Eine Nacht mit dir

Ich schnippe meine Zigarette weg, beobachte wie sie erlischt, langsam, fast wie meine Hoffnung. Mein Handy vibriert, Du. Ich hole Luft, mein Herz beginnt zu rasen, meine Finger zittern. Es ist mittlerweile fast zwei Uhr, doch du kannst nicht schlafen, fragst, ob ich noch vorbeikomme, meinst beiläufig, dass ja auch noch Kirsch da wäre.

Meine Lippen zucken bei dem Gedanken an das letzte Mal, wie gut deine Lippen schmecken, wenn sie in Alkohol getränkt sind. „Ja gut, halbe Stunde“, schreibe ich schnell zurück. Ich haste ins Bad, ziehe meine Unterwäsche aus, frische das Make-up auf, schnappe mir meinen Autoschlüssel und fahre los.

Schon im Auto merke ich die Feuchtigkeit zwischen meinen Beinen, das leichte Ziehen.
Zwanzig Minuten später stehe ich vor deiner Tür, wieder eine Zigarette in der Hand, um mein Zittern zu verbergen. Du öffnest die Tür, die Konturen deines Körpers zeichnen sich unter deinem weißen Shirt ab, trägst nur Boxershorts.

Ich will dich! Jetzt!

Du lächelst, als du mich siehst, zündest dir auch noch eine Zigarette an und musterst mich. Ich trage enge Jeans, die meinen Hintern noch besser zur Geltung bringen, ich weiß, dass dir das gefällt. Während wir so dastehen, legst du deinen Arm um mich und schiebst deine Hand in meinen Hosenbund, ich habe Angst, dass ich mich unter deiner Berührung auflöse.

Die Zigaretten sind aufgeraucht und du nimmst deine Hand lachend von mir, um mich vor dir die Treppe hinaufzuschieben, bis zum Schlafzimmer. Ich sehe schon die Seile, die Fesseln und ich weiß, was mich erwartet. Wir hatten das schon oft, doch es macht mich immer wieder aufs Neue verrückt.

Du ziehst mich zu dir aufs Bett, drückst meinen Kopf in deinen Schoß und lässt mich machen. Du genießt es, so sehr, doch kurz bevor du kommst, schiebst du mich weg. Während du mich ausziehst, musterst du jeden Millimeter meines Körpers, ich sehe deine Augen blitzen, als du merkst, dass ich keine Unterwäsche trage.

Du legst mir die Fesseln an, bindest mich ans Bett und verbindest mir die Augen. Da liege ich nun, vor dir, ausgeliefert.

Du schiebst deine Finger in mich. Wie ich das vermisst habe, ich genieße es. Dann fängst du an, mich mit deiner Zunge zu verwöhnen, nicht mehr lange und ich komme. Doch das weißt du genau, du hörst abrupt auf, nur einen kurzen Moment davor. Ich hasse dich dafür, dass du mich so gut kennst.

Ich winde mich und höre dich nur lachen, als ich im nächsten Moment schon deinen Schwanz in mir und deine Küsse an meinem Hals spüre. Du stößt schnell, hart und wir stöhnen im Einklang. Ich will dich berühren, halten, doch ich kann nicht. Du löst die Fesseln, drückst meine Hände aber über meinen Kopf.

Ich komme, du auch.

Du sackst über mir zusammen, verweilst noch einen Moment, bis du dich zur Seite rollst. Du löst mir auch die Fußfesseln, ich nehme mir die Augenbinde ab. Du packst alles wieder zusammen, wir gehen ins Bad, teilen noch eine Zigarette, bevor wir uns anziehen und ich gehe.

Als ich losfahre sehe ich schon die Sonne aufgehen. Die Nacht neigt sich dem Ende, nimmt die Gedanken mit. Für die nächsten Tage, bis zu einem neuen Abend, an dem wir uns allein fühlen, an dem wir uns wiedersehen, doch immer nur für eine Nacht, nur für den Sex.

Frau Chaos ist Ponymama und absolute Profichaotin in jeder Lebenssituation. Studiert irgendwas Soziales, liebt kreative Dinge und probiert viel aus. Wenn die nächtliche Melancholie sie packt, ist sie dann auch noch Möchtegernpoetin.

 

Headerfoto: Seniju via Creative-Commons-Lizenz 2.0! (Sexy-Times-Button hinzugefügt.) Danke dafür.

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