Du bist wie die Reise, die ich trotz Angst unternehme

Ich habe Angst vor dem Fliegen. Und zwar richtig. Mir wird nicht nur ein bisschen mulmig zumute, sondern so richtig schlecht. Der schlimmste Moment ist der kurz vor dem Abheben. Wenn ich weiß, dass ich nicht mehr entkommen kann, dass mich jetzt keiner mehr retten kann und dass es jetzt gleich in die Luft geht, ob ich will oder nicht.

Ähnlich ging es mir in letzter Zeit mit dem Verlieben. Ich habe mich verliebt. Gegen meinen Willen, mit der gleichen Angst, mit dem gleichen unguten Gefühl. Da warst Du und ja Du, Du warst einfach genau mein Typ. Mit Deinen wunderschönen Augen und Deinem hinreißenden Lächeln – und natürlich dem britischen Akzent.

Mit jedem Gespräch hast Du mich aufs Neue verzaubert. Du auf der Insel und ich hier in meiner kleinen Unistadt – beschäftigt damit,  Europa zu studieren.

Mit jedem Gespräch hast Du mich aufs Neue verzaubert. Du auf der Insel und ich hier in meiner kleinen Unistadt – beschäftigt damit,  Europa zu studieren. An Tagen, an denen mein Display dunkel blieb, hätte ich mich am liebsten unter meiner Decke verkrochen. Ich redete mir ein, dass ich Dich nicht brauche und nichts für Dich empfinden würde.

Ich schaltete mein Handy auf Flugmodus, weil dann ja eh keine Nachrichten durchkämen. Und dann doch dieses hoffnungsvolle Gefühl, wenn ich den Flugmodus wieder ausschaltete. Und ein kleiner Herzaussetzer, wenn eine Nachricht erschien und ein kleiner Stich, wenn genau diese Nachricht ausblieb.

Ich liebe es, verliebt zu sein, aber ich mag es ganz und gar nicht, die Kontrolle zu verlieren. Und die Kontrolle hast Du. Du hast die Kontrolle, den Tag in einen wunderschönen zu verwandeln. Auch wenn es schon 10 Uhr abends nach einem beschissenen Tag ist. Du hast die Kontrolle darüber, mich, auf mein Handy starrend, zum Lachen zu bringen.

Ich liebe es, verliebt zu sein, aber ich mag es ganz und gar nicht, die Kontrolle zu verlieren.

Du kannst mich auf Wolken fliegen lassen, die mich federn und hoch hinaus in den Himmel werfen. Du hast aber genauso die Kontrolle, mich wieder runterzuholen, mich 100 Mal am Tag mein Handy checken zu lassen – ohne eine Nachricht. Mich daran zweifeln zu lassen, ob verliebt sein wirklich so was Tolles ist.

Und da frage ich mich: Bist Du wie meine Flugangst? Bist Du dieses schlimme Gefühl im Magen, das ich kurz vor dem Abflug habe?

Nein, ganz sicherlich nicht. Das würde Dir in keinster Weise gerecht werden. Du bist eher wie die Reise, die ich trotz Angst unternehme. Du bist die neue Kultur, die ich kennenlerne, die neue Erfahrung, die ich sammle. Du bist der Sonnenaufgang, für den sich der Flug gelohnt hat. Du bist alles das und noch viel mehr.

Du hinderst mich nicht daran, ins Flugzeug zu steigen, sondern ermunterst mich, einfach loszufliegen – ohne großes Nachdenken.

Du hinderst mich nicht daran, ins Flugzeug zu steigen, sondern ermunterst mich, einfach loszufliegen – ohne großes Nachdenken. Du gibst mir das Gefühl, dass es natürlich ein Risiko gibt abzustürzen, aber auch, dass dieses Risiko nicht groß genug ist, um mich gar nicht erst auf die Reise zu begeben.

Und wie meine Freunde mir immer sagen: Zu fliegen ist eine der sichersten Arten, sich fortzubewegen, es mag zwar Turbulenzen geben, aber im Endeffekt kommst man sehr wahrscheinlich, mehr oder weniger, wieder heil unten an.

Carl studiert zwar, ist aber trotzdem total verplant. Sie liebt es zu reisen und sich mit Themen wie Feminismus und Politik zu beschäftigen. Sie verliebt sich ab und zu und ihre Freundinnen müssen sich dann den ganzen Mist anhören. Aber sie machen das gerne – sagen sie zumindest.

Headerfoto: Allef Vinicius via Unsplash. (Gedankenspiel-Button hinzugefügt.) Danke dafür!

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