Just the two of us

Ich lehne an dem Aktenschrank. Als du mit deiner Erledigung fertig bist, lehnst du dich ebenfalls daran und schaust mich erwartungsvoll an. Mein Herz schlägt schnell. Alles pulsiert in mir. Ich bin eigentlich viel zu schüchtern für eine solche Situation. Aber getrieben von monatelangen Sehnsüchten, musste ich diese Gelegenheit einfach ergreifen. In einem anderen Leben hätte ich etwas gesagt wie: „Wir sollten hier wieder raus.“ Aber nicht heute, nicht jetzt. Also gehe ich einen Schritt auf dich zu.

Wir stehen wenige Zentimeter voneinander entfernt. Ich spüre deinen Atem auf meiner Haut. Weiterhin sehen wir einander einfach nur an. Lächelnd. Ich greife zögerlich nach deiner Hand, deine Finger verschränken sich in meinen. Doch das wollte ich nicht. Ich will etwas ganz anderes. Ich will keine verliebte Geste. Ich will die Lust, die uns seit Wochen umkreist. Ich hebe deine Hand an meinen Mund, sauge deinen Daumen genüsslich ein und beginne, daran zu lutschen, dir unablässig in die Augen schauend. Dein Lächeln erlischt. Dafür regt sich etwas anderes. Etwas sehr Heißes, das mir gegen den Oberschenkel drückt. Du entziehst mir deine Hand, packst mein Gesicht und küsst mich.

Endlich.

Endlich eine Art von Körperkontakt, die uns nicht erlaubt ist. Unsere Umarmungen, die immer länger zu werden schienen, reichten schon seit Wochen nicht mehr aus, um das körperliche Verlangen nacheinander zu stillen. Deine Lippen auf meinen hingegen, so fordernd, so heiß, so lecker, entzünden in mir nur noch mehr Verlangen auf körperliche Nähe zu dir.

Du schiebst mich zurück und drückst mich sanft aber sehr bestimmt auf den Schreibtisch. Bereitwillig umschließe ich dich mit meinen Beinen. Deine Hände greifen nach meinen Brüsten, zwischen meine Beine, sie sind überall. Ich weiß nicht, wo ich dich zuerst spüre und wo zuletzt. Alles ist elektrisiert. Jede deiner Berührungen hinterlässt eine brennende Spur der Erregung auf meiner Haut und breitet sich über den Rest meines Körpers aus.

Ich weiß selber nicht, wo ich meine Hände zuerst und zuletzt haben will. Ich will alles von dir erkunden, jede einzelne Faser in mich aufnehmen. Jeden Teil deiner Haut, den ich sehen darf, jeden Geruch, jeden Geschmack. Ich will alles von dir.

Als deine Finger in mich gleiten, entfährt mir ein Stöhnen. Du bedeckst meine Lippen mit deinen Küssen. Man kann uns nicht sehen, durchaus aber hören. Fast glaube ich, dir könnte es nicht gefallen, als aber auch dir ein erleichtertes (leises) Stöhnen entweicht, als meine Hand nach deinem Schwanz greift, verfliegt dieser Gedanke in die endlose Erfüllung dieses Augenblicks.

Ich genieße das Gefühl deines harten Schwanzes in meiner Hand. Heiß und groß, pulsierend vor Lust. Ich führe in an mich, doch du verharrst. Wir sehen einander an. Ich sehe es in deinen Augen. Denselben Gedanken, der sich auch in mir regt, in dieser Sekunde des Atemholens. Wir dürfen das nicht tun! Ich greife an deinen Po und mit einem Ruck bist du in mir. Dein Mund trifft den meinen. Kein Küssen, nur Atmen. Erfülltes Atmen, erfülltes Stöhnen, erfülltes Seufzen.

Du beginnst dich zu bewegen. Langsam. Aber so bleibt es nicht lang. Deine Stöße werden schneller. Heftiger. Mich durchzucken Wellen der Lust, seitdem du in mir bist. Ich will dich so sehr, dass ich schreien könnte. Ich wollte dich die ganze Zeit. Nun, endlich, ist es so weit. Du gehörst mir. Jetzt hier, in diesem Augenblick.

Wir haben nicht viel Zeit, wir müssen zurück aus dem Büro, sonst fallen wir auf. Also nutzen wir die uns zur Verfügung stehende Zeit, um Erfüllung zu finden. In dem Moment, in dem ich in wohlige Schauer des Orgasmus falle, kommst auch du. Dein Schwanz pulsiert in mir. Du stöhnst auf. Ich genieße diesen Augenblick in vollen Zügen. Ich will nicht, dass er endet.

Du verweilst noch etwas länger in mir. Mit wilden Küssen beenden wir dieses Spiel. Dann gleitest du aus mir heraus. Ich ziehe mir String und Hose hoch. Auch du ziehst dich wieder an. Irgendwie ist die Atmosphäre gespannt. Wir haben etwas getan, was wir nicht hätten tun dürfen. Doch was nun? Geschehen ist geschehen. Es lässt sich nicht rückgängig machen. Aber das will ich auch nicht. Ich hoffe sehr, dass auch du es nicht bereust.

Ich öffne die Bürotür und sage: „Siehst du, so machen wir das in unserer Filiale. Sorry, dass die Erklärung so komplex und verwirrend war. Hat etwas länger gedauert als gedacht. Ich hoffe du verstehst es.“ Du lächelst. Ich lächle zurück und füge noch hinzu: „Wenn du weitere Fragen hast, frag. Ich erkläre dir gern mehr.“ Du sagst: „Ich werde darauf zurückkommen.“ Wir verstehen beide. Ich gehe und du gehst zurück an die Arbeit.

Wir speichern die letzten Minuten als Schulung in betrieblichen Dingen.

Sozusagen.

sozusagen lebt und wirkt bei Hamburg und wurde in den 80ern geboren. Sie hängt oft hinter Gedankenschleiern, ist in ihrem extrovertiert Sein oft introvertiert (oder umgekehrt) und ist sich noch immer nicht ganz sicher, wer sie ist, was sie in diesem Leben soll und wie sie die Zeit in ihrem Leben am sinnvollsten gestaltet. Ihre Texte stammen zum Teil direkt aus ihrem Herzen und Leben. Andere Texte sind der Feder ihrer Kreativität entsprungen. Dennoch sind auch die frei erfunden stets real. Für alles andere möchte sie Raum für Fantasie lassen. 

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Headerfoto: Sexy Business Woman via Shutterstock (Sexy Times imprint added)!

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