An den, der mich noch nicht gefunden hat

Lass uns ganz offen und direkt die Sache angehen: Ich finde, es wird langsam Zeit, dass wir uns begegnen. Also, ich möchte jetzt nicht mit der Tür ins Haus fallen, aber ich für meinen Teil kann behaupten, dass ich vorerst durch bin mit den Strategiespielen und belanglosen „Mingle“- und „Nein, ich will mich gerade nicht binden“- Absurditäten.

Ich wäre dann also bereit für Dich.

Nun gibt es da nur ein paar kleinere oder auch größere romantische Ideen, die mir da im Kopf herumspuken, wie genau ich Dich gerne kennenlernen würde.

Und nein, eine App gehört definitiv nicht dazu. Been there, done that! Danke, nein. Bitte wischen Sie weiter, es gibt hier nichts zu sehen!

In meiner kühnen Vorstellung treffen wir uns an einem lauen Sommerabend auf einer Vernissage. Du hast ein Getränk Deiner Wahl in der Hand (nur nicht Jägermeister – bitte, bitte, Jägermeister geht gar nicht) und ich nippe an meinem Rot- oder Weißwein, während eine leichte Brise meine Haare verwuschelt.

Du darfst rauchen, ja, (musst Du aber nicht) und Du siehst nach Urlaub aus. Nein, nicht weil Du ein Hawaii-Hemd anhast, sondern weil Dein Strahlen so wunderbar leicht und frei ist. Vielleicht hast Du ein Hemd an, vielleicht auch ein T-Shirt. Bestimmt eine Jeans. Und Du riechst nach Sonne, Wind und mehr …

Deine Augen sind stechend, sie schauen auf den Grund meiner Seele, und um Deinen Mund zeichnet sich etwas Schelmisches ab. Was es ist, wirst Du mir nicht verraten – noch nicht. Deine Stimme ist warm und tief und Deine Worte fallen genau in dem richtigen Rhythmus aus Deinem wunderschönen Mund.

Forschheit, Verlegenheit, Tiefgang, Begeisterung und schlaue Ironie sind die Zutaten unseres Gespräches. Unsere Worte formen eine endlose Kette. Gedanken fliegen hin und her – große und kleine. Und dann und wann schweigen wir. Das Schweigen zwischen unserem Lachen ist das Schönste, was ich je gehört habe.

Ich hänge an Deinen Lippen, weil jedes Wort aus Deinem Mund wie Heimat klingt.

Und dann plötzlich, bei der ersten beiläufigen Berührung, spüre ich, wie alle Nervenzellen in meinem Körper durcheinander funken. Sich auf den Kopf stellen. Mich auf den Kopf stellen. Du triffst mich mitten ins Mark. Du triffst ganz tief innen. Du liebst Dinge, die ich auch liebe und Du liebst auch solche, die mir nicht vertraut sind. Und ich hänge an Deinen Lippen, um mehr darüber zu erfahren, weil jeder Satz und jedes Wort aus Deinem Mund wie Heimat klingt.

Jeder Blick von Dir lässt mich vergessen, wer ich meinte zu sein. Alle Bedenken und Knoten die ich im Kopf solange gezüchtet habe, lösen sich auf. Entwirren sich. Verwirren mich. Deine Seele prasselt auf mich ein wie ein warmer Sommerregen und der Spiegel Deiner Augen zeigt mir die schönste Version meiner Selbst.

Und auf einmal ist alles so klar.
Auf einmal ist alles so einfach.
Du nimmst mich bei der Hand.

Deine Hand ist warm und groß. Ich lege ich mein Herz ganz still und leise mit hinein. Du wiegst es vorsichtig, wie das Wertvollste, was Du je gehalten hast, und umfasst es dann sanft und bietest mir Deines zum Tausch. Ich muss lachen, aber nur aus Verlegenheit. Aus Glück. Und weil Lachen mit dir einfach besonders schön ist. Lass uns türmen, lass uns fliegen.

Der Kies knirscht unter unseren Schritten. Und von irgendwoher dringt die Musik des Buena Vista Social Club. Wäre da ein Sonnenuntergang, ich weiß, wir würden hineingehen – nur glaube ich, dass es, nachdem wir uns so viel zu erzählen hatten, zu diesem Zeitpunkt wohl schon dunkel ist.

Nun ja, was soll´s. Irgendwas ist ja immer.

Also? Was sagst Du? Bist Du dabei?

Ich freu mich auf Dich! Wird Zeit, dass ich auf eine Vernissage gehe …

Anouk heißt eigentlich ganz anders, hat sich aber diesen Namen gegeben, weil sie glaubt, dass sie es verdient hätte, in Frankreich geboren zu sein. Sie liebt Chansons, Küchengespräche, Wein, ins Unbekannte reisen und das sommerliche Licht zwischen 17 und 20 Uhr. Sie ist auf der Suche. Auf der Suche nach sich, nach der Liebe, nach Erfüllung und nach Worten. Nach Fragen und Antworten. Ihr Plan B ist es, Elfenbeauftragte in Island zu werden. Plan A ist ihr Geheimnis. Noch. Mehr gibt es bei Instagram.

Headerfoto: Happy Couple via Shutterstock! Danke dafür. (Gedankenspiel-Button hinzugefügt.)

1 Comment

  • Bambi sagt:

    Ich hatte beim Lesen den Gedanken,diesen schönen Text zu teilen und habe mich dann gefragt,ob das nicht peinlich ist. So das Innere nach Außen zu kehren. Sehnsucht und zeitweise vielleicht sogar Einsamkeit.
    Eigentlich Bullshit. Ist doch schön, dass scheinbar jeder Träume und solche romantischen Vorstellungen hat. Macht doch ein wenig Hoffnung 😉

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