Lost in Fuck Nation

Komplimente oder tiefgründige Gespräche sind ihm zu anstrengend.
Er macht auf intellektuell, liest Die Zeit, teilt sich den Schal mit der besten Freundin und auch mal die beste Freundin mit dem Kollegen …

Während des ersten Dates klebt er an seinem iPhone, um eben schnell das nächste Date abzusagen. Dann folgt doch noch etwas Konversation: „Sag mal, wohnst du alleine?“ Soll so viel heißen wie: „Können wir bei dir ficken?“

Gespräche versucht er mit Beleidigungskomplimenten (böse Dinge sagen, nette Dinge meinen) aufzulockern. Ironie und Desinteresse sind seine Art zu Flirten. Trotzdem „fühlt er derbe“, dass zwischen ihm und ihr etwas ist. Das ist wie ein Lockruf, der ihr das Gefühl gibt „etwas ganz Besonderes zu sein“. Nur hat er das Tina, Lisa und Madeleine auch schon gesagt. Komisch, dass es trotzdem zieht.

Ein Date ist so persönlich geworden wie ein Chat bei Facebook.
Keine Verbindlichkeit, kein Türaufhalten und erst recht keine Garantie auf eine Fortsetzung.

Da bleibt nur zu hoffen, dass der Inhalt seiner Levis 501 nicht genauso unbefriedigend ausfällt wie seine Unfähigkeit sich zwischen dem V-Neck und der Comme des Fuckdown Cap zu entscheiden.

Lili ist waschechte Hamburgerin, wenn auch mit Wurzeln in Frankreich. Ihren Stadtteil Eilbek verteidigt sie hartnäckig. Niemals, niemals würde sie nach Eppendorf oder Winterhude ziehen! Gerade fertig studiert, plant sie nun ihre Weltreise. Mit 24 Jahren ist sie noch lange nicht an dem Punkt, wo sie einmal sein möchte. Wie der genau aussieht, weiß sie allerdings auch noch nicht.

 

Headerfoto: lips via Creative Commons Lizenz 2.0!

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