Geduld haben und alleine bleiben – wenn das Universum einfach andere Pläne hat

Kennst du das? Du wünschst dir nichts sehnlicher als jemanden an deiner Seite, der dich zum Lachen bringt, der dich umarmt – gaaaanz feste umarmt und dich einfach nur hält. Du bist im Wechselbad der Gefühle – jeden Abend – nein, jede Stunde ist anders. Du attraktive Frau mit 47 Jahren weißt nicht mehr, ob du Fisch oder Fleisch bist. Du kommst aus einer längeren Beziehung von etwas über vier Jahren.

Wo ist die Zeit geblieben? Wo ist dein Dasein geblieben? Hast du dich tatsächlich wieder so sehr eingerichtet oder auch nach ihm ausgerichtet? Obwohl die Freiheit da war. Nur da war noch viel mehr: der Alltag, der doch wieder alleine organisiert wurde, die ganzen Verpflichtungen, die beruflichen Umbrüche, Erwartungen auf das Wochenende, Beziehung auf Entfernung.

Tränen und immer wieder Tränen, dann die Wut, dann die Zerrissenheit – und die Unruhe, du könntest schreien.

Fisch oder Fleisch? Tränen und immer wieder Tränen, dann die Wut, dann die Zerrissenheit – und die Unruhe, du könntest schreien und machst es auch, bei lauter Musik im Auto, da hört es keiner. Weg willst du, einfach nur weg von allem. Ab ans Meer. Die Gedanken, die sich ständig im Kopf in wellenartiger Form bewegen, einfach loslassen, die Wellengedanken dem Meer übergeben und durchschnaufen.

Warum bist du hier? Wo ist denn deine Zufriedenheit nur hin? Die Welt ist so verkorkst geworden, wir Menschen auch und du auch. „Die Sehnsucht nach Leichtigkeit ist stark“, das war doch dein Jahresmotto.

Sommerabend, tanzen gehen, raus und Spaß haben. Nur wo sind sie alle hin? In festen Beziehungen, es hat sich alles verändert. Und was will denn eine jung aussehende und jung gebliebene Frau mit 47 in den Clubs, in denen die 20-Jährigen sind? Dabei ist der Sound doch immer noch so geil – treiben lassen, das wäre schön. Am besten am Meer.

Sinnsuche, Alles-Suche. Ende Mai taucht jemand auf. Es bzw. er tut gut. Erst mal rein in die Ablenkung. Die Welt strahlt wieder und du auch. Drei Wochen vergehen: Zeit der Spannung, Gespräche, Nachfrage, Schoki, viel Kaffee, Orgasmus im Rausch, Aufmerksamkeit und drei sehr innige Momente, gehalten und gehoben werden. Das Gesicht beim Küssen in die Hand nehmend, ein paar Sonnenstrahlen auf deinem Körpern spürend.

Nur langsam kommt die Erleichterung. Du warst wie eine Droge. Kurze Erholung!

Sechs Wochen später ist die Illusion der Gefühle wieder verschwunden und die Wartezeit vorbei. Totale Verwirrung und Traurigkeit! War es nur der Rausch? Eine Illusion? Alles nur gespielt? Echt jetzt? Strategie? So easy, wenn die Bedürftigkeit da ist und das ganze System runter gefahren ist? Ein Hoch auf die Trigger dieser Welt. Nur langsam kommt die Erleichterung. Du warst wie eine Droge. Kurze Erholung!

Einen Monat später wieder ein neuer Mann, völlig ungeplant – zwei lange Telefonate, zwei Treffen, wieder ein Telefonat. Fühlt sich irgendwie gut an, und lustig ist es auch. Du gehst mit ihm frühstücken und noch an die Isar. Er ist jemand, der nicht nur Aufmerksamkeit schenken, sondern auch sprechen kann und gemeinsam etwas unternehmen möchte, keine Spielchen. Ein wunderbarer geistiger Austausch.

Und dann der Satz, er will sich reinfallen lassen. Echt jetzt? Nach knapp zwei Wochen? Jetzt schreckt dich wieder das Andersherum ab. Jemand, der es vielleicht ernst meint. Keine Wartezeit. Doch für einen Kuss muss es doch auch funken. Ist das jetzt richtig? Viel zu schnell! Oh Schreck, nein, das geht ja auch nicht. Und vorbei.

Was willst du? Auf jeden Fall Zeit mit dir selbst, nichts Aufwühlendes und einfach mal die Langeweile aushalten.

Es reicht! Es reicht jetzt wirklich, findest du. Das Universum will es anders. Besser so. Geduld haben und alleine bleiben. Finde zuerst dich und liebe dich mal. Lass dir doch Zeit! Energien wollen eingeteilt sein, denn der Körper schreit nach Ruhe. Die Wechsel wollen angenommen und verarbeitet werden und das Reset auch wirklich mal gemacht werden. Persönliche Auszeit! Fisch oder Fleisch, was willst du? Auf jeden Fall Zeit mit dir selbst, nichts Aufwühlendes und einfach mal die Langeweile aushalten, bis die wieder Spaß macht.

Sommerleichtigkeit, die fehlt dir so sehr. Dein Lachen, deine Lebendigkeit, dein Glaube, du kommst aus dieser Schleife wieder heraus – nur durch dich. Und nun ist Winter.

Minx (als Übersetzung eher die Geheimnisvolle und nicht das Luder), wäre fast mal ein DJ-Name geworden, ansonsten schreibt sie ihn gerne auf ihre Acrylbilder. Früher schon gerne geschrieben und jetzt geht’s wieder los. Tagsüber arbeitet sie als Bürotante, ansonsten findet sie sich gerade neu, klar, sagt auch der Text. Liebt das Meer und die Musik und mag die Natur und Hunde. Die Kreativität will wieder viel mehr hervor. Also wird gemalt und geschrieben – je nach Lebensphase mal mehr, mal weniger.

Headerfoto: Mädchen im Wald via Shutterstock.com. („Wahrheit oder Licht“-Button hinzugefügt.) Danke dafür!

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