit und ob sie mein Solo Sex bereichern, bin ich schon gespannt.
    In diesem Sinne Männers, Spaß alleine ist gar nicht so „schlimm“. Seid kreativ!

  • Kay sagt:

    Ich bin gar nicht sicher ob der Onanie so eine Glorifizierung gut tut. Klar ist dieses spiel mit sich selbst wichtig und vor allem schön, aber wie ihr in eurem Text schon ganz gut recherchiert habt wird es einfach mal genau so warm gegessen wie es auch nur lauwarm gekocht wird und in fast allen fällen würde ich den Sex mit einer anderen Person dem mit meiner Hand vorziehen. Die aufregendste Selbstbefriedigung hatte ich bisher wohl in Gegenwart einer Frau die sich den Anblick gewünscht hatte, somit war das wohl ein prima Kombo.
    Ja , wir Kerle wissen alle das es alle tuen, egal ob Single oder Papi mit Ehefrau, und wir können prima darüber witzeln. Wahrscheinlich kennt man deshalb diese ganzen seltsamen Utensilien wie Truckermuschi usw. mal abgesehen davon das die ja auch in den Kondomautomaten aushängen. (Lustige Variante mit nem Kondom und Schwämmen sowie Babyöl gibts als diy bei Youtube.)
    Ich kann mir aber kaum etwas schöneres vorstellen als (m)eine Hand, die eben genau dort anlegt wo es nun mal aufregend und schön ist. Jedes Kleinkind kennt wohl das zufriedenstellende Gefühl der Berührung dort.
    Ob wir das zwangsweise wirklich mit Utensilien steigern können wage ich zu bezweifeln, ich bin mir allerdings sehr sicher das Männer beim Thema Fantasie während der Onanie ein wenig von der Damenwelt lernen können, auch wenn alle Pornoseitenbetreiber damit ihre finanzielle Grundlage schrumpfen sehen.
    Die Masturbation schwankt in der Bedeutung auch immer ein wenig zwischen Zeitvertreib, kurzes glücklich machen, dem Samendruck nachgeben und einfach keinen Gedanken daran verlieren. In Teenietagen kommt das letzte glaube ich nicht vor 😉
    Das der Anblick masturbierender Frauen oft als angenehmer wahrgenommen wird als der von Männern, mag genau an der Negativwertung für das männliche Geschlecht gelten wie ihr sie ja bereits erwähnt habt (der hat es mal wieder nötig).

  • Daniel sagt:

    Soooooo langweilig ist die männliche Selbstbefriedigung nun wirklich nicht. Wenn man es auf das „Abspritzen“ reduziert vielleicht schon, aber geht es allein darum?! Sicherlich nicht, zumindest nicht für mich.
    Der Weg dahin ist wesentlich spannender und angenehmer. Kann man vielleicht damit vergleichen, dass eine Frau sagt: “ Ich bin zwar nicht gekommen, aber es war dennoch sehr schön.“ (Wenn das denn der Wahrheit entspricht ;))
    Das hab ich selbst schon so erlebt.

    Bei der Masturbation kann man mit Druck, Geschwindigkeit, Winkel, mit und ohne Kopfkino, mit und ohne Gleitmittel sehr viel Abwechslung ins Spiel bringen. Apropos Spiel, die Tenga Artikel wirken vielversprechend, auch wenn es nach teuren Wegwerfartikeln aussieht. Egal, muss ich mal versuchen.

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