Feuerwerk

Schon den ganzen Abend hört man in der Ferne Raketen zergehen. Doch der Nebel lässt nur einen dumpfen Lichtschein zu uns dringen. Das Jahr neigt sich seinem Ende zu. Und wir sind wieder einmal lieber zu zweit, als uns unter Menschen zu mischen. Seltsam fremd sind sie uns. Vielleicht sind wir uns zu nahe gekommen. Voneinander abhängig.

So scheint es oft. Wenn ich neben dir aufwache, dich zu mir ziehe und sofort wieder einschlafe. Die Träume sind immer schwerer vom Wachzustand zu unterscheiden. Berührungen wecken und schläfern ein. Der Sex, zwischen, nach und während wir uns ewige Geschichten erzählen, wird nur intensiver. Nicht unbedingt länger, härter oder routinierter. Denn unsere Körper scheinen sich stets aufs Neue zu wandeln. Damit jeder Höhepunkt am Ende einer zärtlichen Entdeckungsreise steht. Durchwoben von neugierigen Küssen in der Sicherheit unseres kleinen Zuhauses.

Und so wird es auch heute Abend wohl damit enden, dass wir wieder übereinander herfallen. Nicht ein- oder zweimal, sondern bis dein Appetit gestillt ist. Ich vor Erschöpfung sofort in deinen Armen einschlafe. Doch zuerst das Essen, den Wein und gute Musik genießen. Während die Wohnung im Licht der Kerzen in Flammen aufzugehen scheint, spiegelt sich in deinen Augen das weiße Porzellan. Sobald die Teller geleert sind, nehmen wir den Wein und die Musik mit aufs Sofa. Schenken uns reichlich ein. Worte fallen heute nicht viele. Die Feiertage haben die Lust auf Erzählungen erschöpft. Es reichen aber die Blicke, kleine vertraute Gesten und das Wissen, sich auch ohne Abhandlung zu verstehen.

Nach und nach rücken wir näher zusammen. Teilen eine Decke, unsere Lippen und auch ein Glas. Ich koste, ob der rote Saft von deinen Lippen anders schmeckt. Du lachst über meine Experimente. Zumindest bis ich mich über deinen Nacken hermache. Ganz genau vermesse, wie weit zwei deiner Seufzer auseinander liegen. Flinke Finger folgen gierigen Küssen, wechseln sich im Takt mit kleinen Bissen ab. Wie schnell mein Appetit sich in unstillbaren Hunger verwandeln kann, überrascht mich immer wieder. Aber kaum etwas schmeckt so köstlich wie der Glanz in deinen Augen, wenn ich weiß: Du willst mich. Ganz und ungeschönt.

Dann packst du mich. Fester als ich es gewohnt bin. Setzt dich auf mich. Drückst meine Arme hinter meinen Kopf. Weg von deinem brennenden Körper. Blickst mich an. Gibst mir zu verstehen. Heute bestimmst du, wohin unsere Reise führt. Wie laut ich schreien werde. Wann ich dich nehmen darf. Wie hart. Dem gebe ich mich nur allzu gerne hin. Schalte meinen Kopf aus. Folge nur noch deinen Befehlen.

Stolpere in einen Rausch aus Bewegungen, schnellem Atem und viel zu kurzen Pausen. Alles verschwimmt im Nebel, vermischt sich mit den fernen Explosionen, die näher zu kommen scheinen. Bis bei jedem Stoß Farben und Töne durch mein Mark laufen. Irgendwann werfe ich einen letzten Blick auf die Uhr. Gleich wird ein neues Jahr beginnen. Und ich wohl nicht zum letzten Mal an diesem Abend kommen.

Der Mensch hinter nachtfarben lebt in Wien. Arbeitet dort in der Werbung und macht auch sonst ein paar Dinge mit und ohne Liebe. Mehr soll nicht gesagt werden, wir wollen ja noch genug Platz für deine Phantasie lassen. Und wenn du wirklich neugierig bist, schreib an nachtfarben(at)imgegenteil(punkt)at – vielleicht bekommst du ja eine Antwort. Ans Herz gelegt sei dir auch das Abonnieren des sexy Newsletters.

Headerfoto: Sexy Pärchen via Shutterstock! Danke dafür. (Sexy-Times-Button hinzugefügt.)

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