Adressant bekannt

Ich schreibe Dir erst jetzt.
Nicht um zu sagen, wie egal Du mir bist
oder weil ich Dich gar vergessen habe,
sondern weil es dieses Mal andersrum ist
und ich deshalb diesen Schritt hier wage.

Kopf und Bauch miteinander verbinden,
um schließlich herausfinden,
was und wer und ob Du es bist,
der seither in meinen Gedanken ist.
Oder mal wieder nur die Euphorie der Nacht,
wie ein Strohfeuer entfacht.
Aber es brennt noch und breitet sich aus,
wie ein Lauffeuer und es will aus mir raus.
Und es brennt mir auf der Seele,
dass ich Dir davon erzähle.

Ich will Dir eigentlich nur sagen,
es war nicht die Nacht vor ein paar Tagen.
Du warst das. Dafür hab ich den Beweis,
denn jetzt wo es raus ist, ist es immer noch heiß.

Und wie wir uns angegiftet haben,
genau an demselben Abend.
Wie soll ich es beschreiben?
Man muss sich wohl erst aneinander reiben,
um wieder Wärme entstehen zu lassen.
Haben kurz versucht uns zu hassen,
ganz schnell gemerkt, dass es nicht funktioniert,
weil wir nicht wollten, dass der andere friert.

So viel haben wir uns gesagt in der Nacht,
nur unsere Augen zum Sprechen gebracht.
Und wenn sich doch ein Gedanke verlor,
rann er wie Honig dem andern ins Ohr.
Warm, weich und flüssig hielt er Deine Lippen an meinen.
Du hieltst meinen Körper an Deinen.
Ich spüre noch jeden Kuss, sie waren alle so zart.
Ich brauche noch immer Labello, das liegt wohl an Deinem Bart.

Minuten waren wie Stunden und doch verging alles so schnell.
Als wir bei mir zu Hause waren, war es noch nicht einmal hell.
Doch plötzlich war es Nachmittag
als ich noch immer in Deinen Armen lag.
Oder Du in meinen?
Oder wir in beiden?
Ich konnt es nicht unterscheiden.

Und Du bist auch nicht einfach so gegangen,
das konnte ich aus Deinen Blicken einfangen.

Ob das jetzt hier so richtig ist, kann ich auch nicht sagen.
Doch Du bist noch in mir drin und das nun schon seit Tagen.
Und bevor ich mich wortlos davonstehle,
sprech ich vielleicht auch Dir aus der Seele.
Ich weiß nicht, welches Ende es hat. Ob es überhaupt einen Anfang gibt.
Bin nur ich es, die dieses Gefühl so liebt?
Und deswegen hoff ich so sehr, Du hast bis hierhin gelesen.
Ich würd nämlich gerne wissen, wie ist es für Dich gewesen?

Klarine Schrötinsky kommt eigentlich aus Dresden, ist aber vor 9 Jahren nach Hamburg gezogen. Die 3 L´s in ihrem Leben: lieben, lachen, lernen. Das Allerschönste, was Hände machen können ist schreiben. Sie selbst schreibt seit der 8. Klasse kleine Gedichte und Texte und Reden. 

 

Headerfoto: Alba Cros via Creative Commons Lizenz!

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