Dealer vs. Kryptonit-Mensch – über abhängige Liebe

„Tatsache ist: Ich war süchtig nach David geworden, und nun, da seine Aufmerksamkeit nachließ, litt ich unter den leicht vorhersehbaren Folgen. Abhängigkeit ist das Kennzeichen jeder Liebesgeschichte, die auf Vernarrtheit basiert. Das Ganze beginnt, wenn das Objekt unserer Anbetung uns eine berauschende halluzinogene Dosis einer Empfindung kosten lässt, die zu wünschen wir uns niemals einzugestehen wagten – einen Speedball aus stürmischer Liebe und heftiger Erregung.

Bald schon beginnt man sich mit der gierigen Besessenheit eines Junkies nach dieser intensiven Aufmerksamkeit zu verzehren. Wird einem die Droge vorenthalten, fühlt man sich sofort krank, verrückt und leer (ganz zu schweigen vom Groll auf den Dealer, der diese Sucht zuallererst nährte, sich jetzt aber weigert, das Zeug herauszurücken). Im nächsten Stadium findet man sich dann dünn und zitternd in einer Ecke wieder und weiß nur, dass man seine Seele verkaufen oder seine Nachbarn ausrauben würde, nur um es noch ein einziges Mal zu haben.“ 

(Elizabeth Gilbert, Eat Pray Love)

Erkennt sich jemand wieder? Eine Freundin von mir machte mich vor einiger Zeit auf einen Text im Internet aufmerksam. Es geht um die These, dass jeder einen so genannten „Kryptonit-Menschen“ hat …

„Ich habe da so eine Theorie, nämlich dass jeder so einen Menschen hat, an dem er für immer hängen wird – ganz egal, wie lange die Beziehung gedauert hat oder wie intensiv sie war. Wir nennen sie die Kryptonit-Menschen, weil sie wie eine Schwachstelle für einen sind. Wann immer man sie sieht oder nur ihren Namen hört, verfällt man ihnen wieder. Oder bekommt zumindest ein Stechen im Herz, weil damals alles so schön schrecklich war und auch so schrecklich schön.“ (www.amypink.de)

Kommt das jemandem bekannt vor? Ist es nicht absolut erschreckend, wie viel Einfluss ein einzelner Mensch auf einen anderen Menschen haben kann? Wie sehr ein solch glorifiziertes Wesen die kleine Welt einer vermeintlich starken Persönlichkeit erschüttern kann? Und wie schier unmöglich es für ein Opfer ist, sich aus dieser selbst erschaffenen Folter wieder herauszuwinden?

Wie kann es nur sein, dass man das alles immer und immer wieder zulässt, wohl wissend, welchen unerträglichen Qualen man sich unter Umständen tagtäglich aussetzt, nur um von dieser verbotenen Frucht, und sei es ein allerletztes Mal, zu kosten? Selbst dass es keine Fortsetzung mehr geben wird, ist eine eher misslungene Gegenwehr.

Wenn man ehrlich zu sich selbst ist, flüstert die Hoffnung einem immer wieder leise zu, dass das letzte Kapitel noch lange nicht geschrieben ist.

Es ist vielmehr ein ständiger Selbstbetrug, und damit ein nahezu unerträglicher Leidensdruck. Denn wenn man ehrlich zu sich selbst ist, flüstert die Hoffnung einem immer wieder leise zu, dass das letzte Kapitel noch lange nicht geschrieben ist. Und wir sind mitnichten in der Lage dieses Flüstern zu dämpfen, selbst nicht unter dem Einfluss von Neuroleptika.

Ich kenne mehrere Menschen, vorrangig Frauen, die einen solchen „Kryptonit-“ bzw. „Kryptonit-/Dealer-Menschen“ haben. Tamara, mein rationales Gegenstück, ist eine davon. Sie glaubt sich zuweilen vor ihrem „Kryptonit-Menschen“ in Sicherheit zu wiegen. Doch es gibt immer wieder Momente, in denen er zugegen ist. Und sei es nur, weil ein anderer potenzieller Anwärter gewisse Wesenszüge aufzeigt, die sie an ihn erinnern.

Sie wurde durch ihre erste ernsthafte Beziehung überaus negativ geprägt. Doch ihr „Kryptonit-Mensch“ hat sie langfristig darin bestärkt, an ihrem nahezu unerschütterlichen Fundament, welches ihr zerbrechliches Innerstes umgibt und schützen soll, festzuhalten. Er ist der einzige Mann in ihrem Leben, der sie nicht nur krank macht, sondern auch heilt, wenn auch nur für eine Weile. Wie das? Der letzte Mann, der es geschafft hat, dass sich Tamara erneut wagt zu öffnen, hat es doch tatsächlich ebenso fertig gebracht, diese Frau wiederholt zu brechen.

Einen Menschen, den man zuerst ohrfeigt, bevor man sich ihm um den Hals wirft und ihn küsst als wäre man eine „Nymphomanin kurz vor der Hinrichtung“.

Und was hilft dabei, sich von der Wut auf einen Mensch, von dem man nicht erwartet hätte, enttäuscht zu werden, abzulenken? Die Projektion dieses Grolls auf einen anderen Menschen, den „Kryptonit-Menschen“. Einen Menschen, der es ohnehin nicht besser verdient hat. Einen Menschen, der aus einem eine wandelnde Irre, ein emotionales Wrack werden lässt. Einen Menschen, von dem man sowohl angewidert als auch vollkommen hingerissen ist. Einen Menschen, den man zuerst ohrfeigt, bevor man sich ihm um den Hals wirft und ihn küsst als wäre man eine „Nymphomanin kurz vor der Hinrichtung“ (Notting Hill).

Man nehme daher eine Freundin, die über die Handynummer dieses Mistkerls verfügt, fordere diese Freundin auf, diesem Typen eine Nachricht zukommen zu lassen mit der Bitte, sich bei der Geschädigten (Tamara) zu melden, was dieser allerdings nicht tun wird und dessen sich das Opfer bewusst ist, doch eben darum geht es ja. Und fertig ist ein neu ins Leben gerufener Zorn, der alle anderen Männerprobleme in den Schatten stellt oder gar vergessen lässt. Doch wie ich bereits schrieb: Nur für eine Weile.

Meine Emma, zerbrechlicher als es den Anschein macht, kennt ihren „Kryptonit-Menschen“ seit bereits vierzehn Jahren. Mit der Zeit kamen sich die beiden immer etwas näher, doch nie zusammen. Ganz gleich wie die Geschichte jedes Mal endete, zu Beginn einer jeden Episode brauchte es nicht viel und sie war ihm erneut hilflos ausgeliefert. Die letzte Begegnung liegt wenige Monate zurück und dieses Mal hat er es geschafft, sie fast vollständig zu zerstören.

Sie wusste, wie die Geschichte enden würde, bevor sie überhaupt begonnen hatte. Dennoch hat sie es zugelassen.

Nach all den Jahren galt es nun dem Verlangen, das eine so lange Zeit mit Leidenschaft und Wut gemästet wurde, endlich nachzugeben. Sie ließ ausnahmslos alles geschehen, was ohnehin nicht mehr aufzuhalten war, nur um am Ende wieder eine Statistin in seinem Leben zu werden. Und das Traurige daran ist, dass sie es wusste. Sie wusste, wie die Geschichte enden würde, bevor sie überhaupt begonnen hatte. Dennoch hat sie es zugelassen. All das Leid, nur um ihm für wenige Stunden so nahe zu sein, wie sie es sich all die Jahre über gewünscht und vermutlich mehrfach vorgestellt hatte.

Doch was ist eigentlich mit den bedauernswerten Kreaturen, die einer Person verfallen sind, die sowohl den „Dealer“ als auch den „Kryptonit-Menschen“ in sich vereint? Einer Person, die sowohl gedanklich als auch körperlich außerordentlich abhängig macht. Also meiner bescheidenen Meinung nach sind die Kreaturen, die Opfer dieser überaus hochexplosiven Mixtur eines Menschen geworden sind, nur zu bemitleiden, denn sie sind dafür prädestiniert, von einer zu Beginn unscheinbaren Vernarrtheit, in eine chronische Besessenheit zu rutschen.

Alina, Herzmensch wie ich es bin, die in ihrem Leben über ein solches Exemplar verfügt, ist zwar, nachdem sie über eine sehr lange Zeit hinweg nur Pech mit Männern hatte, seit über einem halben Jahr in einer Beziehung, dennoch hochgradig gefährdet wieder rückfällig, also wieder voll und ganz von ihm abhängig zu werden.

Neulich konnte sie mir auf die Frage, ob sie sich von ihrem jetzigen Freund trennen würde, wenn er wieder vor ihrer Tür stehen würde, nicht beantworten. Sie wusste es nicht. Oder sagen wir mal, sie wusste es immer noch nicht. Denn zu Beginn ihrer derzeitigen Beziehung stellte ich ihr dieselbe Frage, die sie mir schon da nicht beantworten konnte.

Und ich? Nun, ich persönlich habe ein besonderes Talent zur seelischen Selbstverstümmelung.

Und ich? Nun, ich persönlich habe ein besonderes Talent zur seelischen Selbstverstümmelung. Ich habe einem solchen Menschen, einem, der sowohl den „Dealer“ als auch „Kryptonit-Menschen“ in sich verkörpert, vor einiger Zeit eine lebenslange Aufenthaltsdauer sowohl in meinem Kopf als auch in meinem Herzen erteilt. Widerrufsrecht ausgeschlossen.

Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen, wie oft sowohl er als auch ich den Kontakt zueinander abgebrochen und wieder aufgenommen haben. Wie oft ich mir geschworen habe, dass es ein für alle Mal vorbei ist. Dass es niemals funktionieren wird und auch würde. Dass mich der Kontakt zu ihm mehr zerreißt als glücklich macht, weil wir niemals zusammen sein können. Und trotzdem …

Allein sein Name auf dem Display meines Handys versetzt mich jedes Mal in den Spätsommer, als er mir gestand, welche Gefühle er für mich entwickelt hat. Oder in den Spätherbst, als er für fast zwei volle Tage bei mir war und wir nur schwer in der Lage waren, auch nur fünf Minuten die Finger von einander zu lassen. Mein Herz bleibt jedes Mal für einen, wenn auch nur kurzen Moment, stehen. Und absolut nichts, nicht einmal die Zeit ändert etwas daran.

Niemals zuvor hat ein Mann eine so emotionale und körperliche Anziehungskraft auf mich ausgeübt wie er.

Niemals zuvor hat ein Mann eine so emotionale und körperliche Anziehungskraft auf mich ausgeübt wie er. Ich habe noch nie so sehr das Gefühl gehabt, dass ein Mann meine Gedanken, die zuweilen so tief gehen und auch verstrickt sein können, so gut versteht wie er. Der sich Gedanken über Dinge macht, die zuvor oder vielleicht sogar gleichzeitig auch mich beschäftigten, bevor sie durch mich überhaupt zur Sprache gebracht wurden. Noch nie habe ich eine so zarte und unsichtbare Verbindung zu einem anderen Mann aufgebaut wie zu ihm.

Ein Satz von ihm, in dem er mir schreibt, wie viel ich ihm bedeute, dass er auf einem Straßenschild den Namen der Stadt gesehen hat, in der ich lebe und an mich denken musste, und mein Herz fängt wie wild an zu schlagen und meine Wangen beginnen zu glühen. Es ist wie ein physikalisches Gesetz, das nicht außer Kraft gesetzt werden kann, da es alle Kriterien erfüllt, die es erfüllen muss, um als solches betitelt werden zu können: Es ist einheitlich, widerspruchsfrei und wurde in der Praxis bereits bestätigt.

Woher kommt diese masochistische Neigung? Sind wir vielleicht doch eher Räubertöchter als Prinzessinnen und suchen stets die Gefahr, weil wir durch diese erst zum Leben erwachen?

Doch wie ist das alles zu erklären? Wie kann es nur sein, dass wir zuweilen eine leidenschaftliche und zudem mit einem imaginären Verfallsdatum besetzte – denn solche Verbindungen halten in der Regel nie länger als ein paar Monate – Beziehung mit einem Mann, einem seichten und soliden Verhältnis vorziehen? Woher kommt diese masochistische Neigung? Sind wir vielleicht doch eher Räubertöchter als Prinzessinnen, was ich, wenn auch nicht unbedingt in diesem Kontext, überaus hoffe, und suchen stets die Gefahr, weil wir durch diese erst zum Leben erwachen?

Was auch immer uns dazu verleitet, uns derart zu verhalten, ich für meinen Teil habe irgendwann schlussendlich resigniert. Ganz gleich, was er auch tut, ob er mich wütend mit Hilfe einer Nachricht, also mit geschriebenen Worten „anschreit“ oder sich wochenlang zurückzieht, dann plötzlich auftaucht und sich verhält, als wäre nie etwas gewesen, ich in meinen schlimmen Phasen in einen ohnmachtsähnlichen Zustand falle, meine Tränen kaum noch zurückhalten kann, ganz gleich, ob ich auf der Arbeit oder zu Hause bin oder ich mich innerlich tot fühle, weil mein Innerstes und Äußeres einfach an Kraft verloren haben, er wird immer ein Teil meines Lebens sein, in welcher Form auch immer.

Ich kann ihn nicht gehen lassen. Und auch wenn ich für dumm und naiv gehalten werde, so weiß ich, dass es ihm ähnlich geht, und ich glaube ihm.

Ich habe gelernt, damit zu leben. An den einen Tagen funktioniert es besser, an den anderen eher schlechter. Nicht nur, weil ich es nicht anders will, sondern weil ich es schlicht und einfach nicht anders kann. Ich kann ihn nicht gehen lassen. Und auch wenn ich für dumm und naiv gehalten werde, so weiß ich, dass es ihm ähnlich geht, und ich glaube ihm. Mit einer entscheidenden Ausnahme: Er ist stärker als ich.

Während er es schafft, eine professionelle Distanz aufzubauen und nicht in alte Muster zu verfallen, hänge ich bei jeder noch so kleinen Unterhaltung gedanklich wieder mit meinen Lippen auf seinen. Vor fast einem Jahr haben wir uns das erste Mal geküsst. Es gibt viele Momente, in denen ich an diesen Kuss, und zwar bis ins kleinste Detail, sofern eine Rekapitulation in Gänze überhaupt möglich ist, denken muss. Wie erbärmlich.

Aktuell herrscht wieder Funkstille, und zwar in seiner härtesten Entstehungsform. Und dieses Mal fühlt es sich nach „für immer“ an. Wenn da nicht die Hoffnung wäre, die leise flüstert …

Hanna liebt das geschriebene Wort und ist überaus detailverliebt, und das in so vielerlei Hinsicht. Sie hat eine Schwäche für Erdbeeren, Flohmärkte, Filmmusik, Liebesgeschichten ohne Happy End und Menschen mit einem ausgeprägten Sinn für Humor und das Leben. Tagsüber spielt sie die kranke Schwester und rettet Menschenleben. Am Abend schreibt sie Liebesbriefe an ihre große Liebe Berlin.

Headerfoto: Lulu Lovering via Creative Commons Lizenz! (Gedankenspiel-Button hinzugefügt.) Danke dafür!

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9 Comments

  • Calea sagt:

    Ein fantastischer Text der mir aus der Seele spricht! Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Auch hier ist gerade wieder Sendepause. Und natürlich hoffe ich, trotz der Trauer, dass es für immer ist, da er mir nicht gut tut. Sehe ich jetzt ein Bild, dann frage ich mich, weshalb eine starke selbstbewusste Frau wie ich dem Typen hinterhertrauert. Und dann ruft er an, ich höre seine Stimme und es ist wieder um mich geschehen. Leider! Ich frage mich, ob das krankhaft ist. Ich habe, abgesehen von ihm, ganz normale Beziehungen. Er hat Bindungsangst und immer nur kurze Affairen. Wie kann das sein? Schaffe ich es dieses Mal?

  • Jule sagt:

    „Einen Menschen, den man zuerst ohrfeigt, bevor man sich ihm um den Hals wirft und ihn küsst als wäre man eine „Nymphomanin kurz vor der Hinrichtung“ “ Kenne ich sehr gut! Begegne ich meinem Kryptonit-Menschen, verfalle ich in eine Art Kleinkind-Status. Das letzte Mal rannte ich den Herren um, sein Bier ergoss sich über mein Kleid und mir blieb nichts anderes übrig, als die Flucht zu ergreifen. Da reicht ein Blick, und ich verliere jegliche Intelligenz. Schreeeeecklich!!!! So jemand gehört eingesperrt.

  • KeinFotozwang sagt:

    Dem Text kann ich in Gänze widersprechen.

    Es mag Frauen geben, an die man sich aufgrund des Geruchs und/oder weil der Sex schon beim Klang der Stimme einfach wie automatisch funktionierte, gern erinnert.

    Aber dass einem -wie es theatralisch beschrieben wird- das Herz stockt? Nö.

    Man kann im Nachhinein Punkte in einem Ranking vergeben, weil die eine oder andere halt wirklich super in ihrer Art war– abgebrüht, ohne moralische Standards zu verlieren, trocken, politisch unkorrekt und trinkfest oder auch mit schönen Händen oder auch einfach, weil sie nonchalant einen dicken alten Mercedes fuhr. (Was man als Mann sexy finden kann, ist schon schräg. 🙂 ) Da schwillt einem auch nach Jahren noch so manches Körperteil zwischen Schädeldecke und Hüfte.

    Aber die Zeit schreitet voran, und letztlich wird man als Mann von Frauen irgendwann abgelegt. Wozu sich dann also noch mit Erinnerungen an jemanden quälen, der einen nicht mehr will? Wenn man nicht ganz auf den Kopf gefallen ist, lernt man als Mann schnell, dass Ambitionen bei vergangenen Kontakten Quatsch sind.

    Es gibt natürlich die „Falle“ (in die man nicht tappen darf), dass manche Frauen einem die Standards insofern versauen, als dass man versucht ist, andere Frauen danach zu bewerten oder damit zu vergleichen – sei es, weil der Sex verdammt gut war oder weil sie extrem pragmatisch und nicht trullerig waren oder rechtskonservativ und trotzdem locker oder, oder, oder,… und man sich daran gern und oft zurückerinnert.

    Aber: jede ist *anders*. So wird es immer auch eine geben, die der jeweiligen Zeit und dem jeweiligen Empfinden nach besser passt als alles, was vorher da war. Mit allen Vor- und Nachteilen, die Menschen nun mal so haben.

    Mit zunehmendem Alter weiß man allerdings auch, was man NICHT mehr haben möchte. Das halte ich für eine viel bessere Richtlinie als irgendwelche Wunschvorstellungen oder Erinnerungen an Vergangenes. Überhaupt ist eine „Liste“ davon, was man *ausschließt*, wohl kürzer als eine, die Wünsche beinhaltet – und somit offener, freier und stärker erfolgversprechend.

  • Jan sagt:

    Und ist es nicht bescheuert, dass wir uns so jemanden wünschen, wenn wir niemanden haben?

  • Veron sagt:

    Oh man , ich hab den Text gelesen und erkenne mich selbst darin wieder ^^
    Es ist schrecklich wenn deine ganze Laune so abhängig von jemand anderen ist, der dann auch noch derart launen bzw. sprunghaft ist. Ich hab diesen Fall nunmehr seid 1 1/2 Jahren , Eifersuchtsdramen , Unsicherheiten , geplatzte Verabredungen , dann wiederrum Dates die hätten nicht besser sein können. Voller Aufmerksamkeit wurde jede Gefühlsveränderung wahrgenommen , körperliche Nähe gesucht. Dann von einem auf den anderen Tag > Kontaktabbruch , jedesmal das Gefühl „was hab ich falsch gemacht“ … Ein Teufelskreis , aus dem es gilt auszubrechen.

  • Denise sagt:

    Wunderbar! Vielen Dank für diesen tollen, ehrlichen Text, der mich wissen lässt, dass es (leider) nicht nur mir so geht..

    Nur einen Haken hat das Ganze – dieses „für immer“ gibt es nicht…

    • Hanna sagt:

      Ich freue mich sehr, dass Dir der Text so gut gefallen hat, Denise. Zu dem Haken … Letztendlich glaube ich, dass mit dem letzten Satz der Widerspruch in Bezug auf die Entgültigkeit erkennbar ist und damit das ‚für immer‘ aufgehoben wird. Und sei es nur, weil man sich weder gedanklich noch emotional lösen kann.

  • Maria sagt:

    Es fühlt sich immer wie ‚für immer‘ an.

    • Hanna sagt:

      Da gebe ich Dir recht, Maria. Ich habe auch einen Moment lang überlegt, ob ich diesen Satz nicht etwas umformulieren soll. Eben weil ich dieses Gefühl, dass es ein für alle Mal zuende ist, jedes Mal hatte, jedes Mal davon überzeugt war, dass ich niemals wieder etwas von ihm hören werde und der Kontakt lletztendes bekanntlich doch erneut aufgebaut wurde. In Anbetracht der Umstände, unter denen ich diesen Text abschloss, und meinen Empfindungen, entschied ich mich jedoch dafür diesen Satz so beizubehalten.

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