Korea – unterwegs im Land der Kirschblüte und Morgenstille

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Korea, also Südkorea ist mein heimliches Lieblingsland. Das liegt wohl daran, dass ich da schon mal sechs Monate gearbeitet habe. Seitdem lässt mich dieses Land und seine Menschen nicht mehr los. Ende letzten September ging es für drei Wochen ins Land der Morgenstille.

Die beste Reisezeit für Korea ist von Mitte/Ende September bis Oktober, da hat man schönes Licht und kommt neben trockenem angenehmen Wetter auch in den Genuss der Herbstlaubfärbung. Alternativ bietet sich der März oder April an, dort kann man die Kirschblüte erleben.

Im Schnitt haben die airbnb-Apartments in Seoul und Busan 50 Euro pro Nacht gekostet, das Zimmer in Gwangju war mit 30 Euro deutlich billiger. Darüber hinaus sollte man beim Essen einfach darauf achten, dass man heimisches Esses zu sich nimmt. Das ist durchaus preiswert zu haben. So kommt man mit 30 Euro am Tag durch.

Als Hotspots kann ich in Seoul den Gyeongbokgung Palast, das Dongdaemun-Viertel mit seinem 70er-Jahre-Charme und die Altstadt Bukchon empfehlen. In Busan sollte man unbedingt den Fischmarkt Jagalchi, die Bookstreet und das Gamcheon Culture Village mit seinen vielen kleinen farbigen Häusern sehen.

In Seoul gibt es einen BBQ Laden – Fleisch auf den Gasherd in der Mitte und paar Beilagen dazu. Super lecker und super authentisch, in einer dunklen Seitengasse, reservieren ist nicht – man muss einfach warten. Der Besitzer sei früher ein Straßengangster gewesen, munkelt man. Passen würde es irgendwie und die Location auch – Haltestelle Gyeongbokgung, Ausgang 1, nach dem Family Mart die erste Gasse rechts.

Seoul

Die Reise startete mit der Hauptstadt Seoul. Gewohnt hab ich während der ersten Etappe im Studentenviertel Hongdae. Die Stadt mag einen als Megacity das erste Mal erschlagen, aber ich hab mich schon wieder auf die vielen unterschiedlichen Viertel, die Menschen, die landestypischen Gerüche, das Essen gefreut. Der erste richtige Ausflug in die Stadt außerhalb des für Streetfotografie sehr interessanten Viertels Hongdae, führte mich in den Palast Gyeongbokgung im Zentrum der Stadt. Wer nicht viel Zeit hat und einen Palast sehen will, das ist der Richtige.

Am nächsten Tag machte ich zusammen mit einem Freund das Viertel Dongdaeumun (was im im deutschen „das große Osttor“ bedeutet) unsicher – das ist nichts anderes als ein großer Markt mit vielen alten Gebäuden und tollen kleinen Seitenstraßen abseits vom zehnspurigen Trubel der Haupstraßen, man hat den Eindruck, dort in den Siebzigern zu sein.

Von Seoul nach Busan

Nach mehreren Tagen Seoul ging es per Fernbus weiter in den Südosten nach Busan. Dort hatte ich das Glück, an ein Apartment zu kommen, welches in einem neuen Wohntower im 34. Stock mit Blick aufs Meer lag. Bombe. Da kann man es aushalten. Busan ist anders als Seoul, kleiner, langsamer und ruhiger. Aber die Leute sind auch nicht mehr so „modern“, das soll nun nicht despektierlich klingen, sie ziehen sich nur anders, konservativer an. In Busan trieb ich mich am ersten Tag am Haeundae-Strand herum, um das tolle Herbstwetter zu genießen und schaute mir auch noch den nahegelegenen Fischmarkt an. Aal ganz frisch zu bekommen, hat was.

Die Tage darauf ging’s durch die Innenstadt und da auch ganz speziell in die Bookstreet. Dort gibt’s nur Bücherläden! Ist ganz urig. Das dortige Cafe nicht auslassen – es lohnt sich. Einen viel größeren Fischmarkt (Jagalchi) gibt’s dann noch nahe des Zentrums. Sehr viele kleine Anbieter, meistens alte Frauen vom Lande, die zum einen verkaufen, aber auch was Kleines zum Essen anbieten. Unbedingt machen.

Sehenswürdigkeiten Busan 

Auch sehr interessant ist das Gamcheon Culture Village in der Nähe des Fischmarkts. Auf jeden Fall sollte man dort hinlaufen, den Berg hoch zwischen den vielen kleinen Häuschen und Gassen hindurch. Normalerweise fährt man mit dem Bus hoch, aber Busfahren kann ja jeder. Das Dorf ist eine Ansammlung vieler kleiner farbiger Häuser an einem Hang, mit einigen Viewpoints für Touristen und mit „Kleiner Prinz“-Skulpturen. Irgendwie sind die da ganz verrückt darauf. Diese finden sich auch in der Innnenstadt öfter.

Kurztrip nach Gwangju und Yulpo

Für einen Kurzaufenthalt ging’s dann nach Gwangju im Südwesten des Landes. Hier konnte ich bei einer super netten Familie in ihrem freien Zimmer unterkommen und einen Familienabend genießen. Diese Gastfreundschaft – einfach herrlich. Diesmal aber „nur“ im ersten Stock. Am kommenden Tag ging es mit Freunden im Auto (notwendig) ganz früh an einen See, der für tolle Morgennebel bekannt ist – Morgenstille inklusive. Und danach zum Bambuswald in Damyang. Am letzten Tag machten wir noch einen Abstecher an die Küste im Süden in den Ort Yulpo, mit einem kleinen Umweg über die Teefelder in Boseon. Leider ist die Teeblüte im Frühjahr.

Gangnam und die Megapolis Seoul

Zurück nach Seoul hab ich mir den KTX, das ist der koreanische Hochgeschwindigkeitszug, gegönnt. Der ist wirklich schnell und angenehm zu fahren. Da soll es aber bald eine modernere koreanische Variante geben, daher wird der aktuelle nicht mehr so „gepflegt“. In Seoul hatte ich mir dies mal Gangnam (das aus dem gleichnamigen Song) als Wohnviertel herausgesucht. Diesmal wohnte ich im zweiten Stock in einem niedrig bebauten Gebiet, in dem es neben Wohnhäusern von Modegeschäften und Schönheitskliniken nur so wimmelte. Gangnam eben.

Die letzten Tage in Korea schlenderte ich in einem unscheinbaren Viertel umher (zwischen Donhwamun-ro und Jongmyo-Schrein), in dem hauptsächlich Schmuck- und Goldhändler angesiedelt sind und Menschen am Straßenrand koreanisches Schach – Janggi – spielen. Auch war ich das erste Mal in der Altstadt Seouls, Bukchon. Dort kann man noch in alten Hanoks wohnen bzw. übernachten. Allein der Kontrast zur Umgebung hat was. 

DER FOTOGRAF: Chris Eberhardt ist 37 Jahre alt und wohnt in München. Begeistert. Umtriebig. Ruhig. Reiselustig. Offen. Neugierig. Wenn er sich mal hauptberuflich nicht um Zahlen und Daten bei einem Telco-Unternehmen kümmert, findet man ihn auf Hochzeiten beim Fotografien oder irgendwo in der Weltgeschichte unterwegs. Beide Themen haben für ihn mindestens eins gemeinsam: Es gibt immer wieder etwas Neues zu entdecken, seien es unterschiedliche und vielfältige Emotionen oder neue Typen und Kulturen. Und genau das macht es für ihn so interessant zu fotografieren. Blog | Facebook

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