Liebesspiel auf dem Hochsitz

Es ist ein herbstlicher Tag. Die Blätter fallen sanft, beinahe tanzend vom Himmel. Alles ist grau in grau. Wir überqueren die Stadtgrenze Richtung Wald. Weg, nur ganz weit weg aus dem Trubel der Menschen. Ja, wir tun etwas Verbotenes und der Umstand, dass wir uns nicht in unserer jeweiligen Wohnung treffen können, trägt uns an diesen Ort.

Düstere Musik von OAKE läuft im Auto, es passt wunderbar. Wir sagen kaum ein Wort. Als wir die Stadtgrenze hinter uns gelassen haben, erblicke ich ein Stück Wald und fahre in den Feldweg hinein. Meine Hände am Steuer sind kalt vor Aufregung, mein Blut kocht.

Als wir das Auto verlassen, küssen wir uns innig und leidenschaftlich. Es sind diese Momente, wo sich mein Chaos zu einem Universum zusammensetzt, wo alles einen Sinn ergibt. Ein Hochsitz thront am Rande der Bäume und ich muss diebisch grinsen.

Der Weg ist schlammig und mein Herz pocht wie im Galopp.

„Lass uns dorthin gehen“, sage ich bestimmt, aber mit sanften Unterton. „Ob es abgeschlossen ist?“, fragst du und ich gebe zur Antwort: „Das werden wir wohl herausfinden.“ Der Weg ist schlammig und mein Herz pocht wie im Galopp. Am Turm des Jägers, steige ich die Leiter hinauf. „Offen!“, schreie ich wie in kleiner Junge und du kicherst.

Oben angekommen wird mein Grinsen immer breiter. In der Mitte des Hochsitzes ist eine Bank und die Sichtfenster sind verglast. Sogar eine Ablagefläche für die Flasche Wein, die ich mitgebracht habe, gibt es. Die vielen toten Fliegen stören uns nicht, denn wir entbrennen schon.

Zungen schlingen sich umeinander. Wir atmen uns. Fassen uns an. Ziehen uns aus. Es passiert alles intuitiv. Automatisch, leidenschaftlich – echt. Meine Beine fallen links und rechts von der Bank hinunter und du setzt dich auf mich.

So fühlt es sich an, wenn zwei Körper wie füreinander geschaffen sind. Wir stöhnen beide auf.

Der Moment, in dem mein Penis in dich eindringt, ist jedes Mal magisch. So fühlt es sich an, wenn zwei Körper wie füreinander geschaffen sind. Wir stöhnen beide auf und du beginnst, mit langsamen Bewegungen auf und ab zu gleiten. Dein Hintern kreist dabei und meine Hände streicheln eben diesen.

Unsere Blicke vereinen sich und lassen keine Sekunde los. Wir finden uns in den Augen des anderen und verlieren uns im UNS. Du fühlst dich so gut an …

Fuck, so muss sich der Himmel anfühlen. Wenn es ihn doch gäbe, oder ist nicht genau dies eine Art davon? Diese Gedanken schießen mir in solchen Momenten nicht durch den Kopf. Es ist eher das Reflektieren im Nachhinein. Nein, alles um uns herum ist nichtig. Eine warme Seifenblase aus Herz und Lust.

Wir vergessen die Welt. Immer schneller werdend, werden auch unsere Blicke noch gieriger.

Deine Reitbewegung wird schneller und wir atmen beide lauter. Stöhnen. Küssen. Schwitzen. Deine wunderschönen Brüste fühlen sich weich und fest zugleich in meinen Händen an, während ich sie knete. Wir vergessen die Welt. Immer schneller werdend, werden auch unsere Blicke noch gieriger.

Ich spüre, wie sich mein Orgasmus anbahnt und ebenso der deine anrollt. Wir beide lassen uns fallen und ich entlade mich in dir mit einem lauten Stöhnen, das dumpf durch die Glasfenster dringt.

Kaum fertig, küssen wir uns sanft und halten uns in den Armen. Jeder mit dem Blick über die Schulter des anderen in die Ferne. Und genau in diesem Moment brechen die Wolken auf.

Als ob jemand uns einen Hinweis geben wollte. „Wie im Himmel …“

Headerfoto: Schwarz-weißes Pärchen via Shutterstock.com. („Sexy Times“-Button hinzugefügt.) Danke dafür!

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