Fuerteventura | von Streifenhörnchen und schwarzen Stränden

Fuerte ist wunderschön, extrem karg und ziemlich überschaubar. In etwa vier Stunden fährt man ganz aus dem Norden zur Südspitze. Je näher man sich dem Süden nähert, desto deutscher und touristischer wird alles. Wir haben uns der Vollständigkeit halber auch dieses Spektakel angetan, können jedem aber nur davon abraten, in Costa Calma oder Morro Jable zwischen Shoppingcenter, Tanke, Megahotel und Ronny’s Schnitzelhaus zu wohnen. Bzw.: Wer auf Malle in El Arenal ansteigt, ist dort genau richtig.

Wettertechnisch kann man im Dezember/Januar sowohl Glück als auch Pech haben. Man nennt das Leben. Letztes Jahr gab’s Sandsturm, dieses Mal trug ich die knappsten Shorts und kleinsten verfügbaren Tops. Der Wind ist zwar teils heftig, aber Frisuren im Urlaub sind eh überbewertet.

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El Cotillo

Wir wohnen in Cotillo und starten deshalb auch dort unseren Mini-Roadtrip. Ich liebe diesen Ort. Sowohl die kleinen Buchten im Norden des Dorfes, als auch das Gebiet um den Hafen und die brutal schönen Surferstrände im Süden. Eigentlich ist es egal, wo man sich niederlässt. Ich verstehe nicht, wieso jemand nach Fuerte fliegen und nicht dort wohnen würde.

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Betancuria

Betancuria (korrekte Aussprache unbekannt) ist ein hübscher, safer Ort. Für die Insel ziemlich grün geraten, kann man hier über nette Straßen flankieren, vor der Kirche zu Livemusik abcornern oder sich auf dem gut gummierten Spielplatz des Dorfes beim Fallen nicht verletzen. Freunde der Wüstenbotanik und historischen Brunnenanlagen oder alle, die mit ihren Großeltern reisen, kommen hier definitiv auf ihre Kosten. Wir schritten den gesamten Ort ab, inklusive des etwas außerhalb liegenden, verlassenen Klosters, das man, wenn man schon mal hier ist, am besten auch mitnimmt.

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Ajuy/Playa de los Muertos

Zugegeben, an diesem einzigen Tag hatten wir Wolken und Regen, passte aber wunderbar zum Strand der Toten. Dieser Ort fühlte sich so gar nicht nach Fuerte an – eher nach Peru oder Mexiko (wo ich selbstverständlich noch nie war). Ein paar umgedrehte Ruderboote lagen im dunklen Sand – angeblich leben die Menschen dort vom Fischfang, auch wenn ich nicht verstehe, wie man mit einer solchen Nussschale über die tosenden Wellen kommen soll. Die kastigen Steinhäuschen (mit Schnörkeln oder extravaganten Formen wird sich da nicht aufgehalten, ein Haus hat vier Wände, ein Flachdach, fertig) liegen halbmondförmig und übereinander versetzt der Linie der Bucht folgend. Wie ein feiner Schleier tanzte der Sprühregen über dem Ort, wobei man gar nicht genau sagen konnte, ob der Ursprung der Himmel oder die Brandung war. Alles schimmerte und ich fühlte mich so inspiriert, ich hätte fast gezeichnet. Und ich will nie etwas zeichnen.

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Las Playitas

Ein wunderschöner Ort mit dem vielleicht einzigen ungefährlichen Badestrand, den wir auf der ganzen Insel gefunden haben (vom Süden abgesehen, aber da haben wir auch nicht geguckt). Die Fischer des Dorfes erschnorcheln den Fang direkt im Hafen, ansonsten ist da absolut tote Hose. Ich habe deshalb mehrere Eis gegessen, bevor wir weiter über happige Serpentinen zum Leuchtturm gefahren sind.

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Fazit: Fliegt hin, wohnt im Norden, schaltet ab, versucht nicht zu ertrinken und ihr werdet den besten Urlaub haben. Versprochen.

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