Analog durch Wien | Der Reiseführer der Herzen

Auch wenn wir in Erdkunde gar nicht mal so gut sind, wissen wir, dass Wien die Hauptstadt von Österreich ist. Und Hauptstädte gilt es bekanntlich zu besuchen. Weil wir heute Lust auf einen Tag ohne Termine haben, treffen wir in Wien einfach mal keinen Single und widmen uns ganz entspannt der Kunst, Wasserrutschen und der heißen Liebe. Ohne Emotions und Erotik geht bei uns halt nichts, wisst ihr doch. Und weil wir uns heute total entschleunigt fühlen, sind diese Bilder (fast alle – findet die digitalen Verräter!) mit Jules Analogkamera entstanden. One shot, one life. No risk, no fun.

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Genächtigt haben wir im K+K Maria Theresia, das quasi direkt am Museumsquartier – unter Kennern nur kurz MQ genannt- liegt. Passt uns gut, denn wir haben Bock auf Museum. Alleine der Weg ins MQ ist der Hammer. Pseudo-Pac-Man-Wände und Sticker ohne Ende. Da schlägt wirklich jedes 90s-Herz höher. Als Besucher hast du ja die Qual der Wahl, denn es gibt hier ganz viel schöne Dinge zum Angucken. Wir entscheiden uns als erstes für die Kunsthalle. Internationale zeitgenössische Kunst und Raum für Diskurs, genau unser Ding. Das Potenzial, Bilder oder Installationen von und mit nackten Menschen zu sehen ist hoch, also rein da.

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Keine Nackten, aber Jule hat sich ausgezogen. Immerhin. Das Foto davon ist beim Entwickeln leider nichts geworden. Hätten wir euch sonst natürlich gezeigt. Sigh. Die Kunsthalle ist übrigens mega. Wir fühlen uns inspiriert und chillen kurz im Hof des MQ ab. Hier kannst du hervorragend Leute glotzen. Fast alle Lebewesen, die an uns vorbei laufen, möchten wir gerne daten. Schon ein sexy Völkchen, diese Kunstmenschen.

Das wunderschöne graue Gebäude unten links ist übrigens das mumok. Hier möchten wir als nächstes rein und eigentlich auch ganz gerne den Architekten kennenlernen. Falls der uns mal ein Haus bauen will, so aus reinem Good Will, gar kein Problem. Nehmen wir, weil wegen: Der Typ hat den Style (und wahrscheinlich auch das Geld). Draußen flüstern die Leute, dass drinnen die Kunst-Avantgarde Österreichs und der Welt hängt. Na, dann zeigt mal her, was ihr habt.

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Endlich Bilder von Nackten, teilweise sogar ziemlich verstörender Stuff. Jule will manchmal nicht so genau hingucken, weil das was mit Vaginas und Blut hängt. Körper, Psyche und Tabu hat einiges zu bieten und geht durchaus an die Grenzen. Wir freuen uns allerdings beide sehr, dass Egon Schiele sich anscheinend gerne unten ohne gemalt hat. Gut zu wissen. Gut anzugucken. Auf Tinder hätte der Matches ohne Ende.

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Einen haben wir noch für euch. Nach dem Stickern ist nämlich vor dem Leopoldmuseum. Hier hängen alle bedeutenden Wiener und Österreicher Künstler und Egon Schiele legt hier einen bahnbrechenden Auftritt hin. Es ist schon bewundernswert, wie viele Werke jemand in nur 28 Lebensjahren dahinzaubern kann. Dieser Mann muss ganztags gemalt haben, seit er einen Pinsel halten konnte. Ehrlich ey. Am Ende sind wir voll gerührt, seine Liebesgeschichte endete nämlich sehr tragisch auf dem Totenbett. Tränchen wegwischen, weiter geht’s.

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Aha, das Leopoldmuseum behebergt in den oberen Stockwerken ein schnuckeliges Café mit hinreißendem Blick ins Freie. Trifft sich gut, denn ich hab Hunger und Jule braucht Zucker! Wir finden es voll okay, von höchst interessanten jungen Männern bedient zu werden. Wer auch immer die Mitarbeiter hier eingestellt hat, verdient sich eine Eins mit Sternchen. Hot stuff. Absolut oberflächlich von uns, aber eben schwer sehenswert. Esst übrigens unbedingt den Burger, Kinder!

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So, es ist Nachmittag und ich hab Bock ein bisschen Kinderquatsch zu machen. Auf Papas Empfehlung düsen wir mit der U-Bahn zum Prater und fahren zum Ankommen erst mal ‘ne Runde Riesenrad. Jule hat brutale Höhenangst und ich streichel ihr das Köpfchen, während sie tapfer auf den Auslöser drückt. Wieder unten hat sie gefühlt die erste Schwelle das Höhen-Adrenalins überlebt. Ich wittere meine Chance und sage: „Jetzt, wo Du das schon so easy geschafft hast, können wir doch auch ’ne Runde Wasserbahn fahren. Los, Jule!“ Ich lasse der Frau doch eh keine Wahl, ich kaufe einfach zwei Tickets und erkläre ihr, wie geil das wird. Und dass sie vorne sitzen darf. Vor Schreck tut sie es einfach. Witzig. Leute, ganz ehrlich: Für mehr Rummel- und Spaßparkerlebnisse. Wir haben die ganze Fahrt durchgegackert und waren voll im Moment. Das hat brutal viel Spaß gemacht und ich stelle fest, wie erfrischend und entspannend so Kinderaktivitäten sein können. Das hatte ich in meinem durchgeplanten Erwachsenenleben kurz vergessen. Ich bin gerade sehr dankbar, dass Wien uns noch mal gezeigt hat, was uns im Alltag oft weiterhelfen kann: Lachen und Leichtigkeit und (Er)Leben. Spitzending. Gerne mehr davon.

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Ja, gut, okay, ich geb’s zu: Wir waren im Wachsfigurenkabinett. Wir wollten Franz und Sissi treffen. Ohne die wäre Österreich eben nicht Österreich. Auch wenn ihr das alle schon in den frühen 2000ern erlebt habt, war es für mich das erste Mal und ich habe mindestens hart gelacht, als Angela Merkel vor mir stand. Und Jule konnte mit dem Papst fummeln. Der Typ ist doch eh ihre heimliche Liebe. Auch irgendwie (un)gesund. Apropos Kirche. Stephansdom: Must see. Extrem gutes Dach! Guckt?

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So, nach dem ganzen Fun Fun Fun, haben die Frauen wieder Hunger. Im Corbaci, dem Speiselokal mit dieser beeindruckenden Deckenbemalung, schnabulieren wir uns durch die Karte, um alles mit ordentlich Weinchen runterzuspülen. Saulecker und schon wieder so zackige und beglotzungswürdige Mitarbeiter. Stark. Wien gefällt uns.

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Und da es – wie angekündigt – ohne Herz einfach nicht geht, besuchen wir noch das neue Hipcoolswagflyspitzen-Restaurant Die Liebe, in dem wir zwei Desserts genießen, die eigentlich verboten gehören. Wie lecker kann denn was sein? Muss an der guten Butter liegen. Sagt Oma ja auch immer. Hauptsache gute Butter und davon einfach viel.

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So, das war‘s auch schon wieder mit uns und Falcos Heimat. An einem Frühlingstag in Wien kannst du also Kunst gucken, in den Spaßpark gehen, eine Kerze im Dom anzünden, viele leckere Dinge verspeisen und dann glücklich erschöpft ins Bett fallen. Ich habe das Gefühl, dass wir dringend noch mal wieder kommen sollten, um uns die anderen 500 spannenden Ecken der Stadt anzugucken. Und Singles zu porträtieren, denn davon hat Wien so einige leckere zu bieten. Yummy. Danke und Baba.

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Weil wir Egon Schiele immer schon mal nackt sehen wollten, hat Wien uns in seine Museen und seine Stadt eingeladen. Geilo!

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