Can buy me love

Aloha : ) Ich dachte, für meinen ersten Beitrag wähle ich eine einfache Kategorie. Nämlich Liebe + Sex. Darüber weiß man ja stets am meisten zu sagen/schreiben. Und damit es nicht ganz so einfach ist, lass ich den Sex weg. Also geht es heute mal nur um die Liebe. Aber was versteh ich von Liebe? Da ich Single bin, anscheinend nicht viel. Höchstens in der Theorie. Aber es gibt Dinge, bei denen ich mir sicher bin, dass ich die nicht in meinem Leben brauche. But let’s start at the beginning.

Vor einigen Wochen hab ich mich mit einer Freundin getroffen und wir haben ein paar Sex-Geschichten ausgetauscht, so wie wir es immer tun. Ich weiß nicht mehr genau wie wir auf das Thema mit der Liebe bzw. Beziehungen gekommen sind, aber irgendwann haben wir da auch drüber geredet. Und sie hat mir halt erzählt, was sie für eine Art von Mann treffen will und wie er sein soll und so weiter. Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr am liebsten aufstehen und jemandem einen Stuhl in die Fresse schlagen wollt? So ungefähr hab ich mich gefühlt, als sie mir sagte, dass es ihr wichtig ist, dass der Mann mehr Geld als sie verdient. Alles andere käme für sie gar nicht in Frage. Ich hab glaub ich nur eine Augenbraue hochgezogen, „Aha? Okay …“ geantwortet und irgendwie das Thema gewechselt.

Vielleicht bin ich da ja altmodisch, aber ist Liebe heutzutage wirklich käuflich? Vergesst nicht, ich rede von Liebe, nicht von Sex. Ist die Menschheit wirklich mittlerweile so degeneriert, dass sie an ihre Liebe ein Preisschild hängt? Ich gebe doch einen Scheiß drauf, wie viel meine Zukünftige verdient. Oder ob sie ein schönes Haus hat. Oder ein möglichst teures und exotisches Auto fährt. Wenn ich meine Beziehungen so rückwirkend betrachte, waren das niemals irgendwelche Aspekte, die ich bei der Frauenwahl auch nur in Betracht gezogen hätte. Natürlich gibt‘s für mich auch wichtige Dinge, die ich gern an einer Frau sehe. Und jetzt, meine lieben Leser, haltet eure Kotz-Tüten bereit, jetzt wird‘s mächtig kitschig.

Ich steh zum Beispiel total auf schöne Augen bei Frauen. Ich weiß, klingt wie ein Klischee, aber ist eine Tatsache. Wenn man sie ansieht und in den klaren funkelnden Farben ihrer Augen versinkt, den Raum und das Geschehen rund um sich ausblendet und es sich so anfühlt, als wärt nur ihr beide hier, egal wie viele Menschen um euch herum wuseln. Das finde ich toll. Oder, und das ist auch sehr wichtig, das Lächeln der Frauen. Irgendjemand hat mal gesagt „The most beautiful curve on a woman’s body is her smile“. Und er hat Recht. Kriege und Leid geraten in Vergessenheit, wenn man einem schönen Lächeln ausgesetzt ist. Die Welt und die Zeit bleiben stehen und alles befindet sich in perfekter Harmonie zueinander. Ach, wie viele Frauen mich schon mit ihrem schönen Lächeln willig gemacht haben … ich vermag es nicht zu sagen.

Zurück zum Thema. Ist das alles nichts mehr wert? Oder ist das Thema mit dem Geld nur Frauen wichtig? Dass sie sich denken: „Scheißegal wie der Typ aussieht oder wie er sich verhält, Hauptsache er hat Geld“? Fällt das unter Prostitution der Gefühle? Weil man vorgibt jemanden zu lieben, weil er Geld besitzt? Oder noch schlimmer: Weil man womöglich jemanden wirklich liebt, weil er Geld besitzt? Oder finde nur ich das so schlimm, weil ich eben keiner von denen bin, die sich Spitzenverdiener schimpfen können? Weil ich ein ganz normaler Arbeiter mit einem ganz normalen Job und einem ganz normalen Gehalt bin? Reicht das nicht mehr? Ist es wirklich schon so weit gekommen? Ich glaub, ich wiederhole mich zum fünften Mal, aber ich versteh es einfach nicht. Wirklich nicht, sorry. Wie gesagt, vielleicht kann ich es auch nicht verstehen, weil ich nicht so viel Wert auf Geld oder materiellen Besitz lege. Vielleicht bin ich wirklich einer von denen, die es noch nicht geschafft haben, auf den Zug der Materialismus-Abhängigkeit aufzuspringen.

Ich steh halt mehr auf die seltenen Dinge im Leben. Solche Dinge, die die meisten wahrscheinlich nur noch aus Büchern und Lagerfeuer-Geschichten kennen. Solche antiken Sachen, die jeder schon auf dem Flohmarkt für einen Spottpreis verkauft hat, weil er damit nichts anzufangen wusste. Dinge wie Menschlichkeit, ein gutes Herz und so was. Aber ich bin deswegen nicht am Verzweifeln. Ich bin mir sicher, zwischen den 7 Milliarden Menschen da draußen gibt es irgendwo eine Frau, die so denkt wie ich. Und die werde ich finden. Und das ist keine Aufgabe oder ein Lebensziel oder so etwas. Das ist ein Versprechen. Und dann lachen wir gemeinsam in unserem kleinen 3-Zimmer-Apartment mit einer Flasche Billigwein in der Hand über die Mädels, die ihre Liebe für Geld verkauft haben, unglücklich in einer Villa am Stadtrand sitzen und alleine an einem Glas Champagner nippen, weil er wieder länger arbeiten muss und keine Zeit für sie hat. Vielleicht hat eure Liebe wirklich einen Preis. Aber an ein glückliches Leben könnt ihr kein Preisschild hängen.

Some canaries love their cages, they even call them home!

Euer Duni

Duni ist ein Österreicher, der hin und wieder mal über seine Gedanken zu verschiedensten Themen bloggt. Meistens im Bereich Lifestyle und Liebe + Sex. Markenzeichen: Nimmt kein Blatt vor dem Mund, Freewriting lautet sein Schreibstil und er begrüßt seine Leser stets mit einem frohen „Aloha : )“. Mehr von Duni gibt es hier.

 

Headerfoto: Send me adrift. via Creative Commons Lizenz!

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7 Comments

  • Du hast das völlig in den falschen Hals bekommen. Deine Freundin meinte lediglich, dass sie einen Mann möchte, der gehaltsmäßig höher gestellt ist als sie, was man nicht damit gleichstellen darf, dass er Alleinverdiener ist und sie nur durch seinen Verdienst finanziell abgesichert ist. Ich stimme Jule zu, dass die klassische Rollenverteilung aus Frauensicht manchmal vernünftiger ist, gerade wenn man an Nachwuchs denkt. Das heißt aber nicht, dass diese Frauen „Heimchen am Herd“ sein wollen (völlige Schwachsinnsaussage Seth, tut mir leid). Und das hat auch nichts mit unterschiedlichen Intellektebenen zu tun. Es gibt genauso Akademikerpaare sowie Haushalte mit geringeren Gehaltsstufen, die sich intellektuell auf einer Ebene begegnen. Schließlich sucht man sich seinen Partner/in ja auch danach aus, ob man Gespräche führen kann und menschlich zusammenpasst (alles andere wäre ja auch schwachsinnig). Zudem kommen heutzutage viele Männer immer noch nicht mit dem umgekehrten Fall klar, wenn die Partnerin mehr verdient (habe ich zumindest im Freundeskreis erlebt). Es ist wohl trotzdem alles ein ziemlich geschlechterspezifisches Denken, aber keine Sorge: Ihr findet trotzdessen bestimmt eine Partnerin, die darauf vielleicht keinen so großen Wert legt 😉

  • Großartig, wie anhand eines Einzelbeispiels mal wieder ein komplettes Geschlecht über einen Kamm geschert wird. Respekt für so viel Reflektiertheit.

    Kann ich dann aus der Bemerkung, dass der Autor auf schöne Augen und ein schönes Lächeln steht herauslesen, dass es Männern nur ums Aussehen geht?

    • Wenns dir Spaß macht, dann lies es ruhig heraus 🙂

      Und ich schere nicht über einen Kamm, ich stelle Fragen (wenn man etwas genauer liest, erkennt man die kleinen „?“ an den meisten Satzenden) Und „Menscheit“ ist übrigens kein Geschlecht. 🙂

  • Wenn man das ganze mal aus der biologischen Perspektive betrachtet, hat deine Freundin gar nicht mal so unrecht. Eigentlich ist es so gedacht, dass der Mann die Familie versorgt, weil die Frau den Nachwuchs großzieht, und keine Möglichkeit hat, Nahrung sammeln zu gehen oder zu jagen.Wir Frauen schauen also instinktiv danach, ob uns ein Mann versorgen könnte, wenn wir Kinder bekommen. Das ist jetzt eine sehr altmodische und einseitige Ansicht, dessen bin ich mir bewusst. Ich könnte mir aber auch nicht vorstellen, der Großverdiener in einer Beziehung zu sein, so dass am Ende vielleicht der Mann die Erziehungsarbeit übernimmt, weil man sich von seinem Einkommen keine Miete leisten könnte. Das hat überhaupt nichts mit dem Menschen an sich zu tun, der ist Liebenswürdig, egal wieviel er auf dem Konto hat. Geht es um die Lebensplanung, kann man den finanziellen Aspekt leider nicht ausklammern.

  • Servus,

    Sehr humorvoll geschrieben 😉 vor allem der Vergleich mit dem Stuhl in die Fre….. ^^ aber anscheinend ist das wohl so, das sich der Mensch nur noch über seinen Materialismus definiert. Wenn dies der Fall ist, dann ist wahrscheinlich in dem Mensch auch nicht mehr viel drin, was eine Persönlichkeit auszeichnet, worüber man sich austauschen kann. Dann kann man nur noch Smalltalk betreiben, was mir persönlich zu wider ist ^^

    Und das der Mann mehr Geld verdienen soll als die Frau, erinnert sehr stark an die alte Rollenverteilung, aber manche Frauen finden darin wohl ihre Erfüllung, wenn sie das Heimchen am Herd sind und die Kohle vom Mann ausgeben…. aber ich kann dich beruhigen ^^ es sind nicht alle so 😀

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